La Reunion ein weiterer letzter Monat

Neuer monat, neuer start und die brandneue dieselpumpe ist eingebaut. Vier schrauben und nur kurzer weg für das werkzeug. Dabei kräftig den arm zerkratzt und alles passte auf anhieb, auch die dichtung.
Dann kam der hafenmeister vorbei und sagte, dass vielleicht Mauritius bald wieder offen sei. Also recherche, eine mail nach Mauritius zum tourismusministerium, was sind die bedingungen. Es gibt einen sonderstatus für La Reunion und sie wollen in der mitte vom Juli aufmachen.

Vor dem probelauf von Mr Perkins wurden der vorfilter und wasserabscheider gereinigt. Mann war da schon wieder ein süff drinnen, sah von aussen aber noch gut aus. Motor läuft und alle anschlüsse sind dicht, ein sieg.
Dann ging es an die ursache, warum die dieselpumpe vergammelt war. Der seewasserbogen und abfluss in den krümmer zur kühlung leckte. Ausgebaut und die teile, schläuche und schellen in entroster gebadet. Damit alles fester sitzt, habe ich den schrumpfschlauch für eine verengung der anschlüsse aufgedampft. Eigentlich ist alles wieder dicht, nur das schnüffelventil oben am bogen lässt ab und zu einen tropfen raus, warum weiß ich noch nicht.

Mauritius ist weiterhin zu, informationen auf der offiziellen webseite waren nicht eindeutig. Menschen von La Reunion sollten einen sonderstatus haben, aber das gilt nicht für mich und nicht für die freizeitschifffahrt. Also große kreuzfahrtschiffe können ihre ladung abkippen, nach einer quarantänezeit. Für alle anderen gilt, sie dürfen kommen und in speziellen hotels vierzehn tage abhängen, das nennt man auch quarantäne. Diese insel benötigt also dringend geld, ist überschuldet und sie wollen meins nicht, soll so sein.

Die erste woche ist beendet. Meine hauptliste ist abgearbeitet, der motor läuft wieder und der dieseltank ist noch leer. Auch muss ich noch einmal auf den mast, eine riggsichtung ist mal wieder fällig. Im schiff ist noch chaos, hat aber noch zeit. Anfang August will ich nach Südafrika, obwohl es noch nicht die richtige jahreszeit ist. Oktober und November sind die monate nach der langfahrtbibel. Somit verplempere ich meinen aufenthalt mit surfen im netz, das lenkt auch ab.

Zum wochenende wollte ich mal wieder etwas leckeres kaufen, kleine getrocknete würstchen, in der richtung carbonossi, nur dünner. Die letzten male waren sie recht lecker und dann nahm die qualität ab, sie wurden fettiger. Nun gestern war es das letzte mal und mein versuch, sie im backofen zu reduzieren, misslang, danach ungenießbar. Zum glück gibt es hier in der marina zwei hunde – ein paar, das zusammen abhängt. Die vier euros für die würstchen wurden zu einem sehr guten tag für die beiden.

Schon sind zwei drittel vom monat Juli um, mal wieder eine gute gelegenheit, das schiff von außen zu säubern. Die große nummer mit dem kärcher. Das letzte mal war er auf der werft im einsatz, das ist auch schon wieder ein jahr lang her. Damals funktionierte er nicht recht, baute keinen druck auf und ging ständig an und aus. Heute war es das gleiche, somit ist es nicht die mangelnde wasserzufuhr. In der hauptdüse ist ein kleiner gummiring und diese dichtung ist gebrochen. Somit kein druckaufbau und das abspühlen des drecks auf dem deck wurde wieder eine schlaucharbeit.
Auf der suche nach gummiringen habe ich auch die haken für die persenning gefunden, nur keine dichtungsringe.
Dann habe ich seit gestern auch den plan nach Südafrika erstmal vertagt. Die bilder, die ich von Durban gesehen habe, sind wohl ein vorgeschmack auf das, was auf uns noch zukommen wird. Die dummen schwarzen plündern alles, legen dann noch feuer und zerstören die infrastuktur. Dann wird es in der nahen zukunft auch nichts mehr zum fressen für sie geben, idioten.

So langsam gehe ich in den beschaffungsmodus und kaufe verstärkt konserven und geld. Nächste woche geht es mit meinem stegnachbarn zum großeinkauf, werden sicherlich über weitere hundert kilogramm werden. Auch habe ich ein paar leckerlies für meine mitbewohner ersteigert. Sie sollten nicht allzu zahlreich werden.

20210719 leckerlie

 

Jetzt kommen wir zu weiteren enttäuschungen, Namibia ist offen, aber: Heute habe ich endlich eine antwort erhalten, unsinniger pcr test, liegen an der mooring, quarantäne und mein dingi muss funktionieren. Die preise sind moderat, aber der yachtclub meinte , dass sie gerade spitzenreiter auf der welt sind, um das virus zu generieren, vierzig prozent der tests sind positiv. Eine antwort von St.Helena ist noch offen. Aber wenn ich  dreitausendsiebenhundert meilen in sechzig tagen von Thailand aus kann, dann auch fünftausendfünfhundert in einem stück. Dafür muss ich nicht durch eine kalmenzone, eher durch das inverse gebiet. Vor fünf jahren war ich auf dem weg zu den Falklands und habe da schon einen bleibenden respektvollen eindruck erhalten.

Und nun was für die SF-pussies und K13, der schon seit jahren eine segeltour um England herum plant. Dieser Franzose hier ist in siebenundsiebzig tagen von Neukaledonien hierher gesegelt, nonstop. Das ganze in einer nussschale von vier metern, macht aber einen einigermaßen entspannten eindruck. Er hat an gewicht verloren und die besucher haben drei pizzas und ein sandwichcroque dagelassen. Inzwischen sind die vielen lokaljournalisten schon wieder abgezogen, und von mir hat er ein bier zum herunterspühlen der pizzas bekommen. Das ganze ist erstaunlich für ein boot seiner größe, immerhin sind es netto sechstausendachthundert seemeilen. Er meinte, hundert pro tag. Da frage ich mich, warum ich nicht schneller bin oder warum ich ein nervöses gefühl habe, nonstop nach St.Helena zu segeln.
Die offiziellen haben mir von dort auch schon geantwortet und es ist zur zeit möglich dort anzulanden. Und die geschichte von dem Franzosen hier gibt mir mut. Mein sichtcheck im rigg ist heute auch schon absolviert, die dirk ist ein wenig belastet gewesen und somit habe ich weitere fünfzig zentimeter am baum verarbeitet. Abschneiden will ich nicht, aber über die rollen in der mastspitze soll frische leine laufen.

20210723 reduziert

 

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Wieder ein weiterer Montag und ich wollte zur tankstelle fahren. Der sprit hier auf der insel hat überall denselben preis, vor einem monat war er aber fünf cent günstiger. Der motor sprang wie immer an, kurz den gang hineingelegt, das getriebe ist auch dabei. Dann die acht festmacher gelöst und rückwärts aus der box, die ich glücklicherweise allein nutze. Kein radeffekt, keine geschwindigkeit, auch nicht bei vollgas. Das gleiche habe ich vor einer woche gegenüber gesehen und sie sind dennoch aufs meer hinaus. Zwanzig meter vor und zurück, manivierunfähig. Nur ich habe gleich geschaltet und zurück in die box.
Ich werde alt und mag nicht mehr ins wasser und tauchen. Wenn es sehr arg kommt, muss ich zwangsweise. Nun versuche ich für ein kleines geld jemanden zu finden, der mir die schiffsschraube säubert.

Nächster tag, es ist ein Dienstag mit sehr viel glück für mich. Mein lieblingsstegnachbar hat sich kurz bereit erklärt zu tauchen, dabei hatte ich ihn nur nach einer information gefragt. Das war supernett, dauerte fünf minuten und der prop war wieder einsatzfähig. Gegen mittag bin ich dann zur tankstelle getuckert, drehte dort noch zehn minuten eine runde, bis der steg wieder frei war. Über dreihundert liter habe ich vertankt, alle roten kanister sind wieder voll und einen schwarzen kanister habe ich vergessen. Also morgen mit dem rad zur tankstelle, auf dem weg vom supermarkt.
Gestern war ich noch bei den häusern der ingenieure. Normalerweise sind sie verschlossen und mit bösem natodraht umgeben, doch ein tor war offen. Von den schönen häusern wurden vier stück vor hundertvierzig jahren gebaut. Dort wohnten und arbeiteten die bauleitung und die betreiber des hafens. Heute sind sie verweist und zugemauert, eines davon hätte ich gern und auf der oberen veranda einen sundowner mit nüsschen zu genießen. Vielleicht werden sie ja wieder zum leben erweckt werden. Leider konnte ich nur ein paar fotos machen, eigentor. Als ich die kamera in die hand nahm, ging das batteriefach auf und ich bemerkte die fallende speicherkarte nicht, mist. Somit war der interne speicher schnell voll.

20210726 haus der ingineure

 

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20210726 haus der ingineure

 

20210726 haus der ingineure wilder garten

 

20210726 haus der ingineure wilder garten

 

20210726 ausblick haus der ingineure

 

20210731 haus der ingineure

 

20210731 grosse plaene

 

Heute zum ende des monats regnet es, das erste mal seit zwei monaten. Also war es heute ein feuchter einkauf, und an der tankstelle habe ich noch einmal zwanzig liter diesel gekauft. Den kanister hatte ich ja gestern beim tanken vergessen. Was man nicht im kopf hat, hat man in den beinen. Kurz noch bei den häusern angehalten, aber die speicherkarte ward nicht gefunden.
Die logge habe ich auch herausgeholt, ich hasse das. Es kommt immer ein schwell salzwasseer ins schiff, es rostet und der einbauort ist auch schlecht zugänglich. Dann das teil in essig gebadet und nach zwei stunden waren die seepocken aufgelöst. Dann wieder ein schwell und hinterher noch mit frischwasser nachgespühlt. Der rostkranz um das echolot macht mir sorgen, sollte doch alles dicht sein, ist ab sofort unter beobachtung.

Jetzt am ersten August fehlt nur noch der große einkauf. Dann werde ich am Mi oder Do hier ablegen. Da Südafrika ausfällt – die nächste verhandlung vom expräsidenten ist mitte August – bleibt vielleicht Namibia, aber wenn es gut laufen sollte geht es gleich nach St.Helena. Das dauert mindestens zwei monate für die fünftausend meilen, also erstmal ist hier funkstille.

Bleibt in freiheit und lasst euch nicht von den Dr Mengele abspritzen.

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La Reunion am Anfang der Warteschleife

Als ich auf Neukaledonien war, bat ich den gutachter des schadens, auch meine gasflasche neu zu befüllen, er kannte das verfahren. Was hat der arsch getan, er tauschte meine schöne eigene neue gasflasche und gab mir eine alte verbeulte zurück. Nur die alte gehörte mir und ich wollte diese in französisch Guyana zurückgeben. Natürlich habe ich ihm den tausch nicht vergütet. Das gute ist aber vor ein paar tagen passiert, die verbeulte flasche konnte ich hier aus La Reunion tauschen. Wenigstens etwas.

Die letzten drei tage habe dann die größten rostflecken um die achterkabine beseitigt. Insgesamt sind fünf farbschichten auf die wunden gekommen und das muss bis europa reichen. Das holz und die solarpanels blieben allerdings an ort und stelle. Wenn ich sie entferne, dann habe ich ein richtig großes projekt. Und der wettergott war gnädig, drei wochen kein regen, gestern war ich mit der farbe durch und heute regnet es.

Ein sehr aufmerksamer leser hat mich angeschrieben. In meinem bericht “Indischer Ozean …”, in der woche zwanzigster bis siebenundzwanzigster März in der routengrafik sind die längengrade abfallend, warum das? Bei zehntausend zugriffen pro monat ist nur ihm das aufgefallen. Ich habe dort manuell die längengerade eingetragen und unsauber gearbeitet, oder gebaerbockt. Und ich werde das auch nicht ändern, ist halt so, ein zeitzeugendokument. Trotzdem einen großen dank an monsieur P. Für so eine wochengrafik brauche ich zusammengenommen eine stunde, jeder wegepunkt will gesetzt sein, später noch einmal editiert werden, das kostet zeit.

Da bin ich über dreitausend meilen von Thailand entfernt und es holt mich schon wieder ein. Was kann das land, nun: es hat den reichsten könig der welt, jedoch jodelt er mit seinem haarem in der brd umher. Thailand ist der zweitgrößte reisexporteur der welt. Leider robbt und kriecht es schon innerhalb der beutel im supermarkt. Sie können landschaft, haben dafür aber nichts getan, vor allem aber können sie plastik in die flüsse und in die meere einbringen. Zusammen mit ihren fäkalien, in den meisten regionen ist ein klärsystem etwas von einem anderen stern. Aber vielleicht sind deshalb auch so viele fische vor deren küste.
Dafür gibt es seit fünf jahren einen antibiotikaresisten keim in der hauptstadt. Sie haben einen gesetzlichen mindestlohn von zehn euro, am tag. Gilt aber nicht für die kinderarbeit. Sie haben eine mäßige schulbildung, aber nur bis zum zehnten lebensjahr. Keine ausbildung und daher nur learning by doing, wenn die werkzeuge wenigstens gut wären. Sie können malen, aber die farben taugen nichts, auch wenn internationale brands auf den dosen kleben. Sie bauen motoren von honda und es ist einfach nur thaischrott.

Und jetzt bin beim thema angekommen. Viele habe mich sicherlich belächelt als ich ‘echo beach’ ins leben gerufen habe. Die thais, die ich gefunden hatte, konnten keinen motor reparieren, sie konnten kein dinghi reparieren, dafür konnten sie aber die hand aufhalten, vorher versteht sich.
Heute wollte ich den motor überholen, den longtail entrosten, es blätterte schon. Betriebsstunden unter zehn, zwei M8 schrauben sind beim lösungsversuch abgerissen. Der antriebsschaft ließ sich lösen und zerlegen. Ein halbes kilogramm, gefühlt, ist er jetzt leichter ohne den rost. Am ende habe ich dann den riss in der schraube entdeckt, die welle ist gerostet, hat sich ausgedehnt und der alumiumprop ist gerissen. Also keine farbe auf den schaft, alles verstaut und beizeiten kann die restaurierung beginnen, nach zehn stunden fahrt.

20210609 thailandmotor

 

20210609 thailandmotor

 

20210609 thailandmotor schraube

 

Mitte des monats Juni und mein paket ist angekommen. Eigentlich schon vor einer woche, nur das marinaoffice hat mich nicht informiert und die letzten tage war es geschlossen. Nun denn, jetzt gibt es keine entschuldigungen mehr. Eine neue dieselpunpe ist dabei, das display vom radar ist angeschlossen und funktioniert. Meinem hauptsponsor für schrauben, kameras, schon die zweite, spannungswandler, bildungsbücher gilt ein fettes doppel danke. Natürlich auch an meine homebase, die mehrfach zollzettel ausgefüllt und das paket gepackt hat.
Auf dem weg zum einkaufen habe ich mal ein paar neue bilder gemacht, wie die bebauung vor hundert jahren hier in Le Port ausgesehen hat.

20210614 alte bausubstanz

 

20210614 alte bausubstanz

 

20210614 alte bausubstanz

 

20210614 alte bausubstanz

 

20210614 altes kino

 

Viel wollte ich kaufen, zum beispiel ein paar led-leuchtmittel, da gestern die lampe über dem naviplatz adé gesagt hat. Mein bestand ist für diese einfache fassung leider aufgebraucht. Im größten zubehörladen für nautische artikel war man hilfsbereit, aber ohne erfolg. Andere lampen wären vorhanden gewesen, nur nicht die, die ich suche. Die anderen sollten aber um das zehnfache von den preisen in der bucht kosten, argument mit der insellage.
Danach zum segelmacher, der einzige, der segellatten vorrätig hat. Nach einer kurzen verhandlung konnte ich fünf meter kaufen und bekomme sechs. Für fünfzehn euronen  den meter.

Meine idee war, ich helfe mal. Wer in den letzten drei jahren hier im hafen war, weiß vielleicht, wovon ich rede. Am hafeneingang liegt ein großes schwarzes rettungsboot mit einem mast. Als ich das zuerst gesehen hatte, dachte ich an die begegnung mit dem australier, den ich in Uruguay kennengelernt hatte. Dieses boot sah nur ähnlich aus. Der mensch hier kommt ursprünglich aus Polen, hatte seine wehrmachtszeit zum selben zeitpunkt wie ich überlebt, und hat dann in den glorreichen westen rüber gemacht. Viele jahre hat er dort gearbeitet, dann lief was schief, er verlor alles und am ende hatte er sich das rettungsboot gekauft.
Vor drei jahren haben sie ihn hier vor der insel hopps genommen und seit dem liegt er hier an der betonwand ohne geld. Viele segler helfen mal aus und auch ich habe lebensmittel abgegeben. Dann habe ich meinen alten rechner aktiviert und wollte ihn abgeben. Nur er hat einen rechner und zwei linke hände, die zusammen gebunden sind für computer. Also ein nullchecker in sachen rechner.
Gestern habe ich dann mal gedacht, ich pimpe seinen rechner auf, den er von einem franzosen bekommen hatte. Er kann kein französisch und das windoof zehn ist in französisch. Es ist so etwas wie ein multimedia display mit eingebautem rechner. Um es kurz zu machen, er hat ein opencpn der neusten version bekommen, die ganze welt auf karte, das tiden programm und ein paar kleinigkeiten. Von meinen beiden mäusen mit kabel hat er eine bekommen. Leider erkennt der bildschirn keine gpsmouse, also für die navigation nicht brauchbar. Zum lernen sollte es reichen. Papierkarten gib es hier nicht mehr. Aber wenn man mit einem rettungsboot unterwegs ist, sollte es machbar und sicher sein.

