Motivation

Warum mache ich das eigentlich?

Meine motivation für dieses projekt: aussteigen auf zeit mit open end

Wind und wellen zur fortbewegung begeistern mich seit meinem 18. lebensjahr, als ich mit dem windsurfen anfing. Während des studiums war ich fast häufiger am meer als in der vorlesung, je nach windlage. Leider entdeckte ich erst im alter von 40 das aktive segeln. Meine ersten reisen hatten eines gemeinsam: sonne, regen, hitze, kälte, flaute und sturm. Das war abenteuer und entspannung pur.

Dann gab es mal eine dokumentation im fernsehen: “reisen auf der datumsgrenze”. Das sah dort nett und freundlich aus. Später hörte ich ein feature im radio über Samoa und die dort ansässige brauerei mit deutscher technik. Mein vorhaben habe ich direkt abgeleitet, den 50. geburtstag wollte ich dort auf Samoa feiern. Wie dahin kommen? Na, per eigenem schiff. Also erstmal die wichtigsten basiszettel gemacht, sportbootführerschein und funkschein, die grundrechenarten und kartenlesen für den sks kann ich auch. Währenddessen hat die suche nach einen schiff angefangen.

Ein zentrales thema, das ich versuche zu verfolgen, ist: „Einfach gewinnt“. Die reise wird mit der nutzung der natürlichen ressourcen wind, wasser und strömung durchgeführt. Das leben wird mit der natur stattfinden und wind und wetter werden den tagesablauf bestimmen.

Während des refits war das eine ganz andere nummer

Das ist nur die halbe wahrheit. Nachdem ich das schiff gekauft hatte, fing ein neues spiel an. Der ganze murks sollte beseitigt werden und das schiff irgendwann wieder schwimmen. Da fing die krux an. Wenn man dabei ist, den zustand des schiffes bis auf den schrottwert zu senken, weil nichts mehr heil, gerade oder schwimmfähig ist, fahrbar schon gar nicht, sollte der durchhaltewillen einigermaßen intensiv ausgeprägt sein. Wenn nicht, dann ist alles verloren, direkt zurück auf los und nicht über die schlossallee. Also durchhalten und fertig stellen, notfalls für den nachlassverwalter. Meine motivation in dieser phase war auch, von dem schiffsfriedhof am Kaltehofe Hinterdeich mit eigener schraube zu verschwinden. Während meiner zeit dort wurden mindestens fünf schiffe abgewrackt, drei besitzer wussten nichts davon. Fazit für selbstbauer: durchhalten, durchhalten, durchhalten – oder überlegen, ob aufhören das leben nicht doch verbessern kann.