Schiffbaukosten

Bootselbstbau einer Stahlyacht, was kostet der Spass?

Man braucht ein paar platten eisen, farbe, kabel, anschlüsse, schläuche, holz und den kleinen rest. Der rest ist mehr, als die anderen punkte, oft wird so vieles unterschätzt. Um mich nicht zu sehr zu wiederholen, wer ein schiff bauen möchte sollte es sich SEHR genau überlegen.

Diejenigen, die spass am bauen haben, sind fein raus. Mit einer hohen wahrscheinlichkeit kommt das objekt dann auch ins wasser. Wenn nicht, sind die abbruchgründe sind oft geldnot wegen scheidung, krankheit und tot.

Wer aber ein schiff bauen möchte, um geld zu sparen, sollte rechnen können und auch die handwerklichen fähigkeiten mitbringen. Es ist auch möglich, sich während der bauphase vom bürohengst zum semiprofessionellen handwerker weiter zu entwickeln. Dies erfordert aber zeit und einsatz. Wer nur zwei linke hände hat, sollte es bleiben lassen, es wird nur teurer. Auch der gedanke sich hilfskräfte zu kaufen, geht meistens teurer aus. Wer hier zu günstig kauft, kauft pfuscher oder leien ein.

Die nachfolgende kostenaufstellung ist nicht vollständig, weil es für einige teile keine rechnungen oder notizen gibt. So sind zum beispiel die arbeitsleistungen ohne rechnung hier nicht aufgeführt. Oder die käufe in der ebucht sind auch ohne beleg. Der kostenfaktor bauplatz ist nicht unerheblich, wenn es nicht im eigenen vorgarten statt findet.

Die kostenentwicklung ist auch nicht zu verachten. In diesen beispiel fing das ganze zu DM-zeiten (2000) an und endete im teuro (2005). Wenn man die offizielle staatliche verarschung gedanklich ausblendet, sehe ich in den rechnungsbelegen einen deutlichen anstieg der kosten. Zudem sind güter aktuell viel stärker von transport- und rohstoffkosten anhängig als früher. Der lokale händler ist heutzutage oft sehr teuer und dann kommt das netz in spiel. Kostenoptimierung beginnt mit einer kalkulierten sammelbestellung.

Um die aufstellung recht schmal zu halten habe ich vier gruppen gebildet: gebühren, ausrüstung, baukosten, zubehör.

Zu den gebühren gehören mietkosten für werkzeuge, baulizenzen, krankosten und behördenkosten , wie die eintragung ins schiffregister.

Gebuehrenkosten
Die ausrüstung ist für das schiff gekauft und verbleibt auch dort. Darunter fallen alle materialien, hardware, baustoffe.

Ausruestungskosten
Die baukosten bestehen aus externen lohnkosten, bauplatzkosten. Diese sind von mir geschätzt und in der höhe zu der derzeitigen stellplatzmiete von 150€ per monat angesetzt. Wahrscheinlich sind sie zu gering, weil da auch noch baucontainer und materiallager war.

Baukosten

Das zubehör umfasst die hilfsstoffe und die werkzeugkosten, sowie teile, die später nicht mit dem schiff verbunden sind, wie z.b. ein mobiler generator. Man braucht sehr viel werkzeug für einen schiffsbau und viel verbrauchsmaterial.

Zubehoerkosten

Vieles ist nicht planbar, pläne ändern sich von heute auf morgen. Dann benötigt man spontanes material und geht in den nächsten baumarkt. Davon gibt es über hundert belege, die ich mal zu material oder zubehör gebucht habe, im durchschnitt ist es ausgeglichen.

Nicht berücksichtig sind wegekosten zwischen der wohnung, dem baumarkt oder nur zum bauplatz. Auch dieser faktor ist nicht unerheblich, wenn die strecke um 20km liegt. Fahrzeugfixkosten muss man nicht umlegen, es reichen die betriebskosten. Diese werde ich in den refitkosten für eine stahlyacht offen legen.

Als das schiff gebaut wurde, waren die rohstoffkosten noch überschaubar und wenig volatil. Der stahlpreis war günstig (11600DM nur für das blech) und die edelstahlpreise waren im rahmen. Die kosten für das ballastblei sind nicht mit dabei, da die erbauer einen schiessplatz in vielen wochendeinsätzen durchgesiebt hatten (4,5to).

Verteilung auf die einzelnen kostenarten:

Die gesamtkosten belaufen sich auf 82.439 € Davon fallen auf die ausrüstung 62.324 € oder 76%. Die kosten für gebühren belaufen sich auf 3.642 € oder 4%. Das zubehör hat die höhe von 7.760 € oder 9% und die baukosten belaufen sich auf 8.713 € oder 11%.

Was fehlt da noch? Die navigationselektronik wurde von mir geschätzt, da es keine belege dafür gibt. Da ein schweisser teilweise den rumpf zusammen gebraten haben soll, fehlt auch hier ein beleg dafür. Auch andere arbeiten wurden nicht per rechnung erstellt. Die getriebekosten sind doppelt so hoch, weil sich das erste auf der jungfernfahrt zerlegt hatte. Dafür war die anschaffung und die marinisierung des motors aus meinen augen recht günstig.

Die werkzeugkosten sind zuerst ausgaben, doch das meiste blieb beim erbauer.

Zusammenfassend würde ich behaupten, das eine sechsstellige eurosumme in den schiffsbau versenkt wurde. Dabei war das kasko schwimmfähig und hatte keine besegelung, blöcke und laufendes gut. Die wanten waren vorhanden, jedoch ohne spanner, toggles und terminals.

 

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