Wenn menschen keine termine einhalten, werde ich fühnsch, ich mag das nicht. Der pole sollte in zwei tagen seinen rechner abholen und nach fünf habe ich ihn nochmals dazu aufgefordert. Das gleiche mit meiner segellatte, hatte der segelmacher vergessen, also vielleicht übermorgen.
In der zwischenzeit habe ich aus einem verdeckstoffrest eine neue cockpitplane genäht. Das ganze hat zwei tage gedauert und ich musste den oberfaden über fünfzigmal neu einfädeln. Der stoff hat nichts gekostet, der wurde in Thailand auf dem schiff vergessen. Sein erstes leben war eine stolze persenning, das zweite leben als abdeckplane bei der schiffsreparatur mit vielen farbblessuren. Jetzt kommt seine drittes leben, wieder als sonnen- und regenschutz. Außen pfui, sehe ich selten, innen blau. Ringösen habe ich noch genügend, dicke gummilitze ist auch vorhanden und passende haken, nur die finde ich nicht. Morgen kommen die löcher hinein und eine erste installation. Meine derzeitige lkwplane, die ich in Brasilien an einen nachmittag genäht habe, ist halbabgerockt. Sie muss noch für die dinghies dienen, der südatlantik ist ja nicht mehr so fern.

In sechs monaten ist schon wieder weihnachten und heute war es ein guter tag. Gestern habe ich eine neue brauung auf flaschen gezogen und mal wieder geduscht. Dabei habe ich die abwassersumpfpumpe überbeansprucht und gehimmelt, oder fast. Somit war auf der liste, diese auszutauschen. Ein griff in die ersatzteilkiste und es war recht schnell am morgen erledigt.
Die beleuchtung im bad war schon seit zwei monaten defekt, ich kenne die stelle schon. Im teilfeuchtbereich gammelt das kabel, neu abisolieren und schon ward es wieder licht, bis zum nächsten mal. Dann kam noch der segelmacher und brachte mir meine segellatte. Die ist dann morgen fällig, wenn kein wind weht. Und zu guter letzt habe ich acht ösen in den neue sonnenschutz eingearbeitet. Ein guter tag.

Dann komme ich zur schattenseite, die mir jetzt immer deutlicher wird, seitdem ich hier bin. Das internet ist super, der platz kostet ja auch zur genüge. Zum einen nervt mich die offensichtliche zensur während the great reset. Falls es ihr noch nicht gemerkt habt in dieser plandemie, die keine ist, dass viele alternative medien durch abschaltung mundtot gemacht werden. Wenn jemand so zensiert, hat er was zu verbergen. Der dreck und die scheiße müssten eigentlich schon über deren ohren stehen. Alle maßnahmen wurden durch falsche zahlen erlogen. Man stahl einfach mal so über ein jahr von den menschen. Und wenn diese vielleicht auch mal wieder aufwachen, werden sie feststellen, dass die schulden sich mehr als verdoppelt haben. Sie werden dafür zahlen müssen und bluten, wenn sie den gentest der impfung überleben.
Der zweite teil der zensur ist feiner und genauso schlimm. Je nachdem, womit ihr bei der suchmaschine einsteigt oder im videoportal, bekommt ihr weitere vorschläge. Themen mit dem inhalt autos, krieg, konsum, wetter oder andere banale anfragen werden mit weiteren themen dazu vorgeschlagen. Nur wenn ihr gegen die herrschende meinung anfangt, kommt man nichts mehr vorgeschlagen. Dann kommt man von kuchenbacken auf arschbacken. Das war noch vor zwei jahren anders, meinungen durften vertreten werden und damit ist jetzt schluss. Eine neue agenda wird schon angefahren, ich bekomme immer mehr wettervorhersagen mit extremen vorhersagen. Der klimalockdown wird hier schon mal angerührt. Gestern bemerkte ich, dass mir immer wieder videos aus thailand vorgeschlagen wurden. Der inhalt sind mir unbekannte staustufen in flüssen, durch die lastkähne mit untermotorisierung oder überbladung fahren und es nicht schaffen, kentern oder andere schiffe rammen. Früher gab es regelmäßig dashkameraaufnahmen aus russischen autos über sehr dummes verhalten. Gibt’s nicht mehr, russland bashing läuft heutzutage über die offiziellen lückenmedien. Selbst wenn ich nach russischen autounfällen suche, bekomme ich fast nichts, nur das wetter von vor fünf tagen.
Denk mal darüber nach, bald ist das auch verboten.

Wieder ein Montag und ich habe mir vorschläge durchgeträumt. Heute morgen war ich noch voller hoffnung, nach Mayotte zu segeln. Die insel liegt nordwestlich von Madagaskar. Tausend meilen umweg nach Südafrika, aber dort könnte ich ankern und das spart achthundert euronen im monat. Das essen ist hier schon teuer genug.
Nur hat Mayotte seit zwanzig tagen schon wieder einen covidblödsinn erarbeitet. Entweder geimpft oder mit einem triftigen grund darf man einreisen, und nur dort zu ankern ist keiner. Die hirne auf der welt schrumpfen täglich, neue böse variante aber keine zusätzlichen tote, wie geht das. Außerdem müssten sie ja das virus vollständig sequenzieren, bei allen vorkommen und das ist teuer und dauert. Dauert heißt fast eine woche und die kosten liegen um zweihundert euronen. Eine variante hat nur eine abweichung von null komma drei prozent, das ist auch bei vierzigtausend rna informationen nicht viel. Also um es kurz zu machen, die üblichen verdächtigen lügen auf teufel komm raus.
In meinem enthusiasmus heute morgen habe ich die neue selgellatte eingezogen und gekürzt, die baumpersenning richtig montiert und mein neues altes blaue cover festgetüdelt.

20210628 sonnenschutz

 

20210628 sonnenschutz

 

 

Bleibt in freiheit und lasst euch nicht totspritzen.

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La Reunion weiter reparieren

Das großsegel steht als nächstes auf der liste, die dritte latte muss wieder an ihren platz. Hätte ich richtig hingeschaut, hätte ich die lattenaufnahme nicht demontieren müssen. Die war nicht vorn durchstoßen worden, somit hatte sich die latte dort nur herausgemogelt. Doch bevor ich den mast ein wenig hinaufsteigen wollte, war die untere stufe abgegammelt. Von den sechs nieten war nur noch eine halbaktiv. Dabei sind sie erst sechs jahre alt.
Dann als nächstes das abschrauben der vorderen lattenaufnahme und der akt fing an. Die verwendung von linsenkopfschlitzschrauben ist mist. Ist der schlitz verknittelt, kann auch keine grippzange dort fassen. Am ende war das zusammenspiel des zweikilohammers mit dem schlagschrauber erfolgreich. Das hat stunden gedauert und hätte nicht sein müssen.

Nur seit zwei tagen weht es hier aus der falschen richtung, somit muss das segel noch warten. Ich habe ja zeit.

Der typ in Spanien mit seinem defekten radar ist dreist, es ist noch auf dem weg zu ihm und schon hat er es wieder identisch bei ebay eingestellt. Aber nun habe ich ein anderes in norddeutschland gekauft und hoffe, dass es hier auch funktioniert.
Das gibt wieder mut und so habe ich am Fr mich an das großsegel rangemacht. Die dritte segellatte ist wieder im slot, die erste reffleine ist erneuert und gleichzeitig habe ich es im baum mit dem dritten reff getauscht. Vorher hat das erste das dritte abgequetscht und das seil war nicht durchsetzbar. Von der arbeitsseite ein gutes ergebnis, aber ich muss noch die vierte latte besorgen.
Und dann ging es mit dem stegnachbarn und zwei weiteren personen auf seinem schiff hinauf aufs meer. Seit langem mal wieder segeln. Das war sehr sportlich, nass und ok bei fünfunddreißig knoten. Nur seinen plan, mit dem schiff um die welt zu segeln, habe ich ihm ausgeredet. Ein boot, das nasssegelt, ist hier um die insel brauchbar, nur im südatlantik hört der spaß auf und fängt das frieren an.

Das wochenende ist vorbei und ich habe gestern nach einem brett gesucht. Die europaletten hier haben in der mitte genau das richtige und einen haufen mit kaputten paletten habe ich auch eine gute gefunden. Dieses holzteil ist nicht mehr schön, die nägel darin sind abgerostet, dennoch reicht es für das grüne dinghi. Das plastikbrett hielt gerade mal von gestern bis vorgestern und das neue holz macht es hoffentlich länger.

20210512 beachrepair

 

Das leben geht hier weiter, ich habe heute mein altes display zurückbekommen. Das gute an dieser insel ist, dass sie quasi in Europa liegt, das departement neun sieben vier ist somit ein vorort von Paris. Aber so gelten auch hier ein paar richtlinien aus Brüssel. Mein radar fällt unter eine neue verordnung, so etwas wie krumme gurken geht auch nicht mehr. Hoffentlich geht mein neuerwerb eines alten systems aus norddeutschland, mal sehen.

Inzwischen habe ich auch die genua abgenommen und neue wollfäden angeklebt. Die alten fahren schon seit jahren mit, für mich die beste art, das segel zu trimmen. Aber das augenmerk ging auf die rollanlage, diese dreht nicht mehr so schön. Schwarze plastikteile habe ich nicht gefunden, aber das system mit viel wasser gespült. Leider keine veränderung, aber ohne seil dreht es gut. Somit müssten es beim aufrollen zu überläufern oder verklemmungen kommen.

Ein neuer ausflug, diesmal in den süden der insel. Eine stunde auf schnellstraßen und dann nur noch dreißig kilometer, hat auch eine stunde gedauert. Serpentinen rauf und runter, teilweise einspurig und durch drei meter hohe tunnel, auch einspurig. Gebaut wurde diese strasse nach Cilaos in den dreißiger jahren. Am ende waren wir in einem alten vulkantal. Ein kurzer abstecher zu einem wasserfall und ein blick durch ein loch in einer lavawand. Verdammt grün ist dieser teil der insel und schön, auch wenn die wolken über dem berg kamen.

20210519 cilaos kraterrand

 

20210519 cilaos kraterrand

 

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20210519 cilaos kraterrand

 

20210519 cilaos ort

 

20210519 cilaos ort

 

20210519 cilaos ort

 

20210519 cilaos wasserfall

 

Zwei drittel vom mai sind um, es ist Sa und ich habe wieder gebastelt. Der zweite abschnitt der deckskosmetik war an der reihe. Als ich das deck mit farbe und sand vor zehn jahren gestrichen hatte, dachte ich, es hält für immer. Nun, heute ist nach immer. Ein kleiner schaden im lack, wasser dringt ein und der chemische prozess der eisenoxidation beginnt. Besonders gut ist es im bereich der schwarz-weiß stellen, wo der edelstahl mit dem deck verschweißt wurde. Ich war heute in der ersten runde mit hammer und meißel unterwegs und die schichten waren schwarz. Danach noch eine runde mit der flex, nicht so gründlich, wie es sein sollte.
Viele stellen hatte ich in Neuseeland und in Thailand auf der werft schon bearbeitet, das ergebnis ist enttäuschend. Entweder ich pfusche immer – oder die luftfeuchtigkeit war zu hoch, die farbschichtdicke zu gering oder, wen würde es wundern, Thailand kann auch keine farben. Das nächste mal ist einmal sandstrahlen fällig, richtiges, kein thailandnassstrahlen.

Die nächsten tage waren eher ruhig, fettwartung der wellen und kleinreparaturen. Das deck ist vom bug bis zum achterkabinenanfang überarbeitet. Der bereich des restes steht noch an. Das thema vierte segellatte ist so gut wie gelöst, nur ich will noch nicht. Verkaufen will der segelmacher nicht fünf meter, sondern die ganzen sechs meter, mal vierzehn euronen. Viel geld für ein wenig plastik, muss aber bald sein. Die zweite näharie der sprayhood wegen übersehener löcher erfolgt erst nach der ankunft meines paketes aus Europa. Dann kommt auch eine neue dieselförderpumpe und ein radardisplay. Soweit zur reparatur.

Dafür war ich vor zwei tagen in der hauptstadt der insel, St.Denis. Ich wurde am stadtpark abgesetzt und abends wieder eingeladen. Stadtpark klingt groß, ist es vielleicht für diese stadt auch, dreihundert mal dreihundert meter mit altem baumbestand, einem museum und künstliche teichanlagen.

20210527 st denis stadtpark

 

20210527 st denis stadtpark

 

Dahinter ging es in die stadt hinein durch die alte hauptstraße. Um die mitte des achtzehnten jahrhunderts konnte man offenbar richtig viel kohle mit sklaven und zucker machen. Die schönen villen, oft aus holz, die noch stehen, zeigen den ehemaligen reichtum. Was ich nicht gefunden habe, war ein supermarkt. An einem kiosk konnte ich ein wasser erstehen.
Aus der ferne habe ich die brauerrei vom lokalen bier Bourbon oder Dodo gesehen, heute in besitz von heiniken. Also: eine besichtigung wird nicht stattfinden, schlimmes industriebier.
Ich bin kreuz und quer gelaufen, das eine oder andere war nett, aber ich muss da nicht wieder hin. Und maske tragen im park, wie dumm. Aber wenn man sitzt darf man sie abnehmen, idiotisch.

20210527 st denis

 

20210527 st denis

 

20210527 st denis

 

20210527 st denis markthalle

 

20210527 st denis villa

 

20210527 st denis villa

 

20210527 st denis villa

 

20210527 st denis villa

 

20210527 st denis villa

 

Dann war da noch die idee, das schiff an land zu stellen. Auf den ersten blick verlockend, man spart sechzehn euro am tag. Nur der travellift kostet dreihundertfünfzig pro bewegung, aufgrund des gewichtes des schiffes. Das halte ich für keine geeignete bemessungsgrundlage, die arbeit ist die gleiche wie für ein leichtes schiff. Dann kommen noch die stützen für das schiff von einer externen firma hinzu, im monat zweihundert euros. Wasser und strom sind inklusive, nur wohin mit dem abwasser. Unterm strich ist ein breakeven ab dem dreiundsiebzigsten tag und somit ist die kröte geschluckt. Ich bleibe im wasser.

Meine doradelüfter sind auch zerlegt, die unteren rostigen teile sind abgeflext und die lufttrichter wandern in den ersatzteilpool. Am letzten tag im Mai ist nun auch mein ersatzteilpaket auf den weg gekommen. Mal sehen wie lange es braucht. Dann geht es mit größeren schritten weiter.

20210522 doradeluefter

 

Bleibt in freiheit und lasst euch nicht totspritzen.

 

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La Reunion, ankommen, erholen, reparieren

Nach den sechzig tagen auf see und ohne positiven kontakt zu anderen menschen muss ich mich erstmal wieder an diese spezies gewöhnen. Die segler hier sind nett und freuen sich, dass einige andere die insel im ozean auch finden.
Ich bin nun schon eine woche hier und fange mit dem beheben des ersten schadens an. Zwar habe ich festgestellt, dass ein törn von dreieinhalbtausend meilen ohne radar machbar ist, nur meine idee zur sicherheit ist eine andere. Also beheben.

Dann habe ich mir heute ein paar blaue flecken zugefügt. Ich musste mich mehrfach kneifen, ob ich nicht träume. Auf einer kleinen straßenkreuzung habe ich über einen euro in fünfundsiebzig münzen sowie einen halben franc gefunden. Ob das was besonderes auf sich hat, werde ich noch herausfinden.

Als ich vor einer woche in den hafen einlief, hatte ich super glück mit dem wetter. Gestern und heute rollen riesige wellen an das ufer und in den hafen. Für die ortsansässigen ist das normal, es gibt vorher eine wetterwarnung. Nur mein boot tanzt wie wild am steg, vorwärts, rückwärts und seitwärts. Dabei kann ich hier keine wellen sehen.

20210420 hafen

 

20210420 hafen

 

20210420 hafen

 

20210420 hafen

 

20210420 hafen

 

Es wird jedesmal anstrengender, wenn ich nach einem trip wieder ans festland komme. Diesmal hatte ich eine sehr lange zeit mit mir und nun bin ich im spiel zurück. Nur das ganze szenario auf der welt geht mir sehr auf den sack. Das internet hier ist sehr gut und mein hunger an neuem input riesig. Das neuste, was ich gefunden habe ist: ich mache da nicht mehr mit. Nur das ist mein thema, seit dem ich meinen job geschmissen habe und nicht mehr für die zinseszinsen anderer arbeite. Wie wird es weiter gehen, und da fällt mir nur ein, irgendwie.

Hier am schiff stagniert es allerdings, meine liste der arbeiten ist lang und das anfangen damit sehr schwer. So war es gestern besser, einen ausflug mit meinem stegnachbarn zu machen. Aufstehen um sechs und ab in den berg, für die menschen hier eine leichte anfängertour. Diese zwei stunden kurz rauf und runter bescherten mir heute einen fetten muskelkater, allerdings in den waden und nicht wie sonst im hintern. Die insel ist nicht so klein wie auf der landkarte. Man fährt und in kurzer zeit ist die landschaft wie auf Madeira und nach einem kilometer ist dann Südfrankreich feeling. Wenn da nicht der verkehrsstau zwischendurch wäre. Die fahrt rauf auf den anfang der kleinen route ist wie die überquerung der alpen auf den alten straßen mit kleinen mauern am rande. Halt die zeit vor der leitplanke.

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Mein radarsystem kann hier nicht repariert werden und es gibt es auch nicht mehr in europa wegen irgendwelcher eu-richtlinien. Der tipp war dann, ich möge auf der restlichen welt ausschau halten. Jetzt drei tage später wurde mir geholfen, ein dicker fetter dank dafür an Hans. In Spanien verkaufte einer das display und nun wird es bis nach Frankreich verschifft zu einem sehr hohen kurs, die kröte ist aber auch schon geschluckt.
Somit könnte ich ende April mal anfangen, meine liste anzugehen. Vielleicht morgen.

20210420 themroc

 

Das war ein eigentor zum ersten mai. Am Samstag wollte ich noch schnell einkaufen, aber die straßen waren leer, überall leere parkplätze. Alles war zu, auch der bäcker, nur der fish and chips laden war mit einer zehn meter warteschlange besucht. Das gute ist aber, dass heute am Sonntagmorgen die supermärkte offen sind. Allerdings war die schlange zwanzig meter lang und fünf beim bäcker.

Und somit habe ich am tag der arbeit mit der sprayhood angefangen. Viele flicken und die nähmaschine macht auch wieder mit. Der fehler lag nicht an der maschine, sondern an den materialien, die bei der produktion verwendet wurden. Teilweise wurde tape benutzt, um die einzelnen teile zu fixieren. Nach sieben jahren wird der kleber aber weich und die nadel sticht mit der schmiere in den stoff. Dabei bleibt der faden hängen und reißt. Mit einer stärkeren brille hätte ich es auch vor einem jahr sehen können.

Was schön ist, ich finde hier ein paar menschen, die deutsch sprechen. Nach einem jahr ist das recht gut, besonders wenn sie aufgeklärt sind und den coronamist nicht glauben. In Indien gibt es ab gestern ein redeverbot über dieses thema. Mal sehen, wann es in der agenda in der brd angekommen ist. Der beste ausspruch der letzten woche, “verzweifeln sie ruhig, aber zweifeln sie nicht”. Der shitstorm war gewaltig, von denen die denken lassen.

Veröffentlicht unter Reise_2021 | 2 Kommentare

Indischer Ozean zum Zweiten, Äquator zum Dritten

Zweiter Februar und ich bin noch nicht weg. Zum einen habe ich gestern wieder geld kaufen müssen, und da man pro transaktion mit einem fixum abgezogen wird, habe ich den vollen betrag von dreihundert euronen genommen. Das muss nun investiert werden.

Dazu kommt heute, dass ich zwei motoren wieder zum laufen gebracht habe. Gestern musste ich zwei drittel der strecke zum pier rudern und die ganze zurück. Nervend, schweißtreibend und mit unflätigen schreiattacken verbunden. Zündkerze funkt, also den vergaser abschrauben. Gereinigt, düsen mit einem draht gesäubert, und siehe da, Echo läuft wieder. Der zweite kandidat war der hilfsgenerator für den ernstfall. Wollte auch nicht, bezinfilter im tank zu, düsen verdreckt, aber nach einer weile lief auch er wieder. Nur mit der stromproduktion ist es schwer, da muss ich noch nachbessern.

Am achten tag des monats februar konnte ich mich aus der drecksbucht lösen. Das ziel war Patong Bay, der oberballermann und puff von Phuket. Der erste trip verlief recht unspektakulär, die genua konnte den motor unterstützen. Für ein paar minuten war auch ein reines segeln möglich, unkontinuierlich. Immerhin bin ich nach vier stunden hier angekommen, landgang ist morgen.
Nur hier ballert niemand mehr, die fünfzigtausend-betten bucht ist leer, die zwei prozent nutten laufen trocken. Wenn jemand hier gespartes geld hatte, so ist es aufgebraucht. Zur sylvesternacht liegen normalerweise zweihundert schiffe in der bucht, um das feuerwerk zu sehen. Heute sind es fünf, mit mir. Der strand ist leer, wie Travemünde bei regen im januar. Tote hose ist da noch geschönt.

20210207 patong bay

 

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Etwas gutes hat die bucht, einen sichtbaren grund. Für mich ist das seit über einem jahr nicht gewesen. Auf der anderen seite im ort sind zig verlassene querstrassen, hunderte geschäfte sind zu. Tausend familien haben nichts zu beißen, eventuelle rücklagen sind aufgebraucht. Ab in die verschuldungsfalle.
Die vielen leeren einkaufspaläste wären ein guter platz für zombie filme. Somit kein gedränge an den kassen und im supermarkt noch immer volle regale. Aber nur ein paar geschäfte im erdgeschoss sind geöffnet.
Am abend dann noch ein erster strandspaziergang barfuß im sand nach jahren. Was habe ich in der letzten zeit nur getan.

20210208 patong stadt

 

20210208 patong stadt

 

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Am nächsten morgen auf in richtung norden, um mich den inseln zu nähern. Leider nur ein unbestimmmter wind und der drehte x-mal. Das ausgeguckte ziel auf der karte war eine täuschung. Somit habe ich in strandnähe geankert und mit der aufgehenden sonne ging es weiter. Der direkte weg waren vierzig meilen. Wieder windstille und am abend habe ich mir eine mooring geangelt. Sah alles recht nett aus, schöne neue landschaft.

Aufwachen um zehn durch rufe, park rangers, acht leute in einem boot. Sie wollten mein ticket sehen oder ich müsse das gebiet verlassen, sofort. Es gab eine stunde aufschub. Sean hat das ganz anders beschrieben und ich wollte ihn hier treffen.
Auf der nächsten insel, selbes gebiet, gleiches spiel. Wenn ich ein ticket für dieses gebiet habe, kann ich bleiben, aber das gibt es nur auf dem festland. Die reise hierher hat mich vierzig liter gekostet, danke. Aber ich darf bis morgen früh hierbleiben und mein radar reparieren.

Mein großes problem, das radar hat seinen geist aufgegeben, gestern noch den begrüßungsbildschrim mit alles OK gesehen und dann zappenduster aus. Eine reparatur in diesem land ist ein doppel-minus-null spiel. Meine entscheidung ist also, ohne nachtaugen weiterzufahren und weit raus auf’s meer.

Dieses naturreservat ist eigentlich eine schöne alte landschaft. Das meer hat viele millionen von jahren dafür gebraucht. Der felsen am eingang sieht beim heranfahren aus wie eine schildkröte. Ansonsten geschliffene und gestapelte felsen. Was mich stört sind die ranger, die mit ihren sechzig ps zweitakt-motoren umherjuckeln. Dazu kommen noch speed-katamarane mit touristen. Warum müssen sie mit über zwanzig knoten in die bucht einfahren. Viel zu schnell für schildkröten, die hier geschützt werden sollen.

20210211 naturpark

 

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20210211 naturpark

 

Ab jetzt beginnt der teil der ozeanreise. Also los, mein ziel ist La Reunion direkt. Das bedeutet, dass ich acht breitengrade nord, zwanzig breitengrade süd und dreiundvierzig längengerade bewältigen muss. Die distanz ist netto dreitausendzweihundert meilen, ungefähr. Die bruttoseemeilen werden mehr sein.

Tag 1 auf dem meer
Mooring fallen gelassen und pünktlich vor acht uhr raus, wie mit dem ranger vereinbart. Kaum wind, alles unter zehn knoten, da ich weg muss lief der motor oft. Wieder ein hoher verbrauch und es riecht nach diesel im motorraum. Zuerst dachte ich an eine kleine leckage, ein bißchen diesel in der motorwanne. Dann ein scharfblick in die schwabbende bilge, mist. Leichte panik auf den zweiten blick, alles trocken auf der einspritzseite. Nur die dieselförderpumpe hat eine salzkruste und nach einem wisch kam das gute teure nass.
Die erste nacht war schlafen mit der eieruhr und sie verlief unruhig mit wilden träumen. Von pumpen, diesel und meiner schusseligkeit.

Tag 2
Ein kaffee zum anfang und dann auf fehlersuche gehen. Der deckel von meiner dieselförderpumpe ist durchkorrodiert, reparatur schlecht machbar, alles vernietet. Also ausbau, säubern und mit dichtungsmasse und einer dicken pappdichtung von oben versiegelt. Zum festigen noch zwei kabelbinder herum.
Ich habe noch irgendwo eine ersatzpumpe, finde sie nur jetzt nicht. Dauer der reparatur vier stunden in zwangslage, diesmal zum glück kein wind.

Diese lösung hat keine fünf minuten unter belastung gehalten, der deckel ist der druckbereich. In einer halben stunde ein halber liter tropfend, ist auch nicht akzeptabel. Aber auf der suche nach der ersatzpumpe habe ich eine dieselleitung gefunden. Am einen ende die passende verschraubung und am langen anderen ende ein aufgelötetes röhrchen, bestens. Jetzt läuft der diesel durch meine filter und die neue dieselleitung ist direkt am motorfilter. Da ich einen tagestank habe, der über dem system sitzt, geht was mit der erdanziehungskraft, glück gehabt.

20210215 dieselnotloesung

 

Tag3
Die leichte brise fing in der nacht an, aber unbrauchbar. Dann am morgen start mit allen segeln und es fing an. Zwei, drei, vier knoten achterlicher wind pustete in die richtige richtung. Das brauche ich, in den kalmenbreiten wird es schwer werden.
Wie schon vor zwei tagen kamen delphine zum schiff. Das erste mal seit über einem jahr. Mein nächstes projekt ist leere plastikflaschen sammeln, irgendwohin muss die brühe aus der bilge. Meine idee in internationalen gewässern zu lenzen oder das zeug zu verklappen habe ich fallen gelassen.
Der letzte einkauf an frischen lebensmitteln war vor über zehn tagen. Es beginnt schon der rott im kühlschrank. Die nächsten tage heißt es, alles aus dem kühlschrank zu essen oder es über bord zu werfen.
Hätte ich man mal die windsteuerung vorher gecheckt, sie will nicht so recht. Das pendelruder ist verstellt und das gegengewicht nicht justiert. Wird auch in der kalmenzone geregelt.
Das gute an diesem tag, um sieben uhr abends habe ich das gebiet von Thailand verlassen. Wieder einmal habe ich mich verpisst und nicht ausklariert. Die strafe von dreihundert euro für das überschreiten der zollverlängerung ist für mich nicht einzusehen. Die erklärung ist kostenfrei und die strafe beträgt einen monatslohn eines thais.
Vor sonnenuntergang sehe ich noch eine ölplattform, vom regen in die traufe. Kein wind und somit treibe ich. Doch um vier uhr morgens höre ich ein lautes signalhorn. Es ist entweder von einer weiteren plattform oder von dem treibenden öltanker, den ich auf dem ais entdecke. Motor an und bis sonnenaufgang vorwärts getuckert.

Tag4
Morgens beim segelsetzen kamen die ersten fischer aus Indonesien, freundliches winken. Danach noch zwei rutscher am groß getauscht. Zu wenig wind kostet auch erheblich material. Dieser windhauch setzt sich fort, das schiff macht nur zwei bis drei knoten, zum glück gibt es keine wellen. Außerdem beginnt jetzt die fastenzeit, kein alkohol und fleisch mehr im proviant.

Tag5
Noch bin ich in der Andamansee und die ersten fliegenden fische fliehen vor Themrocs rumpf. Ab morgens um neun kommt der erste brauchbare luftzug, die geschwindigkeit steigt auf vier bis sechs knoten.
Ich mache gerade frühstück und der schwarze leutturm in der ferne erweist sich als kriegschiff. Kontaktaufnahme, mein VHF funktioniert wohl wieder. Wer woher wohin wie viele, herkunftshafen land. Danke für die kooperation.
Das radar war mal kurz da, wollte aber noch nicht so recht. Dann die erste etappe erreicht, der grosse kanal bei Sabang, das tor zum Indik. Diesen meerenge nehmen mit mir auch zwanzig andere große schiffe, teilweise ist es eng.
Der wind nahm weiter zu und ich war doppelt so schnell wie gedacht. Zum sonnenuntergang war im indischen ozean.

Tag6
Der nächste wegepunkt ist in fünfhundert meilen entfernung. Die letzte nacht war nicht gut, achterbahn fahren, viel wind und speed im boot. Das gute daran ist das etmal von hundertzweiundvierzig. Das ist, glaube ich, das beste auf der ganzen reise bisher. Der fünfte breitengrad nord ist auch schon passiert.
Die nacht fing noch einmal spannend an, drei schiffe in meine richtung, alle sollen mich mit einem abstand von unter einer seemeile passierren. Und am horizont bauen sich gewitterwolken auf. Als ich gerade den ersten schlaf um elf gefunden hatte, legte das schiff einen sprint hin. Ich konnte gerade noch die schlafutensilien nach unten retten und das gewitter brach los. Schnell die genua bergen, nasse sachen ausziehen und die eimer holen. Das ist das abschiedsgeschenk von Indonesien.

Tag7
Die ausbeute der nacht waren fünfunddreißig liter wasser in zehn minuten. Das nimmt ein wenig den druck, ohne wasser zu sein, wenn man den watermaker nicht unbedingt anschalten möchte. Das schlechte ist, dass der wind nun aber gegangen ist.
Gegen mittag habe ich den vierten breitengrad unterschritten und bin in internationalen gewässern. Der schlafrythmus der letzten nacht war ein fünfundvierzig minuten takt. Das passt gut, wenn ich das AIS nutze. Schiffe in sechzehn meilen entfernung werden registiert und das dauert eine stunde bis zu mir. Ich freunde mich gerade gemächlich mit dem system an. Hier draußen gibt es keine fischer mehr und nur noch große schiffe. Der nachteil des systems ist die errechnete angst. Je nach einstellung wird ein warnton als sirene ausgegeben, das holt einen sogar vom klo herunter. Und dann ist die naheste annäherung in einer viertelstunde mit einer meile abstand. Da muss ich noch nachjustieren.

Woche1
Was hat sie gebracht? Viel diesel verbraucht und vierhundertneunundsiebzig seemeilen gefahren. Aber das waren nur nettomeilen, da ich voll auf dem kurs war. Die woche zuvor, also in der woche 0, als ich Chalong Bay verlassen habe waren es neunzig, .

woche1 ind

 

woche1 ind meilen

 

Tag8
Die nacht war wiedermal schlecht. Am abend wollte noch einmal wind kommen, aber zu kurz. Vor mitternacht habe ich das zeug zusammengerollt und versucht, weiter zu schlafen. Die wellen rollten das schiff hin und her. Am morgen dann glattes wasser mit wellen.
Motor erstmal an und um zehn kam dann ein lüftchen, wurde später brauchbar.
Nur um fünf war schicht im schacht, zu wenig wind, zu hohe wellen, segel flappen dauernd, also bergen. Durch die nacht wird es wohl wieder treibend sein.

Tag9
Gerade als der wecker klingelte, fing der regen an, der zweite kräftige. Diesmal hatte ich keine eimer aufgestellt, würden bei der welle eh umfallen. Dafür gab es zum sonnenaufgang den dritten regen und wieder vierzig liter wasser für den tank. Ich habe die zeit für eine regendusche genutzt, nicht so ganz warm, aber es ging. Nur ich treibe im kreis, kaumst wind.
Um zehn kann dann wieder ein lufthauch, diesmal aus ost. Seit dem ersten großen regen ist der nordost monsum kaputt. Zuerst aus nord, nun aus ost und die wellen passen überhaupt nicht dazu. In der welle flappen die segel, das kostet.
Am nachmittag noch einmal regen, aber nicht so stark. Mit einer kleinen genua ging es in die nacht und die war für mich ausnahmsweise mal gut. Viel schlaf gefunden. Das reiseergebnis war untermies, schlimmer als der tag zuvor, nur sechsundzwanzig meilen, viel zu wenig.

Tag10
Wieder kaum wind, die segel stehen nicht, und so nutze ich nur die genua zu hundert prozent – und das ausgebaumt. Der sound von flappenden segeln, die knallend wieder aufgehen, schreckt mich jedesmal. Die geschwindigkeit ist, wenn es gut läuft, zwei knoten, zu wenig.
Dafür habe ich um ein uhr mittags den bereich des zweiten breitengrades nord erreicht.
Am nachmittag endlich wieder richtig segeln, mit beiden tüchern. Das groß bleibt im ersten reff und die genua ist auch nicht voll draußen, der kurs verbietet es. Aber immerhin um drei knoten.

Tag11
Nichts passiert, außer dem ersten toten und das schon vor tagen. Ein kleiner tintenfisch von vier zentimeter länge klebte an meinem mastfuß. Der muss die hunderfache länge seines körpers aus dem wasser gesprungen sein, und da ist er auch wieder hin.
Die letzten drei tage waren sehr anstrengend, im durchschnitt nur dreißig meilen, kräftezährend. Und der heutige tag wird nicht besser werden, es ist schon nachmittag.

Tag12
Es gab wieder regen in der nacht, also weiterschlafen unten auf dem fußboden. Am morgen dann ernüchterung, bleierne glatte see mit ein paar wellen darin. Der motor lief drei stunden um die batterien wieder zu verfüllen, und danach war wieder der zustand treibend angesagt. Da es noch immer wallungen im wasser gab, habe ich die bilge nicht ausgesaugt. Einmal geschwabbt und die sauerrei mit der brühe im schiff ist riesig. Gestern waren es achtunddreißig meilen, wenn das so weiter geht, dauert es noch sechzig tage bis zum ziel.
Kaum hatte ich dies geschrieben, kam der wind zuerst um fünfundzwanzig plus aus einer gewitterwolke. Alles super, fünf knoten nur mit der genua. Eine weitere halbe stunde später, wind aus der anderen richtung, dreißig plus. Auch alles super, nur danach kam der wind aus meiner zielrichtung. Ein herumgeeiere, egal was ich versuchte, entweder ging es nach osten oder nach nordwest. Meine richtung ist immernoch südwest. Am ende lief der motor mit, der wind war fast weg und die richtung konnte im ansatz verfolgt werden. Heute mal nicht nur netto meilen.
Zum sonnenuntergang war der wind wieder weg, das meer recht platt, aber es gab eine unschöne strömung. Diese wird wohl die früchte des tages wieder verzehren. Und etwas gutes passierte heute doch noch, meine logge funktioniert wieder, erstmals seit der abfahrt von Thailand.

Tag13
Nomen ist omen. Die schönen meilen von gestern sind in der nacht zusammengeschmolzen. Heute am morgen bin ich wieder an der position von gestern morgen. Die gegenströmung hat ganze arbeit geleistet. Jetzt ist motorsegeln angesagt, der wind ist nicht ausreichend, und das ziel sollte der bereich des ersten breitengrades sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der hintere tank bereits leer ist und der weg noch sehr sehr weit.
High moon und ich bin dort, wo ich gestern zum sonnenuntergang war. Zum glück habe ich heute nicht noch einmal die große styroporbox gesehen, an der ich gestern dreimal vorbei gesegelt oder getrieben bin.

Tag14
Die letzten beiden tage waren ein kräftiger tritt in den arsch. Drei schritte vor und zwei zurück. Nach meiner information sollte es keine strömung aus der richtung geben, in die ich fahren will. Von den dreißig meilen sind am ende nur zehn netto übriggeblieben. Heute ist wieder schneckentempo an der tagesordnung, sei denn, eine dunkle regenwolke kommt daher. Dann ist innerhalb von zwanzig sekunden die geschwindigkeit von ein auf sechs knoten gestiegen, mit entsprechender schräglage. Eine viertelstunde später überholen mich die wasserschnecken schon wieder.
Der wind war mäßig und hielt an, halt nur nicht schnell. Dafür konnte ich die position innerhalb des ersten breitengrades nord halten. Fünfzig meilen weiter und der äquator rückt näher.

Woche2
Ich denke noch sehnsüchtig an die beiden tage mit über hundertundzehn meilen der ersten woche zurück. Die summe der beiden tage ist das ergebnis dieser woche. Davon muss man nur noch zwanzig prozent abziehen, damit die nettomeilen hervortreten. Die gegenströmung hat es in sich, nicht nett.
Und ich habe noch nie soviele schiffe auf dem ozean gesehen, seit ich in europa abgelegt habe. In zwei wochen mehr, als in den letzten sechs jahren zusammen. Ich befahre gerade die route asien-südafrika. Alle schiffe, die von oder nach europa und südamerika wollen und die zu groß für den kanal sind, kann man hier treffen.

woche2 ind

 

woche2 ind meilen

 

Tag15
Ein guter tagesanfang beim sonnenaufgang. Ein segelndes schiff, nicht flott, aber immerhin etwas, um drei knoten durchs wasser. Das ganze blieb bis zum sonnenuntergang, teilweise auch gute vier knoten, sonnenschein und ein paar wolken. Ein sehr guter tag. Am abend habe ich dann auch noch den ersten breitengrad nord unterschritten.

Tag16
Ich bin in der dämmerung aufgewacht und kurz darauf fuhr das schiff fünf knoten. Leider nur für kurze zeit. Etwas später hatte ich wieder zwei volle eimer in zehn minuten. Es ist auch die feuchsteste fahrt seit europa, aber ok, denn ich kann das wasser gebrauchen. Am späten vormittag kamen dann noch fischer vorbei oder holten mich ein. Etwas mulmig war mir schon, hier draußen. Sie fragten nach zigaretten und schnaps, beides nicht mehr in meinem bestand. So zogen sie aus Sri Lanka kommend weiter. Das beste ist, dass das meer nimmt und gibt. Die letzten tage hatte ich die gegenströmung von einem halben knoten, jetzt ist das vorzeichen positiv.
Meine frischen vorräte gehen zur neige, wie schon so oft. Heute gab es die letzte orange im müsli und die letzte möhre im dhal. Kartoffeln sind auch schon aus, nur noch zwiebeln und knoblauch ist reichlich vorhanden. Meine äpfel werden noch vierzehn tage reichen, wenn sie nicht vorher faulig werden.

Tag17
Die letzte nacht war schlimm, alle segel geborgen und eine unangenehme dünung. Das schiff wankte von der einen seite zur anderen, grundschlechter schlaf. Am morgen dann achterlicher wind, schwach aber nutzbar, mit zwei knoten fahrt. Um kurz vor mittag überquerte ich zum dritten mal mit dem boot den äquator. Bilder vom gps wird es auch diesmal nicht geben, das überlasse ich den aufregenden blogs mit ihren einzigartigen abenteuern und der beschreibung der spielenden delphine mit dem schiff, yo.

20210228 aequartor links

 

20210228 aequartor rechts

 

Die bilder zeigen die imaginäre line um die scheibe herum. Der nächste wegepunkt ist in siebenhundertfünfzig meilen, kurs zweihundertvierunddreißzig grad.

Tag18
Der gestriege äquatortag hatte es in sich. Drei mal fetter regen und nebenbei wieder zwanzig liter wasser gesammelt. Und am abend war flaute, also groß bergen und die genua so klein, dass sie die wanten nicht erreichen konnte. Das war verdammt gut, denn um halbneun fing das wetter an. Dreißig bis fünfzig knoten wind, meist um vierzig. Draußen war es stockfinster, das fischerboot weit hinter mir verschwand im dunklen nichts. Das boot segelte allein, und ich hoffte auf eine freie bahn, keine schiffe auf dem ais. Nach zwei stunden war es dann vorbei, wobei der kurs nur süd war, also weg von meiner route.
Heute morgen startete der tag mit regen regen und am vormittag geht es krampfartig richtung süden. Und der wind blieb stetig mit stärke um fünf bis sechs. Am nachmittag konnte ich schon fast den richtigen kurs segeln. Nur bin ich noch fünfzig meilen neben der route und mittags habe ich den ersten breitengrad süd überschritten.

Tag19
Der wind ward heute nicht gesehen und so ging der motor zur arbeit an. Motorsegeln bis zum mittag, danach resignation und warten auf Godot. Etwas wind kam, aber nicht genug für die segel, erst am späten nachmittag ging etwas. Zum sonnenuntergang war es dann wirklich vorbei, segel bergen und treiben. Dieser tag war aber dennoch was besonderes, ich habe kein schiff gesehen.

Tag20
Dieser tag fing anders an, ein tölpel diesmal mit roten füßen kam am ende der nacht und ruhte sich aus. Alle diese vögel haben dasselbe verhalten. Wenn sie landen drücken sie einen ab, und das gleiche, wenn sie wieder das schiff verlassen. Warum machen sie das nicht im landeanflug, um ihr gewicht zu reduzieren? Nach sonnenaufgang war das meer noch immer ölig, keine wellen, nur eine alte dünung. So musste wieder der motor ran um den verbrauchten strom wieder zu ergänzen. Außerdem hatte ich in der ferne ein objekt gesehen, das sich im nahen als rostiges ölfass entpuppte. Bis zum abend hin und in der nacht war bloßes treiben angesagt. Außer einer viertelstunde zum tee, da konnte ich kurz etwas segeln.

20210303 oelfass

 

Tag21
Am morgen war das wasser etwas kräuselig, vielleicht rückt ja noch wind an. Das vertreiben ging diesmal nach nordwest, also nicht gerade meine richtung. Zum mittag segelte das schiff etwas oder trieb durch die segel in richtung süd mit einem satten knoten. Was für ein anstrengender tag. Das gute an diesem tag war ein geburtstag von Mr Perkins. Er hatte seine dreitausendste betriebsstunde. Und in der nacht habe ich den zweiten breitengrad süd erreicht, fehlen noch achtzehn.

 

20210304 mr perkins geburtstag

 

Woche 3
Die woche drei war deprimierend, der wind war schwach und ich bin vom kurs abgekommen. Die linke blaue linie ist meine gedachte route. Es gab reichlich regen und als endergebnis nur dreihundertdreißig meilen brutto oder zweihundertsiebzig netto in richtung süden. Die entfernung zur geplanten strecke sind achtzig meilen. Diese sollte ich so schnell wie machbar wieder auf null bringen.

woche3 ind

 

woche3 ind meilen

 

Tag22
Der erste tote fliegende fisch am deck und das bei flachem, ruhigem wasser. In der nacht frischte es ein bißchen auf, von null auf fünf knoten. Also habe ich ein wenig mehr die genua ausgerollt, gerade so, dass sie stabil steht. Jetzt am vormittag ist alles tuch am werk und wenn es gut geht, dann machen wir zwei knoten fahrt. Mit schneckentempo ging es in die nacht hinein und am morgen war dann wieder einmal schluss.

Tag23
Es ist zum heulen, kaum wind. Wenn das schiff keine fahrt macht, treiben wir nach nordwest. Mit etwas fahrt sind wir auf dem richtigen kurs, nur die segel sind nicht stabil. So sehe ich mich gezwungen, mal wieder den motor zu benutzen, um gegen die strömung anzufahren. Der motor lief noch lange weiter, segel waren geborgen. Der dritte breitengrad war auch schon überschritten, wobei meine hoffnung ist, ihn nicht noch einmal zu überqueren. Mal sehen was die nacht und die strömung bringen.

Tag24
Mit dem sonnenaufgang ging das groß wieder an die arbeit, der wind war schwach, aber die segel standen. Und dann galt es noch einmal, über den dritten breitengrad zu kommen. Letzte nacht bin ich mit einem knoten pro stunde nach norden geschoben worden. Um kurz vor mittag war ich dann wieder im angestrebten bereich und musste unbedingt strecke machen. Oder morgen wiederholt sich das drama von neuem.
Der frische lebensmittelbestand neigt sich auch dem ende zu. Gestern gab es das letzte ei und die butter wird langsam ranzig, olfaktorisch jetzt schon grenzwertig.

Tag25
Nach dreißig stunden segeln war dann das aus. Der wind hat sich verspisst und der motor musste ran. Dabei war das ergebnis des letzten tages sehr gut, fünfzig nettomeilen. Nur heute wollte auch am abend kein lufthauch kommen, oder gerade so, dass ich nicht nach norden driftete. Erst am abend nach sonnenuntergang war dann wieder segelwind für die nacht. Und wieder ein tag ohne schiffssichtung.

Tag26
Fing im morgengrauen mit einer fetten flaute an, drift nach nord mit bis zu einem halben knoten. Um zehn uhr war es dann alles auf null. Das meer war glatt, kein wind und keine wellen. Endlich zeit, die bilge auszusaugen. Beim umfüllen hielt sich der auftrag auf dem boden in grenzen und zwölf liter einer mischung aus wasser, diesel, öl und rost gingen in acht flaschen hinein. Die aromen vom diesel sind schon seit über drei wochen verflogen.

Tag27
Am morgen war ich wieder an der position von gestern morgen, ein wiederkehrender alptraum. Der schöne diesel verpufft für einen status quo, nicht mehr. Aus den erfahrungen vor Bali vor einem jahr habe ich deshalb beschlossen, wieder ein wenig den motor anzuwerfen. Damals hatte ich zehn tage gewartet, vertane zeit. Heute habe ich den vierten breitengrad überquert, das wasser ist bewegungslos und der wind macht pause. Der letzte halbe apfel ist auch weg, die andere hälfte war fauliger matsch. Nur noch zwiebeln und knoblauch sind frischware. Für sprossen ist es noch zu heiß, die triebe vergammeln, bevor sie ausgewachsen sind. Die butter ist aufgebraucht und nudeln gibt es in zukunft nur noch in rot, rot-weiss mit parmesan ist seit heute auch aus.
Bis zum sonnenuntergang kam kein wind und die driftrichtung ist jetzt osten mit teilweise etwas süd. Also nur eine querbewegung und nicht rückwärts, ein schwacher trost.

Tag28
Der motor ging um neun uhr an und lief bis zum nachmittg. Zweimal habe ich den kurs auf mehr süd geändert, da auf dem routenkurs zweidrittel eines knoten verschluckt wurden. Je früher ich aus der strömung heraus bin, desto besser. Der wind ist auch heute nicht anwesend oder unbrauchbar wenig. ‘Motor an und los’ hätte es am anfang meiner reise nicht gegeben, aber ich habe dazugelernt. Heute zählt nur noch das weiterkommen, und irgendwann kommt der wind auch wieder zurück. Bis dahin muss ich durch diese flautenbreitengrade hindurch.

Woche 4
Die woche vier fing gut an und war zum ende hin enttäuschend. Bis zum zehnten März machte ich fünfzig meilen am tag und dann fingen die flauten tage an. Gewonnene strecken am tag zerschmolzen in der nacht. Der ursprüngliche kurs entfernte sich weiter. Meine frischwaren sind aufgebraucht und der kühlschrank ist ausgeschalte., der wind war schwach und ich bin vom kurs abgekommen. Als endergebnis kamen nur dreihundertzwanzig meilen brutto oder hundert weniger netto heraus. Die gegenströmung hier raubt einem die lust, wo ist der strick.

woche4 ind

 

woche4 ind meilen

 

Tag29
Letzte nacht hat es mich zehn meilen zurückgetrieben, ich bin genervt, sehr. Die strömung lief mit einem bis anderthalb knoten nach nordost. In der nacht kam ein wenig wind auf und mit der genua trieb ich dann nach südost. Also am morgen wieder motor an und die segel halfen ein wenig mit.
Währenddessen habe ich versucht, die seewasserfußpumpe zu reparieren. Aber die klebung hielt nicht und nach vier stunden habe ich dann die reservepumpe verbaut. Sie ist vom gleichen typ, nur waren die befestungspositionen natürlich verschieden. Egal, bohren, schrauben, drücken, es passt und funktioniert.
Der motor wurde am späten nachmittag abgeschaltet und ein leichter wind wehte. Das schiff fing nach tagen wieder an zu segeln, zwei knoten durchs wasser, einen über grund. Durch die nacht hindurch hielt sich das wetter.

Tag30
In der nacht habe ich den fünften breitengrad segelnderweise überschritten. Im laufe des nachmittags nahmder wind dann auch wieder ab. Mr Perkins kühlt somit nicht aus. Was mir nur probleme bereitet, ist diese verfluchte gegenströmung. Nach den pilotcharts sollte sie eigentlich seitlich und für mich arbeiten.
Um sieben uhr ging der motor in die nachtruhe und ich hatte die qual der wahl. Entweder nordnordwest mit zwei knoten segelnd, nordost driftend mit eineinhalb knoten oder ostsüdost mit zwei knoten segelnd und driftend. Da ich nicht zurück will, blieb alternative drei. Meine hoffnung ist, möglichst viel süd zu machen, um dann den passatwind nach westen nutzen zu können. Mal sehen, ob die rechnung aufgeht.

wind 0-10s 80-90e

 

Tag31
Der kurs in der nacht hatte sich sogar zum besseren geändert, südsüdost. Dann im dunkeln sah ich eine riesige dunkle wolke, reffte schnell und erwartete den sturm. Der blieb aus und das schiff fuhr den alten kurs weiter. Am morgen kam dann wind auf, fast ein kurs von süd. Der hörte dann am vormittag auch auf. Man kann sich hier auf nichts verlassen. Also muss ich warten, bis die windrichtung sich ändert.

Tag32
Noch keine änderung und es wird gegen mittag noch schlechter, südost. In der nacht für ein paar minuten einer regenwolke konnte ich den kurs der route fahren, vorbei. Man muss nehmen was geht, immerhin bin ich schon über den sechsten breitengrad hinaus. Aber auch ein gutes stück nach osten verschoben.
Es war selten und nun ist es wieder an der tagesordnung, keine schiffssichtung. Der derzeitige kurs ist über zweihundert meilen von der route entfernt und nur dort drängeln sie sich. Wer um das kap herum fährt und nach Asien will fädelt sich nördlich von Sumatra in die Malacastrasse ein oder südlich bei Jakarta.

Tag33
In der nacht kam drehender wind, oft die genua gewendet und dann wurde es feucht. Also das schlaflager nach unten verpflanzt und der wind hörte auch auf. Am morgen dann ein paar regenwolken mit wind und ein neuer kurs richtung ziel, zeitweilig. Den ganzen tag habe ich damit verbracht, die zurückgetriebenen meilen wieder zu erneuern. Das gelang und gleichzeitig bin ich weitere zwanzig meilen nach westen gekommen.

Tag34
Im dunkeln kam wieder regen, wieder kein wind und zwangsweise treiben lassen. Ging diesmal besser aus, als in der nacht zuvor. Am morgen kam dann guter wind, mit dem richtigen kurs. Wenn das doch nur so bleiben würde.
Blieb auch, für eine stunde. Danach schwachwindig und am nachmittag bin ich einer fetten regenwolke hinterher gefahren, um mitgezogen zu werden. Das ging dann irgendwann auch und natürlich wurde es richtig nass. Dabei habe ich den siebenten breitengrad überschritten. So triefend ging es in die nacht hinein.

Tag35
Die nacht blieb feucht, kein wind und ich wurde auf dem bodenbett hin und her geworfen. Ein miserabler schlaf. Am morgen dann segelversuche, mal in die eine und andere richtung. Wie schön war es doch gestern, mal kurz über fünf knoten gesegelt zu sein, allerdings nur sehr kurz.
Gegen späten vormittag nach ungefähr sechsmal wenden kam dann wind. Es reichte für ein paar stunden, um drei knoten mit sonnenschein. War endlich mal wieder schön, so sollte es sein und erstmal nicht enden. Das finish kam zum fünfuhrtee mit einer drift nach nord um einen knoten.

Woche5
Die fünfte woche ist vorüber und noch keine nennenswerten erfolge. Segeln am tag für zwei stunden, wenn es gut läuft. In dieser woche gab es oft regen in der nacht, die ich dann auf dem boden verbracht habe. Auch ist der richtige kurs oft nicht segelbar, zickzack ist das resultat. Nur zweihundertsiebzig bruttomeilen waren möglich, der motor wird nur noch in notfällen benutzt, die tanks sind fast leer. Zum ziel sind es noch achtzehnhundert meilen, ich habe noch nicht einmal die hälfte geschafft, hoffentlich aber das beschwerlichere stück.

woche5 ind

 

woche5 ind meilen

 

Tag36
Es fing freundlich an, mit passendem wind. Schlaftrunken habe ich das groß hochgezogen, kurs eingestellt und es ging um vier knoten voran. Endlich ist die strömung mal für mich und es kommt ein halber knoten dazu. Es war ein guter segeltag für zwölf stunden, dann wurde der wind abgestellt, ich barg die segel und das schiff fing an zu rollen. Um zwei uhr habe ich mich nach unten verzogen und den schlaf gesucht. Am nächsten morgen fing ein regenschauer an und ich bin liegen geblieben. Wieder ein schlechter schlaf auf dem meer. Dafür habe ich aber zweiundsechzig netto meilen heraus gesegelt, bei vier bis fünf knoten und das war gut.

Tag37
Am morgen ging noch etwas nur mit der genua, aber vorm mittag war auch hier mal wieder ende. Große wellen und kein wind, so bekommt man viele klein. Der trost ist die überschreitung des achten breitengrades, so langsam sollte sich der wind stabilisieren.
Zum mittag war der wind so schwach, dass ich alles geborgen habe und mich zu einem nickerchen nach unten gelegt habe. Am späten nachmittag war ich dann rechtzeitig wieder an deck. Von hinten kam eine fette gewitterwolke, die drei bis vier knoten ermöglichte. Allerdings mit regen. Danach war es wieder dunkel und ich trieb wieder durch die nacht. Das tagesergebnis war die hälfte vom vortag, ernüchternd

Tag38
Es ging so weiter wie in der nacht, treibend. Meine beiden haupttanks sind schon leer. Vier rote kanister habe ich jetzt umgefüllt und dann habe ich noch eine stille reserve von fünfzig liter. Dabei ist noch nicht einmal die hälfte geschafft. Am nachmittag eine regenwolke macht drei meilen, um fünf uhr eine zweite, macht sechs meilen, plus einmal der motor macht drei meilen. Das ergebnis plus ein wenig treibend macht nicht viel her. Schuld daran ist die dünung aus südost seit über einem tag und der wind will nicht dabei sein. Dafür kam die libelle mal wieder aus ihrem versteck, eine hungerkünstlerin.

So etwas wie halbzeit ist gerade. Noch sind es um siebzehnhundert seemeilen bis nach La Reunion, der direkte weg. Aber ich habe auch schon sechzehn breitengrade hinter mich gebracht und es liegen noch zwölf vor mir. Siebzehn längengrade habe ich schon, sechsundzwanzig sind noch vor mir. Also irgendwie in der mitte. Hoffentlich nicht in der mitte der zeit, es wird langsam nötig mal anzukommen.

Tag39
Fängt mit gutem wind an, habe mal länger geschlafen. Dann alles tuch hoch und das segeln um fünf knoten beginnt. Das erste mal seit tagen sehe ich ein schiff, passiert Themroc in einer stunde mit einer meile abstand. Es ist doch genug platz hier, nun denn. Der wind frischt auf und dreht auch dabei. Als das schiff auf höhe war, fällt meins ab und dann eine plötzliche drehung. Neuer kurs richtung süd für eine weitere stunde. Warum passiert so etwas immer in anstrengenden situationen, wobei der frachter eine meile entfernt war. Das segeln lief danach schön weiter in die nacht hinein. Das ergebnis sehe ich morgen.

Tag40
Den neunten breitengrad habe ich um zwei uhr überschritten. Zweimal habe ich auch die matratze nach unten geschafft, da es anfing zu regnen, nur kurz. Das tagesergebnis war knapp unter hundert meilen, recht gut also, mehr wäre schöner. Gegen mittag war dann wieder schluss und mit dem motor noch ein wenig hinaus gezögert. Der sonnenuntergang war dann schon im totalen treiben, somit ging es in die dunkle tageszeit.

Tag41
Tagelang kein schiff und nun schon das vierte vor mittag, es wurden fünf bis zum abend. Das erste sah ich morgens um halbvier, als ich die genua wieder ausgerollt habe. Seitdem segelt das schiff wieder, wenn auch nicht so schnell. Das letzte müsli ist gerade im schlund verschwunden und ich habe einen fehlkauf getätigt. Die gelben linsen stellen sich nun als sojabohnen dar, hätte ich mal auf das kleingedruckte geachtet. Einen tag lang einweichen und eine halbe stunde kochen lassen und immer noch aldente, mist. Am abend wieder segel bergen und treiben lassen, so komme ich nicht schnell weiter.

Tag42
Das ganze von vorn, segel hoch und ausrollen und langsam richtung ziel. Zwei knoten ist nicht der renner, besser als rückwärts treiben. Zum glück sind es nur noch unter fünfzehnhundert meilen.
Etwas vermisse ich auf dem ozean, einen klaren nachthimmel. Ich sehe zwar mehr als in einer europäischen metropole, aber es ist ein grauschleier am himmel. Irgend etwas stimmt nicht, auf dem atlantik oder pazifik war es nicht so.
Am nachmittag kam dann mehr wind, auch mal anders. Zudem habe ich gestern meine uhr um vier stunden zurück gestellt, auf die zielzeit. Jetzt ist es schon um sechs uhr dunkel, gewöhnungsbedürftig.

Woche6
Die woche sechs fing gut an und endete auch gut. Zumindest ist das ergebnis bisher brauchbar mit einer tagesleistung von fünfzig meilen. Die strömung ist nicht mehr gegen an und täglich ist auch wind. Es scheint, dass ich aus der kalmenzone heraus bin. Der diesel ist jetzt rationiert, wenigstens gedanklich. Noch vierzehnhundert meilen zum hafen.

woche6 ind

 

woche6 ind meilen

 

Tag43
Die nacht wurde hindurch gesegelt, wenn auch nicht schnell. Nur der zielkurs ist nicht machbar. Wieder nur nach westen oder mit nord. Die andere richtung ist nur südost. Am vormittag wenigstens den zehnten breitengrad überschritten. Der wind will nicht so recht aus der richtigen ecke kommen. So fahre ich eins sechs null plus minus zehn seit dem nachmittag und in die finsternis hinein.

Tag44
Um zwei uhr barg ich die segel wieder, der lärm verhinderte den weiteren schlaf. Mein gast war noch immer da, schlief mit einem langen hals auf dem solarpanel. Er landete zweimal, beim ersten mal rutschte er von der sonnenplane herunter, landete zwischen der reling und der plicht. Das war mir recht, gut zu säubern, doch er startete wieder. Bei zweiten mal landete er hinten auf der reling, der schnabel war auf der außerborderpinne, der hintern auf der reling und die beine zappelten in der mitte in der luft. Die richtige zeit für einen geflügelbraten, aber ich befreite ihn aus der misslichen situation. Zum dank plazierte er sich auf dem panel und putzte sich. Danach kamen mehrere darmentleerungen und er lag in der eigenen scheiße. Ich brauchte zehn minuten für die reinigung.
Der wind kam nicht richtig wieder, gegen mittag holte ich alle segel wieder herunter.

Tag45
Die meilen von gestern waren dieselmeilen und sieben davon bin ich in der nacht zurück getrieben worden. Ich brauchte heute drei stunden für die gleiche strecke, der wind ist sehr schwach. Außerdem hat er gedreht, um hundert grad und kommt fast von hinten. Wieder ein verplemperter tag. Ein paar meilen waren aber am ende doch auf der liste.

Tag46
Der gleiche anfang wie gestern, der gleiche wind und der gleiche schlechte schlaf. Gestern habe ich fast den elften breitengrad überschritten, fast. Das habe ich dann noch einmal am morgen probiert. Es fing mit motorsegeln an, dann nur genua, ab drei knoten kam das groß hinzu. Am abend kamen dann flotte fünf bis sechs knoten auf die logge. Ein schöner segeltag und so ging es in die nacht hinein.

Tag47
In der nacht sah es so aus, als sei es vorbei. Jedoch nur eine kleine winddrehung. Am morgen wachte ich mit sieben knoten auf, noch einmal etwas reffen. Der halbwind hält sich, so schell war ich seit Phuket nicht mehr unterwegs, auch ist das tagesergebnis dreistellig. Dann war da noch die überfahrt am morgen des zwölften beitengrades, geht jetzt schnell mit sechs knoten durchs wasser. Es hört nicht auf und so geht es in die nächste nacht hinein.

Tag48
Heute ist der erste April und ich bin wieder nicht zu hause, alles gute, ich denke an dich.
Gestern waren es schon wieder über hundertzehn meilen und jetzt am morgen geht es immer noch mit über sechs knoten mit gerefften segeln durchs wasser. Das gps zeigt einen knoten mehr an, auch gut. Ich habe beschlossen, Mauritius anzusteuern, liegt genau auf dem weg und jetzt gerade sind es noch unter tausend seemeilen.
Das essen fällt schwer, besonders die zubereitung. Alle trockenen sachen sind verzehrt und kochen auf dem hohen backbordbug ist gefährlich anstrengend. Aber suppen gehen, ein topf und vorsicht.

20210401 kochen

 

Die woche sieben startete besser, als die wochen zuvor, wenn auch nicht im ergebnis. Ich konnte häufiger segeln, der wind änderte sich ab breitengrad elf. Es stellte sich, so sieht es aus, der passatwind ein. In den letzen drei tagen segelte ich komplett durch und das ergebnis dieser zeit war mehr als so manche andere woche. Die strömung ist mit dem schiff, oft um einen knoten. Über fünfhundert meilen gesegelt und schon unter tausend bis zum hafen auf Mauritius.

woche7 ind

 

woche7 ind meilen

 

Tag49
Die letzte nacht war streckenweise heftig, besonders um elf uhr herum. Wäre ich drei minuten später aufs klo gegangen, würde ich mit schwung an der anderen wand kleben. Das schiff legte los und dann schräglage, zuviel segelfläche und ein ritt über acht knoten. Alles ist noch heil geblieben, aber seitdem regnet es. Das gute, es geht voran, der vierzehnte breitengrad ist überfahren und es sind noch um achthundert meilen zur insel. Nach dem regen eine durchsicht an deck und eine segellatte gerettet. Sie hatte sich nach vorn durchgearbeitet und hing auf halbacht.

Tag50
Der tag fängt so an, wie der letzte. Viel wind, geschwindigkeit über fünf knoten, segel gerefft, aber die wellen werden höher. Wenn ich oben bin auf dem hochplateau, sehe ich mehr horizont als sonst und viele schaumkronen, dann ist neben mir allerdings ein tiefer abgrund. Meine vermutung sind die acht bis zehn meter wellen, aber harmlos. Der fünfzehnte breitengrad ist bei sonnenaufgang übersegelt und heute komme ich unter siebenhundert meilen bis Port Louis. Mein neues problem sind die bösen geräusche von der hydraulikpumpe des autopiloten.

Tag51
Geweckt wurde ich mit dreißig knoten wind und schräglage. Um acht uhr waren es schon unter sechshundert seemeilen bis zum hafen und zwei stunden später wurde der sechzehnte breitengrad süd übersegelt. Es läuft gut, sehr gut.
Aber mit der dauer der tage komme ich immer tiefer in den essensvorräten und entdecke vergangene zeiten. Vieles von den Falklandinseln, aus Argentinien und gestern eine rarität, das letzte glas kichererbsen von Teneriffa. Da quatsche jemand etwas von mindesthaltbarkeitsdatum.
Die regenwolken kommen jetzt mit fünfunddreißig knoten daher, somit habe ich mal das zweite reff ins groß gezogen. Nach sechs tagen dauerwind endlich mal etwas erholung, geschwindigkeit ist kaum eingebüßt, aber alles ist etwas ruhiger. Hätte ich mal vorher schon machen sollen, es hätte vielleicht die sprayhood gerettet.

20210404 sprayhoodloch

 

Tag52
Eine bessere nacht, der autopilot war leise aufgrund des reffens, der speed war reduziert. Morgens dann eine schiffssichtung und nach einer stunde passierte das schiff. Nur dann waren plötzlich drei schiffe um mich herum. Mal ein paar tage keins und jetzt alle auf einmal. Der siebzehnte breitengrad ist hinter mir und noch vierhundertfünfzig meilen bis zur insel. Am nachmittag dann noch einmal zwei schiffe, wollen wohl auch in die gleiche richtung wie ich.

Tag53
Irgendwann hört eine serie auch mal auf, immerhin waren es sieben tage. Gestern noch den achtzehnten breitengrad überschritten, der wind war schon schwächer und heute hat er noch einmal gedreht mit abflauen. Es ist an der zeit, die ausgelutschten batterien zu füllen.
Ich weiß nicht, woher das wort „etmal“ stammt, ich kenne den begriff „etliche male“. Ganz schön für eine tagesleistung, dennoch ist es glück, und so schaffe ich mal den begriff „etwoche“. Diese liegt jetzt bei mir mit neunhundertundzwölf seemeilen. Ich habe den wegepunkt bei zwölf uhr genommen, also einhundertachtundsechzig stunden insgesamt. Das ist mein rekord auf der ganzen reise. Die zwei dutzend tote fliegende fische an deck sind normal. Am abend sind es unter dreihundert meilen zum ziel.

etwoche

 

Tag54
Gegen mittag habe ich das sechste schiff gesichtet, wenn ich die zwei in der nacht dazuzähle. Mal sehen, wie viele es noch werden. Auch kann ich sagen, dass sie nicht auf automatik fahren und sich schlafen legen. Heute nacht wurde aktiv in den kurs interveniert.
Vorhin kamen wieder delphine vorbei, diese waren gelb-grünlich mit einer kleinen rundlichen rückenflosse. Ein- und ausatmen nicht hörbar. Nach dem imbiss waren sie auch wieder lautlos verschwunden.
Der neunzehnte breitengrad ist am nachmittag überfahren und es sind unter zweihundert meilen bis in den hafen. Sieht soweit gut aus, nur ich bin langsam müde von der reise.
Das letzte schiff passierte hinter mir vor sonnenuntergang. Alle schiffe fahren wohl östlich und südlich um Mauritius herum, um zum kap zu kommen.

Tag55
Es geht dem ende zu, die nacht war ok, der wind unregelmäßig. Am morgen die bescherung, die erste reffleine aus dem groß ist aufgescheuert und gerissen. Somit ist jetzt das zweite reff wieder im einsatz. Sollte vielleicht so kommen, es erleichtert mir die entscheidung der ankunft. Es sind noch achtzig meilen bis zum leuchtturm und hundert bis zum hafen. Somit bei nur noch vier knoten passt es ja zur tagesankunft. In der nacht in einen unbekannten hafen einlaufen, ist nicht so mein ding. Habe ich schon häufiger gemacht, aber nicht prickelnd.

Woche8
Die woche acht war rasant und gut. Leider ging am ende das erste reff kaputt, somit ist das zweite dran, ist halt langsamer. Gegen ende der woche musste ich dazu noch mit rückenwind fahren, um Mauritius zu erreichen. Das ergebnis von achthundertfünfundvierzig meilen ist besonders gut und ich habe auch die etwoche definiert.

woche8 ind

 

woche8 ind meilen

 

Tag56
Alles passte so schön, in der nacht schlafen, dann viel wasser trinken, um den morgen nicht zu verpassen. Schön sauber um die westspitze von Mauritius herum und richtung hafen. Die offiziellen habe ich angerufen, auch die marina und keiner muckte. Somit wollte ich in den inneren hafen hinein, aber ein kleines coast guard boot stoppte mich. Um die geschichte kurz zu machen, der hafen ist seit einem monat wieder zu. Pech gehabt, sie gaben mir einen apfel und eine wasserflasche. Somit geht es weiter nach La Reunion, weitere hundertdreißig meilen. Das mach ich mit der linken backe.

20210409 mauritius

 

20210409 mauritius

 

20210409 mauritius

 

Tag57
Die backe schmerzt, das meer hat nur wellen und keinen wind, auch in der nacht. Ich bin unausgeschlafen, genervt und ich rege mich über die verblödete menschheit auf. Ändern kann ich daran nichts, ich bin nur ein betroffener.
Es sind jetzt am morgen noch sechzig meilen bis in den nächsten hafen, zu weit um zu motoren. Also werde ich mich so weit wie möglich an Reunion annähern und morgen in die marina fahren. Diesel, wasser und futter gehen zu ende, eine weiterfahrt ist nicht machbar.
Gegen mittag hieß es dann, land in sicht, soweit es die wolken erlaubten. Die küste ist noch zwanzig meilen entfernt, bis zum hafen ist es das doppelte und morgen ist Sonntag.

Tag58
In der nacht bin ich um Reunions westspitze gesegelt, langsam, denn ich wollte im hellen ankommen. Irgendwelche ankerplätze im dunkeln zu nutzen, fiel aus und auch den zielhafen im dunkeln ansteuern wollte ich nicht. Das war auch gut so, an vielen stellen und an der einfahrt wird gebaut, alles heikel. Um neun uhr habe ich dann an einem reservierten steg festgemacht. Eine halbe stunde später waren der zoll und immigration da und der rest wird morgen am Montag erledigt. Nur ich darf das schiff nicht verlassen.
Für die theoretischen dreitausendeinhundert meilen habe ich fünfhundert mehr gebraucht, das ist ein super wert. Ich war achtundfünfzig tage auf see. Durch die ekelige kalmenzone hat diese strecke nur einen zweieinhalb knoten durchschnitt.

woche9 ind

 

woche9 ind meilen

 

Und ich weiß schon, wann ich wieder hier verschwinden werde, in sechs monaten minus einem tag in richtung Südafrika, so stehts in meinem offiziösen zettel geschrieben.

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Alternative Pläne

Das jährliche fest habe ich überstanden und musste nicht Wham hören. Das kleine glück zu den feiertagen und zum glück liefern sie nicht bis zum schiff.

last christmas

 

Das essen hat eine gewisse routine bekommen. Entweder dreißig große scampies, chicken nuggets selbstgemacht, pellkartoffeln mit tzatziki oder nudeln in rot. Zum fest gab es ein sonderbares angebot, die garnelen ohne kopf waren günstiger als die mit. Da habe ich zugeschlagen.

20201224 alle jahre wieder

 

Wenn es der wind erlaubt und weniger wellen da sind, geht es an land zum wifi. Auch habe ich zwischen den tagen einen freundlichen Thai dazu bewegen können, meinen außenborder aus der werkstatt zu holen. Dann war auch der dinghirepairman anzutreffen und er wollte sofort mit der reparatur anfangen. Sein altes grundstück ist inzwischen komplett geräumt und das neue ist eine müllhalde. Es sieht aber so aus, als ob sich geschäftspartner getrennt haben. Mein boot wird an seinem haus gelagert und instand gesetzt.

Zu sylvester habe ich dann noch eine mail zur PSS gesendet. Die neuen buchsen der windsteueranlage sind offenbar aus günstigerem nylon gefertigt, die ich sehr teuer bezahlt habe. Das material zieht nur zu gern wasser und quillt auf. Somit ist die ganze anlage fest und bewegt sich nicht mehr. Vielleicht gibt es eine garantie oder ich muss es selber machen.

Meine hoffnung auf eine öffnung Malaysiens hat sich dann wieder zerschlagen. Mitte Dezember war es wohl offen und jetzt kostet es zweitausend dollar plus quarantäne für den virus. Also bullshitbingo, nicht machbar.

Dazu noch ein paar unerfreulichkeiten. Verwandte kann man sich nicht aussuchen, freunde schon, und das ist das gute. Ich kannte diese frau schon seit dreißig jahren platonisch und nun kann sie meinen blog nicht mehr lesen. Die beschreibungen würden nicht mit ihrer information übereinstimmen, und ich benutze sexistische ausdrücke. Dazu meint sie, ich bin als gast in einem land. Keine bewegung ist möglich, und die melkkuh hat es satt, mit unzuverlässigen werkern zu arbeiten. Wenn ich über zehnmal zum nachbesserungen eines dinghi an land muss, dann ist die arbeit dilletantisch. Dieses mag sie mir nicht zugestehen. Nur ich bin in der realität und habe die schönen berichte auch gesehen. Deshalb habe ich viele inseln angesteuert und leider eine andere wahrheit kennengelernt.
Neukaledonien mit slums und obdachlosen, Osterinsel mit falschen beschreibungen zu den menschen, French Guiana mit ureinwohnern als sozialhilfeempfängern, Argentinien mit einer hohen kriminalitätsrate und Thailand mit einer rudimentären bildung und unzuverlässigen leuten. Die Maoris hatten ein schönes land, die Aboriginees auch und ebenso die Indianer, bevor das englische empire seine raubzüge startete.
Die kündigung per mail ist nicht fein, ich schreibe, was ich aus meiner perspektive sehe und durch gespräche mit den menschen erfahre, r.i.p.

Ich benutze oft wörter, die erklärungbedürftig sind. Die junge freundin mit vielen jahren militärdienst in der besatzungsarmee fand es nicht nett, dass ich den kriegsnobelpreisträger und expräsidenten mit einem südstaatenbegriff für sklaven bezeichnete. Sie bekam kaum luft. Nur wenn dieser in seiner ganzen amtszeit jeden tag krieg führt, finde ich es schon bezeichnend. Dazu entschied er jeden tag, dreißig bis vierzig menschen ohne urteil per order im drohnenmord zu killen. Dazu kommen dann noch die kollateralschäden. Wenn man sich als farbiger in der weißen schicht nach oben gedient hat, ist er nicht besser als Steven der alte sklave in „Djungo unchanged“. Er orderte die bestrafungen der andern sklaven an und bestimmte deren urteile. Das bezeichne ich mit dem südstaatenbegriff und nicht die farbigen.

Als nächstes hatte ich mir dann noch einmal den westernsklavenfilm reingezogen, für mich ein gerechtes urteil in bezug zu meiner bezeichnung. Nur es zeigt auch, wer in Schweden das sagen hat und wie die nobelpreise vergeben werden.
Danach gab es „Hannah Ahrend, die banalität des bösen“. Es sind die untertänigen, die gefolgsamen, die die handlungen ausführen. Aber bloß nicht das ehemalige und besetzte Palästina benennen. Das musste auch die professorin in Frankfurt erfahren, ihr bild hängt in irgendwelcher u-bahnstation, und ich dachte vor vier jahren als ich dort saß, die kennst du doch.

Vom bösen kam ich dann auf „Kill Bill“ und schon wieder ein Tarantino film. Wenn ich dabei noch auf mein dinghi warten muss, ist das nicht gut für die ruhe. Rechtlich muss ich hier gar nicht erst anfangen, das feuer ist nicht mehr möglich, da er vom gründstück wegen nichtzahlung entfernt wurde. Seit meiner rückkehr aus dem norden der insel warte ich schon wieder vier wochen. Vor drei tagen sollte es fertig sein, nun ist es morgen. Nur sind die hauptarbeiten noch immer nicht erledigt.

Vom bösen kam ich wieder auf „das grauen“. Ich glaube, dass kein anderer kriegsfilm die absurdität der amerikaner besser widergespiegelt. Junge menschen werden in einen inszenierten krieg geschickt und verheizt. Wofür gibt es einen friedensnobelspreis.

Hier in Thailand eskaliert es gerade. Maske tragen im geschäft, wenn ich keine aufhabe, keifen die kassiererinnen. Dann kam der geschäftsführer, als ich beim gemüse war. Entweder maske oder den laden verlassen. Er wollte nichts von den vielen tausend kakerlaken hören, die im obst, gemüse und den übrigen produkten zu finden sind.

Eine lange pause und warten. Ich lebe auf dem schiff, lese, sehe mir filme an und denke. Das dinghi, das ich vor sechs wochen abgegeben habe, ist noch immer nicht fertig. Morgen soll es sein. Bisher hat der kleine wichser nur einen streifen um das boot herum geklebt. Das war die naht vom gummiring. Es fehlt nur noch der boden, wo er noch nicht zweilagig ist.
Die antwort von PSS ist natürlich nicht gekommen. Mein lauter verbaler gestreckter mittelfinger wird wohl eine ursache sein. Es zeigte sich mal wieder, die von PSS können nichts auf europäischem niveau. Der edelstahlschweißer ist wohl der einzige, der ein akzeptables resultat, wenn auch keine spitzenarbeit, produzieren kann. Wenn der verschwindet, ist der shipyard eine bastelbude im landesniveau.
Ich fange heute an, die windsteueranlage zu demontieren, soweit das vom deck aus möglich ist. Das ruder und der rest können erst nach dem dinghi geschehen. Mit Beach geht das nicht, ist zu wackelig. Das grüne boot wird erst bei fahrt stabil, ein fehlkauf, mist.

Es ist schon wieder in der mitte eines monats und es tut sich nicht viel. Außer dass ich einen neuen plan habe. Sechzig meilen in richtung nordwest von der westküste Phukets liegen die Similian Islands. Ein naturschutzgebiet mit sauberem klaren wasser und mit vielen fischen sowie schildkröten. Ein stück weiter im norden ist dann Miramar. Dort könnte ich auch nach links abbiegen und dann nach süden segeln. Somit kann es sein, dass dies erstmal der letzte bericht für die nächsten zwei bis drei monate ist.
Gestern habe ich einen hochglanz broschürenfilm über Mauritius angeschaut. Wenn sie mich reinlassen, werde ich mal wieder gegenchecken. Wenn nicht, geht es hundert meilen weiter nach La Reunion.

Einen tag später und ich weiß noch nicht, ob es ein guter war. Ich zähle schon nicht mehr die besuche bei der reparatur des dinghies. Heute mal telefoniert und er will es bis Montag machen.
Dafür habe ich die kühlschrankalternative gefunden. Entweder für unter hundert euronen einen fünfziger würfel oder für die hälfte mehr ein japanisches produkt, das stramm in die lücke passt. Dazu muss nur noch ein kleiner inverter und ich kann speisen oder zutaten länger lagern.
Ist das nötig? Ich glaube schon. Zur zeit lebe ich im thaistil. Sie haben keine kühlschränke, alles, was sie kaufen, wird sofort verarbeitet. Solange der supermarkt um die ecke ist, geht das. Sie können auch keine bevorratung anlegen, es fehlt das geld. Ein totaler lockdown funktioniert hier nicht oder die menschen werden direkt in die hungerfolterkammer geschickt. Darin ist auch die idiotie begründet, warum die mopedfahrer einen dreiviertel liter sprit kaufen, für das doppelte an der tankstelle. Dort kann man nur ab zwei liter kaufen, nur die mopedtanks sind kleiner. Diese menschen verschwenden ihre arbeitskraft und lohn, um anderen kleinstunternehmern das geld zu geben.

20210126 neuer kuehlschrank

 

Zurück zum tag, die windsteueranlage ist auf dem schiff. War nicht so aufwendig, ein flaschenzug, ein paar seile und schon war das teil oben. Jetzt nur noch die buchsen aufweiten und die baustelle ist geschlossen. Dafür gibt es natürlich eine neue und die ist nicht lustig. Mein grünes dinghi, the beach, hat an allen ecken aufnahmen für ein seil und mit diesen drei punkten hebe ich das boot ins und aus dem wasser. Wenn spritzwasser ins boot kommt, dann bemerke ich im bereich der vorderen sitzbank eine biegung im rumpf. Nur heute ist die sitzbank auf beiden seiten aus dem rumpf gerissen. Das ganze boot ist nicht stabil genug gebaut worden. Mal sehen, wie lange diese reparatur dauert, mit einer garantie kann ich mir hier höchstens den arsch abwischen.
Fast hätte ich meinen neuen gast vergessen, der gestern am strand im dinghi war. Ein neuer gecko, da der letzte seit weihnachten verschwunden ist, wahrscheinlich mit der grille durchgebrannt. Von beiden keine spur mehr.

Ein basteltag am Sonntag. Das dinghi wurde dreimal mit epoxi geklebt, außen und innen. Und damit die belastungen beim heben und senken nicht wieder auftreten, gab es ein zusätzliches querbrett aus plastik. Verschraubt mit dem rand und ebenfalls geklebt.
Danach ging es an die windsteueranlage. Mann war das eine plackerei, die achsen waren ziemlich fest. Das hauptruder war so dicht, dass noch nicht einmal das wasser im innern unten ablief. Morgen ist noch das pendelruder in arbeit, seit ein paar stunden lasse ich öl durch die obere buchse reinlaufen, ganz langsam.
Und zu guter letzt habe ich den alten biminirahmen wieder gerade gebogen und ihn wieder angeschraubt. Dieser soll auf dem meer einen sonnenschutz tragen, das andere ende geht bis zur sprayhood. Auf der herfahrt hatte die sonne ordentlich gebrannt, dies ist die abhilfe.

Der Montag ging mit reparaturen weiter. Das geklebte am dinghi rund schleifen, die zu langen schrauben kürzen. Es hält hoffentlich eine zeit lang.
Dann kam teil zwei der windsteuerung. Hier haben sie sich richtig verbastelt, eine schiffswerft und vom material keine ahnung. Es war ein akt, die pendelruderachse herauszubekommen. Der zweikilohammer half da auch nicht. Am ende habe ich die untere buchse herausgeschlagen und dabei zerlegt. Wer mich kennt, ich schmeiße nichts weg und die alte passt, auch wenn sie ein wenig luft hat. Die schleiferei hat einen halben tag gedauert und am ende passte alles wieder. Die montage ist kniffelig und gelang, alles dreht und bewegt sich. Fehlt nur noch die heckmontage, vielleicht morgen.

20210123 fundholz

 

20210124 fundholzverfuellt

 

Mann war das ein guter scheiß-donnerstag. Pünktlich um eine minute vor acht uhr kam Simon an, um das unterwasserschiff zu reinigen. Er hatte alles dabei, gut vorbereitet. Es waren schon allerhand seepocken am schiff und auch am propeller. Das hatte ich schon vermutet, denn Mr Perkins verbrauchte einen halben liter mehr als sonst. Nach neunzig minuten war er mit der schweizerischen gründlichkeit fertig. Sein lohn war der wochenverdienst eines normalen Thais, aber das equipment kostet auch etwas.

20210120 cleaner

 

Danach wurde der tag mit dem schlechten vertan. Ich wollte mein dinghi abholen, am tag zuvor war es nach sechs wochen tatsächlich repariert worden. Nur ich war zu hektisch, stieg falsch ins grüne boot ein, eine welle, gestürzt. Das boot kippte, lief voll wasser und ich war im meer. Meine flipflops konnte ich retten und warf sie aufs deck, danach begann ich mit schwimmübungen, um meinen leeren wasserkanister zu retten. Zwanzig meter weiter hatte ich ihn und ein anderes dinghi kam, um mir zu helfen.
Zurück auf dem schiff wollte ich so schnell wie möglich den wasserschaden beheben, hatte nur vergessen, den ladebaum wieder von der reling zu lösen. Die winsch hat gezogen und der baum ist verbogen. Endlich an deck ging es an den motor. Vergaser leeren, benzin aus dem tank ausgegossen, motorraum mit benzin geflutet und viele male versucht zu starten. Nach zwei stunden lief er wieder. Danach noch die kokosmilch ablaufen lassen, der einlaufmotorölwechsel war eh fällig. Nur so etwas brauche ich nicht jeden tag. Aber das gute an dieser geschichte war, dass ich den laptop nicht dabei hatte, somit alles halb so schlimm und kein gau.

20210121 verbogen

 

20210120 motorinspektion

 

Die serie will nicht abreißen. Am Freitag war ich mit Echo Beach wieder beim ersten slipyard, um mein altes dinghi abzuholen. Der fredel war nicht da, somit musste ich es selbst organisieren. Der freundliche Thai hat ein moped mit beiwagen geliehen und damit hat er den motor und das boot zum wasser gebracht. Er hat ein geld für seine bemühungen bekommen und es ging zurück zum schiff. Nach hundert metern versagte echo und ich wollte anfangen mit dem rudern. Nur die eine schraube für das hilfsruder wollte sich nicht lösen lassen. Zum glück wollten gerade fischer mit einem longtail hinaus aufs meer und sie halfen mir. Zwei dinghis im schlepp und der einzylinderdiesel motor vibrierte vor sich hin. Er wollte kein geld annehmen. Das ist eine komische seite, sie helfen, wenn es nötig ist aber nehmen dich aus, wenn du etwas willst.
Am schiff angekommen lief Echo wieder, nur der alte außenborder wollte nicht. Es sieht so aus, als wenn sie in der motorenwerkstatt nichts verbessert hätten, aber das war schon vermutet.

Sa war dann tiefstfrusttag und ich habe mal wieder nichts gemacht. Die erste aktion am So war, den ladebaum wieder zurechtzubiegen. Ich habe ihn an den heckrelingstützen angebunden, ein starkes seil um die winsch und kurbeln. Dreimal habe ich die position verändert und das ergebnis ist besser als die gebogene version.
Der alte außenborder wanderte an den heckkorb und meine zweite halterung für Echo ans dinghi. Diese kombination ist mir die liebste, ein umkippen ist nur sehr schwer möglich.

Der monat Januar geht dem ende entgegen und meine vorbereitungen sind auf der zielgeraden. Heute geht es zum inverterkauf und die erste runde lebensmittel, die noch ergänzt werden müssen. Gestern habe ich die windsteueranlage wieder montiert, ging besser als gedacht. Nur muss sie sich auch wieder bewähren.

Das war gedacht und sollte sich nicht so erweisen. Als erstes hatte meine bar zu und somit gab es auch kein moped. An dem Do war außer spesen nichts gewesen. Also am Fr das ganze noch einmal. Am abend zuvor hatte ich noch einmal Echo gecheckt, er lief sofort, also alles bestens. Pustekuchen am morgen, das boot war im wasser, alle verbindungen zum schiff gelöst und kräftiger wind. Der motor wollte nicht starten, ich trieb ab und zum glück in richtung pier. Rudern mit dem longtail auf dem boot geht auch nicht klasse und am ende hatte ich das dinghi auf dem ponton gezogen.
Dann kamen ein paar thais und zwei halfen mir. Der erste besorgte werkzeug und der motor lief nicht. Der zweite machte das ganze noch einmal und die zündkerze wollte nicht, obwohl ich zuvor einen schlag davon erhalten habe. Somit besorgte er eine neue und der motor lief, nicht klasse, aber immerhin nach drei stunden.

20210128 zuendprobleme

 

Danach habe ich das moped gemietet und ab zu einer vermeintlichen adresse eines sehr grossen elektro- und werkzeugladens. Die alte leier, no have, no idea. Auf dem rückweg war ich dann noch in der großen supermall. Im keller sollten sich elektronikhändler verschanzen. Wenigstens habe ich einen reinen sinusinverter erstanden. Somit kann der kühlschrank darüber laufen. Das netzteil vom laptop funktionierte damit, aber nicht der kühlschrank. Ein fehlkauf als backup. Somit werde ich morgen noch einmal den laden besuchen und einen kleinen rechtecksinus interverter für den halben preis erstehen.

20210128 neuer inverter

 

Der griff in die braune stinkende masse haftet gerade an mir. Es ist nicht die art des inverters, sondern der kühlschrank saugt beim anlaufen mehr strom als erwartet. Es sollte unter einhundert watt verbrauchen, trotzdem reichen fünfhundert für den anlaufstrom nicht aus. Somit sind weitere hundert euronen für beide neuen inverter versenkt. Brauchbar ist es allerdings für den computer, sinus oder rechteckig.

Der kühlschrank läuft unterdessen auf dem großen inverter, wenn ich ihn brauche, oder nicht. Der computer hat nun alternativen, was mir gefällt. Der neue kleine inverter ist nun am schaltschrank verschraubt.

Nun ist es ende Januar und ich werde morgen neues geld kaufen gehen. In nahrungsmittel ist es wohl besser investiert als in einer bank.

Heute noch einmal wäsche waschen, zum geldautomaten, blog aktualisieren und weiteren einkauf tätigen. Mr Perkins lief gestern auch für eine stunde, sieht gut aus. Also werde ich wohl in zwei tagen hier ablegen und richtung norden segeln. Dann nach westen und in richtung süden abbiegen. Der nächste stop danach ist in rund dreitausend meilen auf La Reunion, oder in zwei bis drei monaten.

Mein longtail motor muckt herum, mal ist es die zündkerze, mal wasser im sprit, oder er will nicht noch einmal starten. Also probe ich das ganze auf dem schiff, er läuft. Ich lasse das dinghi ins wasser und er will nicht mehr. Es ist schon das dritte mal. Das bad im meer hat ihm nicht bekommen. Ich bin sehr genervt.

Ick bin dann mol wech.

Nachtrag: heute ist der siebente Februar, ich klebe noch immer in der bucht. Morgen werde ich die mooring abwerfen und die nächste reise beginnen.

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Echo Beach

Long tail mit plastik.

Mein neues beiboot und das alte will nicht zurück. Der verkäufer weigert sich einfach, den flickenteppich wieder an sich zu nehmen. Er sei gar nicht der verkäufer, der komme erst in drei wochen wieder. Natürlich bekomme ich da einen dicken hals und mordgelüste oder würde gern sein werkstattzelt mit zwei flaschen benzin warm veredeln. Das wird sich noch ergeben.

Das neue boot sollte eigentlich blau sein, ist nicht mehr auf lager, no have. Dennoch lief es recht gut, den motor hat der freundliche Thai abgeholt, das boot wurde geliefert. Und als ich mittags dort ankam, war der motor auch schon komplett montiert. Mit einem lastmoped haben sie mir dann das ganze ans wasser gebracht. Einmal ziehen und das teil lief, rein ins boot und los.
Das war dann recht aufregend und auch flott. Nun liegt das boot auf dem deck und muss im bereich der motoraufnahme verstärkt werden. Dafür habe ich die reste von meinem ersten dinghi beim verkäufer wieder mitgenommen.

20201123 altes dinghi neuer motor

 

Heute ist Mo der dreiundzwanzigste November und ich war wieder beim zoll hier am pier. Eigentlich ist das recht praktisch, hafenmeister, immigration und customs in einem gang nebeneinander. Nur die jungs drücken sich, sind nicht im büro und das seit mitte der letzten woche. Heute morgen erwischte ich den hafenmeister, und er erklärte, dass der zoll hier keine verlängerung für das schiff ausstellen kann. Das kann nur der hauptzoll in Phuket. Also mit einem mopedtaxi zum hauptzoll, ich mag das nicht mit unbekannten auf einem moped zu fahren.
Dort wollten sie aber ganz anders, ich bin überfällig, sechs tage macht zweihundert euronen. Nur gab es keinen hinweis, dass die schwengel am pier nicht zuständig sind. Wortwechsel und immer noch die gebühr, aber es gibt da ein limit und das sind zehntausend baht, dreihundert euronen. Diese sind vor ausreise zu bezahlen, danke, fickt euch und tschüss.
Das moped habe ich von dreizehn euronen auf acht runtergehandelt, sie haben eh nichts zu tun. Neues spiel, es wird das gleiche wie in Chile sein.

Dafür war die fahrt mit dem alten dinghi und dem neuen motor anstrengend. Einmal ziehen und der motor springt an, nur läuft auch gleich der propeller. Dann gibt es natürlich keinen leerlauf oder rückwärtsgang, einfach gewinnt. Ich habe bei den anderen longtail booten am pier geparkt, dort hat man platz. Ankommen mit der richtigen geschwindigkeit, motor aus und den pier erreichen. Ging so lala, das ablegen war schwieriger, man will ja nicht andere boote mit dem prop schreddern. Am nachmittag war ich ohne größere schäden mit dem heißen motor wieder am schiff. Wie schön, dass ich im wasser bin, der auspuff hat meine hand erheblich erwärmt.

20201126 echo beach

 

Dafür hatte ich noch zeit, meine neue narbe für den windgenerator abzuholen. Eine vierer lochkombination und eine dreier waren die aufgabe, dazu eine aufnahme der zentralmutter. Hat auch nach fünf tagen geklappt. Der preis war fix und sollte plötzlich um zwanzig prozent steigen. Ich bin nicht mehr freundlich mit diesen menschen.
Die narbe kann zwei oder vier repeller tragen oder drei. Das ist mein restliches sortiment vom türkischen-chinesischen schrott. Es sollte auch generator gehen, aber mehr strom ist besser als zu wenig.

20201123 neue nabe

 

Einen monat vor weihnachten habe ich auch einen namen für das grüne dinghi gefunden. Zuerst dachte ich an ein zeitliches update von Themroc zu Themfuc. Aber dann habe ich wieder durch zufall ‘Echo Beach’ ins ohr bekommen und das ist es jetzt. Beach ist das boot, Echo der motor. Klingt freundlicher als das andere wortspiel. Die arbeiten an der verstärkung des hecks gehen auch voran. Zwei schichten sind innen schon verklebt. Fehlt nur noch das hauptbrett und außen eine gegenplatte.
Meine neue kreditkarte müsste schon in Phuket sein, ist aber noch nicht ausgeliefert worden, vielleicht heute. Spricht man andere segler auf das thema karte an, ist das oft ein rotes tuch. Hier läuft vieles schief.

20201123 neues dinghi verstaerkung1

 

20201125 neues dingh verstaerkung2

 

20201126 neues dinghi verstaerkung3

 

Das fahrverhalten ist ok, aber recht wackelig. Erst wenn das boot fahrt aufgenommen hat, wird es stabil. Dennoch ist ein limit von zwei personen angesagt. Wenn wellen und wind aufkommen, wird es eine nasse fahrt. Und es macht trotzdem spaß und anstrengend ist es auch. Wenn der stallone in rambo vier locker sein longtail mit dem riesigen motor bedient, dann ist das fake. Oder ich bin ein schwächling mit meinem kleinen motörchen.
Andererseits bin ich gerade die attraktion hier, ein nicht-thai mit einem plastikboot und longtail. Alle freuen sich mich zu sehen und grüßen mit dem daumen nach oben.

Die kreditkarte ist nun auch endlich da, online war sie es schon vor zwei tagen. Gestern war ich wieder in der bar, kein brief, aber ich sollte mal zur post gehen. Das lag auf dem weg zum anderen großen supermarkt. Die leute von der post waren freundlich und haben alle listen durchsucht. Und siehe da, ausgeliefert und unterschrieben am fünfundzwanzigsten. Der quittierer hatte einen thailändischen namen und den musste ich ihn mir merken. Es war die bedienung am tresen, sie konnte sich nicht erinnern, dabei waren dort nur drei briefe vorhanden, einer war meiner.

Der windgenerator arbeitet auch wieder, die vibrationen sind akzeptierbar. Die narbe hätte noch eine runde auf der drehbank benötigt, aber die leute haben keinen sinn für das, was sie machen.

20201127 neue nabe

 

Das alte dinghi ist wieder beim repairman, den bereich im wasser will ich verbessert sehen und der streifen ringsum soll auch wieder hergestellt werden. Den alten motor habe ich auch wieder an land gebracht und das hätte mir fast einen darwin award eingebracht. Am Mo hatte ich zwei fendergummikissen erstanden. Zehn zentimeter dick, zwanzig breit und achtzig lang, sehr schwimmfähig und für den auftrieb der Beach gedacht. Dafür habe ich je seite drei löcher ins boot gebohrt und die kissen dort angebunden. Der auftrieb und die stabilität des bötchens hatte sich sehr verbessert. Nur während der fahrt wurde das wasser ins boot gespült, zusätzlich drang es auch durch die löcher hinein. Ich musste das wasser herausschöpfen.
Und dann besuchte mich noch Echo im boot, die halterung hatte sich gelöst. Zum glück ins boot und nicht in das meer. Nach wiederholter montage konnte ich auch das zweite drittel zur küste mit motor fahren. Dann ein weiterer rückfall, wasser schöpfen und das letzte stück ging dann mit dem paddel. Drei mal links, dreimal rechts und ich erreichte den strand pitschnass und erschöpft.
Die halterung ist inzwischen mit einer weiteren schraube versehen, sollte lange halten. Die kissen habe ich auf der rückfahrt abgebunden, zuviel wasser im schiff. Die erste lösung war, die kissen auf der länge zu halbieren. Auch diese version pumpte das wasser ins boot und nun sind die alten löcher wieder zugespachtelt.

Eigentlich wollte ich schon vor zwei tagen nach norden segeln. Die saison hat hier angefangen, geschlossene läden, bars und restaurants werden wieder geöffnet. Nur raffen es die menschen hier nicht, dass keine touristen in das land kommen können. Doch sie handeln wie immer, kopflos.
Das betraf auch meine verlängerte küche. Die ladenbesitzerin wollte viel mehr geld haben und das geht halt nicht. Nun ist meine küche zweihundert meter weiter gezogen, nur es ist nicht mehr dasselbe. Die ladenbesitzerin wird den umsatzrückgang auch schon bemerkt haben, keine küche, kein getränkeverkauf, weniger kunden. Wenn die gier das hirn frisst, ist es aus mit der buddhistischen moral.
Ich habe am tag vor dem schuheheraustellen alles vorbereitet, um aus der bucht zu verschwinden. Leider sind die wellen und der wind dagegen, also abwarten bis morgen. Wenn ich die mooring vom schiff werfe und etwas läuft schief, dann bin ich in zehn sekunden im nächsten boot und das bedeutet ärger, muss nicht sein.

Gegen mittag war dann weniger wind und ich habe mich von der leine getrennt. Raus aus der bucht war einfach und langsam. Entweder ist das schiff wieder zugewachsen oder das ablaufende wasser war der grund. Ausserdem wollte ich Mr Perkins nicht so stressen, nach zweimonatiger pause.
Der erste ankerplatz war nach sechs meilen erreicht. Zwischen zwei inseln und dem festland. Hinter mir ein verlassenes resort mit anleger. Dann kommen öltanks und nicht sichtbar die entladestation dafür. In der bucht ankern gewerbliche schiffe. Dann kommen mehrere hotels, sehen nicht belegt aus. Der nächste hügel ist mit besseren häusern bebaut, unten am ufer liegen drei schiffswracks. Weiter nach rechts ist das festland und das ferne Phuket town. Dann folgt eine weitere insel mit durchfahrt zum meer. Und zum schluss vor mir die kleine insel mit schiffswrack und leuchtturm.

20201206 bucht tag1 1

 

20201206 bucht tag1 2

 

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Acht seemeilen weiter der zweite ankerplatz. Diesmal vorm sandstrand mit palmen. Nur es war So und die ausflügler kamen. Wavebord hinterm motorboot fahren, baden und an den strand. Das nervige waren aber die großen flugplatzrunden. Ich wurde mindestens zwei dutzend male überflogen. Erst zum sonnenuntergang kehrte ruhe ein. Außer der grille, die schon seit drei monaten auf meinem schiff lebt, sie machte abendkonzert.

20201206 bucht tag2

 

20201206 bucht tag2

 

20201206 bucht tag2

 

Um dreiundzwanzig uhr wurde ich von stimmen aus einem holzlongtail geweckt. Zudem waren sie am schiff mit viel licht, für ihre verhältnisse. Warum nur fischen sie mit einem großen netz um mein boot herum und bekommen es dann nicht mehr hinein? Wie konnten sie das netz um meine ankerkette wickeln? Nach zehn minuten, vielen kratzern und meiner beleuchtungsassistenz haben sie kurz vor dem kappen die maschen frei bekommen. Danke für die abwechslung.

Dritter tag, viel wind und der nächste ankerplatz nur sechs meilen weiter. Nicht spannend, insel mit zwei langen landungsstegen und keine besucher. Die moschee bleibt meistens leise, außer dreimal. Auf der anderen seite eine große bauruine, eine fertige hotelanlage leer und zwei weitere flächen, die schon gerodet worden sind. Daraus wird wohl nichts.

Am vierten tag ging es weiter, und ich bin auch gleich durchgefahren zum jachthafen, eine marina teuer und schick. Erstaunlich viele boote hier, nicht voll, aber besucht. Nur ich will mir keine box leisten, fünfunddreißig euronen am tag sind erstmal nicht drin. Und sie sind trotzdem freundlich, haben mir einen wifi code gegeben, man kann mit dem dinghi anlanden, diesel ist teuer und sauber. Deshalb habe ich meinen ankerplatz draußen, zweinhundert meter vor der einfahrt.

Die leute ringsum sind am existenzminimum, die pandemie tötet alle bemühungen der arbeit. Schon wieder bin ich auf eine hilfsbereite person gestoßen. Sie hat ein kleines hotel, das Wooden House, einen massageraum, küche und tische zum essen. Von der dachterasse kann ich mit einem kühlen bier mein schiff sehen. Seit einem jahr baut sie an ihrer idee und nun ist sie bereit, nur es fehlen die gäste, doch die schulden drücken.

20201210 terassenausblick

 

20201210 terassenausblick

 

So langsam werde ich abergläubisch. Zum einen bringt man mir bei, nicht an einem Freitag den hafen zu verlassen. Ok, das klingt noch irgendwie plausibel. Nur an diesen tagen passiert mir fast immer etwas. Gestern morgen, der kaffee war heiß im becher, die neusten nachrichten im netz und mails rufe ich gerade ab. Es ist mir noch nie mit kaffee passiert, aber der becher hat sich halb über dem laptop ergossen, der rest ist über dem boden verteilt.
Also mal kurz und schnell den rechner zerlegen und trocknen. Ein job, auf den ich eigentlich keinen bock habe, muss aber sein. Dann habe ich auch gleich meinen alten rechner nummer eins zerlegt. Der hatte meine rettung vom riff mit salzwasser nicht überlebt, einige teile schon. Aus dem puzzle habe ich am abend einen neuen zusammengebaut. Ich nenne ihn mal rechner eineinhalb.
Ich wollte auch die ankerrolle warten und abbauen, da sie anfängt zu quietschen. Das werkzeug gut positioniert, dann sich auf den vorbau setzen, wie ich es schon oft getan habe. Eine ungeschickte bewegung und der große ringschlüssel fing an zu rutschen, unter der rolle hindurch und in den tiefen des wassers und des matsches eingetaucht.
Danach hatte ich eine verabredung zum einkaufen im entfernten Phuket town. Das dinghi ins wasser gebracht und los. Nur war ich ungeschickt und habe mit dem longtail bei langsamer fahrt einmal das unterwassereschiff auf ein paar metern bearbeitet. Freitage können teuer sein.

20201212 rechnerpuzzel

 

Es sollte nur ein kurzer spaziergang sein, aber ich bin bis zur bundesstraße gekommen. Diese marina liegt im gebiet der sprenggläubigen, auf halbem weg eine moschee. Die andere höre ich morgens und abends vom schiff aus, am anderen ufer. Nur als resultat dessen gibt es kein alkohol und schweinefleisch im umkreis von drei kilometer zu kaufen. Die menschen sind verschleiert und abweisend. Somit gibt es hier nur zwei bars, die gegen die gebote verstoßen. Es wird zeit, hier zu verschwinden.

Meine dieselvorräte sind aufgestockt und es fehlt nur noch der wassertank. Dann kann ich wieder richtung Chalong segeln, mein dinghi und motor abholen. Wenn dann der wind wieder freundlich ist, auf die andere seite nach Krabi segeln. Weihnachten mal anders erleben.

Den diesel habe ich an einer tankstelle gekauft, ein freundliches mädel hat meine kanister befüllt. Die schwierigkeit lag in meiner forderung, nur neunundzwanzig liter in jeden kanister zu füllen. Nach absprache mit einer anderen fachkraft wurden einhundertfünfundvierzig liter in die zapfsäule eingetippt. Der erste kanister lief gut, aber dann benutzte sie einen taschenrechner, um die werte achtundfünfzig, siebenundachtzig und einhundertsechzehn zu ermitteln. Das sind kopfrechenaufgaben eines zweitklässlers, hier sind die kapazitäten des fachpersonal deutlich überschritten.

Ich musste dort weg und zwar schnell. Doch zuvor wollte ich noch einen misstand beheben. Es wurde mokiert, dass die graphische aufarbeitung des titelbildes ja ganz nett sei, aber ein aktuelles foto von Themroc wäre schöner. Nun denn, wollte ich ändern und mich auch gleichzeitig vom Wooden House verabschieden, meiner lieblingsdachterasse. Nur leider fing ein heftiger regen an und wollte nicht aufhören. Also zurück zum schiff und die kamera in den vermeintlichen dichten schultersack gepackt. Ich war bis auf die haut nass, einfach alles durch und durch. Als ich dann die kamera aus dem sack nehmen wollte, schwamm sie. Vermeintlich dicht, bis auf das neue loch, dass ich nicht bemerkt habe. Wasserschaden nummer zwei, wobei der computer ein kaffeeschaden war. Also schnellstens das stück zerlegt und getrocknet.
Heute nach drei tagen ist noch kein fototechnisches lebenszeichen zurückgekommen. Ich warte ab und aktiviere gerade die letzte backupkamera. Danach muss eine neue her. Somit wird das titelbild erstmal so bleiben.

Für die reise in den norden habe ich vier tage gebraucht, zurück mit dem wind nur zwei. Wobei gestern der erste tag seit elf monaten war, an dem ich nur gesegelt bin, wenn auch nur für drei stunden. Leider gibt es auch keine bilder der netten ankerbucht und den skurrilen inseln, reste von vulkanschloten. Man sollte vorsichtiger mit der elektronik umgehen.
Die alte mooring in Chalong war noch frei, die krabben fanden das allerdings nicht so nett. Ihr neues altes zuhause liegt jetzt wieder an deck.
Was hat sich noch in zwei wochen geändert, fast nichts. Ein weiteres geschäft mit plastikartikeln ist geschlossen, es liegen dieselben schiffe an den moorings. Nur ein altes holzschiff hat es nicht überlebt. Irgendwann hört auch die beste bilgenpumpe auf zu arbeiten oder das solarpannel hat füße bekommen. Bei niedrigwasser liegt es, sonst schwimmt es noch, nur sehr tief. Keinen kümmert es und so wird es dort wohl verrotten.

20201221 tot

 

Nur noch zwei tage bis zum fest oder hier sind es drei und ich komme nicht vom schiff. Der wind weht mit über zwanzig knoten und das wasser fängt an zu kochen. Das ist mir zu nass und zu gefährlich, mit Echo Beach zum pier zu fahren.

Am nachmittag waren es nur noch drei windstärken mit welle und es war nass. Manchmal denke ich, es ist ein alptraum. Das zelt und die werkstatt vom dinghirepairman sind verschwunden. Eine aluhütte ist auf der anderen straßenseite, nur noch drei große schlauchboote und ein rumpf sind vorhanden. Die personen sahen nicht glücklich aus, haben aber ihren chef angerufen. Der ist aber erst in vier tagen wieder hier und mein dinghi ist nicht vorhanden. Anscheinend haben sie ihn vom grundstück gefeuert. Ein anderer, nicht einheimischer erzählte mir dann, wo sich die ganzen schlauchboote befinden. Vierhundert meter weiter, zweimal rechts und dann bis zum ende des weges. Dort im hof eines hauses liegt nun mein noch nicht repariertes dinghi, mein hals ist am platzen.
Danach auf zu meinem motor. Der auftrag an den freundlichen Thai war es, er solle das regeln. Ach, das sind ja schon zwei wochen her und er habe es vergessen. Aber morgen will er sich darum bemühen. Also warte ich mal auf eine sms. Dieses land wird nicht aus dem quark kommen, wie auch bei diesen menschen.

Somit werde ich die nächsten tage und wohl bis zum jahresende hier in Chalong mit der grille und dem gecko verbringen. Euch ein frohes fest im weihnachtsknast, warum soll es euch besser gehen.

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Phuket Repair Extended

Natürlich ist man nie fertig mit den reparaturen am schiff und dem zubehör. Da ich beschlossen habe, im Dezember hier zu verschwinden und richtung Süden zu segeln, sollte das wichtigste funktionieren. Und das allerwichtigste am ankerplatz ist ein beiboot mit motor.

So bin ich am Montag zum dinghi-repairman gefahren, damit der wassereinlass bei beladung des bootes gestoppt wird. Zusätzlich habe ich die aufnahmen des mittelsitzes mokiert, dort fingen schon die risse an. Damit er noch etwas tun konnte, habe ich ihm meine wasserdichte tasche gegeben. Sie brauchte auch ein paar flicken. Dann rief er den außenborderspezi an der kurve an.

Der kam, sprach auch englisch und ich erklärte ihm die probleme. Auch habe ich ihm gesagt, dass der motor identisch mit einem Yamaha ist. Er wollte ihn später abholen und untersuchen. Aber zuerst wollte er die ersatzteilsituation checken. Beide sagten etwas von morgen.

Auf dem weg zurück sah ich einen leeren friseurladen und so bekam auch dieser mann einen auftrag. Einmal haare schneiden, das erste mal nach zwanzig monaten. Dann wurde noch die gesichtsbehaarung gekürzt. Das ganze kostete soviel wie in Berlin vor zehn jahren, hier wurde ich allerdings abkassiert. Einheimische zahlen höchstens die hälfte oder weniger.

Für den rückweg habe ich dann wieder die wanderschuhe angezogen, es geht immer um die halbe bucht herum. Da ich zeit habe, noch einen abstecher in den großen bau- und hausmarkt, meinen batterielieferanten. Sie haben auch weißware, und meine hoffnung war, einen neuen kühlschrank zu finden, der anstelle des alten seinen dienst tun könnte. Aber es gab nur einen noch kleineren und keine kühltruhe. Das wäre mir am liebsten, ich glaube, bei meinem fällt die kälte aus der tür heraus. Den versuch, eine steuereinheit für meinen alten zu finden, fange ich gar nicht erst an. Ich habe sie ausgebaut, sie riecht nach ampere, aber sichtbar ist nichts. Warum braucht ein einfaches gerät wie ein kühlschrank mehr chips als in einer apolloraumkapsel verbaut waren? Wenn sie diesen kühlschrank ende der sechziger gehabt hätten, dann könnten sie auch den mond erreicht haben.

Am Dienstag, dem achtundzwanzigsten oktober, bin ich dann wieder gewandert, um mein dinghi zu holen und das analyseergebnis vom motor zu erfahren. Als erstes erklärte mir seine frau, dass die teile oft nicht ganz genau passen und sie deshalb den motor nicht öffnen wollen. Ich könne ihren mann am strand finden. Das lag auf dem weg zum dinghi und dieses war natürlich nicht fertig. Die wassereintrittstellen am boden waren geklebt, die sitzaufnahmen waren entfernt. Morgen fertig, na klasse. Den rückweg habe ich mit dem motormechaniker gemacht und ihn zur arbeit gedrängt. Nachdem die verölte zündkerze gereinigt war, sprang der motor an, lief aber schlecht. Sie wollten den ventildeckel im eingebauten zustand abschrauben, ich war für den ausbau des motors aus dem gehäuse. So fingen sie an und ich zog wieder ab, bis morgen.

Diese menschen wollen oft nicht, da hat es auch keinen zweck, sie zu überreden oder zu drängen. Ich hatte die explosionszeichnungen mit den ersatzteilbestellnummern von Parsun dabei. Auch einen verweis auf die Yamahanummern. Das würde sicherlich über hundert euronen an kosten verursachen und würde ihnen arbeit machen. So gab es einen neuen deal, den motor wieder zusammensetzen, ohne dichtungen und öl. Ich glaube, dass kolbenringe und dichtungen von Yamaha passen würden, aber gut. Dafür hat er mir einen kleinen Honda viertaktmotor für unter hundert euro verkauft. Sprang sofort an, luftgekühlt und sagenhafte zwei pferdestärken. Muss erstmal reichen, und wenn wieder zeit und eine richtige werkstatt vorhanden ist, wird der motor instand gesetzt.

20201030 honda versuch

 

Aber das dinghi war noch immer nicht fertig, bzw. ich sollte eine halbe stunde warten. Nur war es eh schon niedrigwasser und dann heißt es dort, hundert meter durch den schlamm gehen. Also wieder einmal morgen und dann ist auch der alte motor wieder zusammengeschraubt.

Es geschehen noch die kleinen wunder, am morgen war der alte motor im dinghi und die sitzhalterung auch wieder eingeklebt. Die rückfahrt mit dem neuen motor war ein eigentor. Ich wusste die position vom bezinhahn nicht und musste den motor zehnmal starten. Das ganze bei viel wind und welle, eine nasse angelegenheit. Und weil ich den Honda kennenlernen wollte, habe ich ihn teilzerlegt. Der tank ist gereinigt und der vergaser auch und der rest sah gut aus. Danach sprang er auch wieder super an und so ging es zum pier. Mit einer genauso schlechten performance, wie mit dem alten motor.
Der rückweg war ebenfalls mies, nur die ersten hundert meter waren schnell. Danach muckte er herum und die letzten hundert haben wir im schlepp eines gerade vorbeifahrenden schlauchboots absolviert. Also noch einmal zerlegen, und wenn es nicht drucken sollte, dann zurück zum verkäufer.

Der verkäufer war am Fr zum angeln rausgefahren und sollte erst am Mo wiederkommen. Aber seine frau hat mir das geld sofort zurückgegeben, sie kennt das wohl schon. Danach bin ich die beiden marinas abgelaufen und das dreisteste war ein zwei ps zweitakter für den vierfachen preis vom Honda. Dazu gäbe es aber noch eine ein-zentimeter dicke staubschicht. Mein dinghi-repairman hat dann jemanden aufgetan, der seinen motor verkaufen will. Nur der ist auch erst wieder am Sa zu erreichen.

Dann gab es am wochenende motor nummer zwei bei dem dinghi-repairman. Wenn ich nicht dringend einen motor brauchen würde, wäre das eine richtige show gewesen. Es war kein tank mehr im motor, deshalb gab es einen außenliegenden, auch gut. Der verschluss der haube war abgebrochen und nur durch den tankeinlass zu bedienen. Alternativ konnte man auch durch das aufgebrochene gehäuse greifen. Die zündkerze war total verrostet, ebenso wie die zylinderkopfschrauben, seit über einem jahr. Der benzinadapter wollte nicht fassen, ein neuer rostiger kam daher. Nur wollte der harte benzinschlauch nicht so recht. Ich gab die information, dass wärme helfen könnte, und es passte danach auch.
Nach mehreren startversuchen lief die möhre auch. Es wurde mehr benzin herbei geschafft, per daumen zweitaktöl hinzu gegeben und der motor lief. Nur kam kein wasser aus dem kontrollauslass heraus, am fuß sprudelte gas heraus und der impeller war schon seit jahren tot. Zum schluss legte der dinghi-man noch den gang ein und das fass hatte einen kollateralschaden. Der kontaminierte boden sog das wasser in sich, was für ein schauspiel. Dieser zwanzig jahre alte motor sollte dreihundert euronen kosten, wer hat diese gehirne so monetär versaut.

Aus der traum. Schon ist der dritte November und heute war nummer drei der motoren dran. Am Di beim engine-repairman an der ecke. Es sah so gut aus, ein vier ps Yamaha, das original meines motors, er sprang rechtzeitig an und lief gut. Dann habe ich die haube entfernt und war sehr zufrieden. Es sah nach einem gepflegten außenborder aus, neue dichtigungen und kein öl und dreck. Nachdem ich den motorölkontrollstab herausgeschraubt hatte, war dort nur karamelmatsche im motorraum. Gestern war noch alles in ordnung, so der motorenfredel. Wenn man das glauben soll. Dieses teil hätte drei tage überlebt, mit einem kolbenfressertot.

Diese menschen hier haben eine lange gehirnwäsche hinter sich. Nur die realität ist ein klein wenig anders. Sie können es nicht, wollen es nicht, da sie in ihrem universum die bosse sind. Warum schauen sie sich nicht um sich.

Am Mi war das abholen des dinghis geplant und es kam noch etwas hinzu. Es gibt sie wohl doch noch hier, hilfsbereite menschen. Der motorfritze ist erstmal abgeschrieben, er hat keinen schrott mehr, den er mir andrehen will. Anstatt das karamelproblem zu lösen, ist der motor an den besitzer zurückgegangen, bis er dem nächsten angedreht werden soll.
Der mann der ladenbesitzerin, bei der ich oft pause gemacht habe, wollte mich nur kurz zum zweiten motormechaniker im ort bringen. Dieser hatte leider geschlossen und somit sind wir gleich weiter gefahren nach Phuket Town. Die zentrale Yamahawerkstatt repariert nur ihre motoren, keine klone. Die nächste werkstatt haben wir nicht gefunden, dafür die dritte, und diese ist gewillt, meinen motor eventuell zu reparieren. Der versuch, mir einen alten zweitakter für dreihundert euronen mit defektem propeller und ohne tank zu verkaufen, gelang nicht. Nun muss nur noch der motor dorthin, aber dafür habe ich den freundlichen ehemann. Geld wollte er für die ganze tour keines annehmen.

Am nächsten tag noch einmal dorthin und den motor abgeliefert, der chef will einen blick darauf werfen. Danach gibt es ein angebot oder kostenvoranschlag. Auf dem rückweg haben wir dann noch bei einem Hondashop angehalten. Dort bekomme ich einen neuen vier ps motor mit halterung fürs boot und einen longtail mit propeller für zehntausend baht. Eine alternative und mal was neues. Wenn das realisiert wird, gebe ich auch das dinghi zurück.
Gestern bin ich zum pier gerudert und auf dem rückweg hat sich schon die erste ruderhalterung angelöst. Die arbeitsqualität lässt doch sehr zu wünschen übrig.

Mein nachbarboot hatte sich in der nacht dann mit meinem getroffen, das soll nicht. Wir wissen nicht, wessen mooring nachgelassen hat, aber es war bei hochwasser und kein wind. Am morgen ist das andere boot dann zu einer neuen mooring geschippert und ich werde wohl nachziehen. Ohne motor ist dieser platz echt mist.

Karneval fängt heute an, ohne umzüge, ohne schunkeln, ohne alles. Ich bin nicht zur neuen mooring gezogen, habe dafür meine verkürzt. Somit scheuert die nächste auch nicht mehr an meinem schiff. Soweit alles gut und mein dinghi ist seit gestern wieder in der nachbearbeitung. Diesmal hat sich eine ruderaufnahme gelöst, aber ich bin noch bis zum ufer gekommen. Auf dem rückweg bin ich dann noch beim freundlichen helfer vorbei gegangen, und es sieht wohl so aus, dass mein alter außenborder doch repariert werden kann.
Und mein windgenarator ist auch wieder einsatzbereit, mit der chinesischen nabe, drei chinesischen repellern und zwei türkischen. Das ist das letzte aufgebot, das ich zusammenstellen konnte. Mal sehen, wie lange die es mitmachen. Aber zuerst sind sie ruhig gestellt, denn die solarpannels machen so um zwei ampere. Die batterien sind immer voll.

20201115 wind versuch

 

Der windgenerator hat sich dann am Fr, den dreizehnten losgerüttelt und läuft scheiße. Es ist doch wichtig, dass alle blätter das gleiche gewicht haben, die länge ist nicht ausschlaggebend. Diese baustelle bleibt aktiv.
Auch aktiv ist der außenborder. Gestern abgeholt, heute zurück zum schiff gefahren. Springt an, hat standgas, nur die kopfdichtung ist die alte, es süfft noch immer öl. Also für fast nichts bin ich hundertfünfzig euronen losgeworden, die miesen zecken.

Am So wollte ich mal mit dem netten thai schnacken und der laden war dicht, gut so. Wer sieben tage von morgens früh bis in die nacht arbeiten muss, macht etwas falsch. Mit dem dinghi bin ich zum pier gekommen, lief befriedigend. Die rückfahrt war mies, mit vollgas war es nur standgas bis zum schiff. Etwas neues muss her, ich wiederhole mich.

Dafür hatte meine verlängerte küche wieder offen, der laden und die küche. Ich mag es, dort zu sitzen, ein bier im laden zu kaufen und den geruch des frischen essens zu riechen. Alles aus dem wok, wie man es will. Einiges können sie nicht, bratnudeln, frühlingsrollen, aber alles andere ist sehr gut essbar für fünfzig baht.
Mein interesse gilt aber nicht dem günstigen essen, ich bezahle soviel wie die einheimischen. Es ist der geruch des kochens und meine leidenschaft zu beobachten. Die menschen kommen hier mit ihren mopeds an und halten direkt vor der küche. Die beiden, die diese betreiben, tragen keine masken, außer sie müssen um die ecke mit einem schlüssel zum klo. Dazu kommen die spatzen, die, wenn man nicht aufpasst, das essen vom teller klauen. Ich mag diesen laden an der hauptstraße, ich sehe viel und das absurde. Leute steigen aus ihrem wagen aus, binden sich die windel vors gesicht, um in den schreibwarenladen gegenüber zu gehen. Viele europäer sind darunter, alle mit maske.

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche spatzen

 

20201115 verlaengerte kueche spatzen

 

Aber es gibt dann noch eine andere koriosität. Motorroller fahren mit badeschlappen, helm ist egal, aber hauptsache maske tragen. Ich habe bis jetzt nur einen sturz eines mopeds gesehen, aber die maske hat nicht geschützt.

Was noch so passiert ist: ein ortswechsel. Nicht weit, nur eine fünftel meile weiter zum pier. Am Sa morgen kamen zuerst zwei mit einem schlauchboot, um mir zu erzählen, sie bräuchten meine mooring. Danach kam der besitzer und erklärte es mir noch einmal, wobei ich ihm dargestellt habe, dass dieses teil nicht sicher ist. Er will das abtauchen. Somit habe ich mein schiff verlegt und alles lief super, trotz des windes. Leinen bereit, handschuhe in griffnähe, von der richtigen seite die neue mooring angefahren und beim ersten mal war ich fest. Die vielen krebse wussten nicht was los war, die meisten gingen wieder über bord.

Und ich habe etwas dazu gelernt. ATM steht hier für geldautomaten, karte rein, pin und das geld ist gekauft. Dreihundert euronen für sechs euro, wenn ich die gängster treffe, ist eine rettung auf see nicht erfolgreich. Nur sollte man dringendst nur die automaten an einer bank benutzen. Wenn die karte drin bleibt, ist mehr als die kacke am dampfen. Wenn man dann nicht die nummer des automaten weißt, ist die karte im nirvana oder auf der abkassiererstrecke.
Aber atm heissen auch viele bars hier auf der strasse zum pier. Die amerikaner sagen dazu ‚ass to mouth’. Das sind die fickbars mit den nutten. Nur diese kennen mich inzwischen, nach zwei monaten wollen sie mich nicht in ihr spinnennetz locken. Dabei geht es ihnen auch nicht gut, sie trocknen aus. Die freier bleiben aus und viele haben mehr kosten als einnahmen. Dabei ist es unerheblich, ob sie die kohle an den zuhälter abdrücken oder an die familie. Für diese arbeiten sie alle im office als sekretärin, nur die wenigsten können lesen und schreiben. Scheinheilige welt auch hier, wir wollen das so.

Dann war ich noch im secondhandladen shoppen. Eine riesige halle mit haushaltsartikeln. Es ist nicht mehr möglich, einen mechanischen wecker zu kaufen, alle sind batteriebetrieben. Dafür habe ich eine neue über drei meter lange ausziehbare angelrute erstanden, acht euro. Und für das auffangen des entlüftungswassers unter dem watermaker-filter eine edelstahlwanne für drei euro, nach gewicht. Vielleicht fange ich ja auf der nächsten etappe den ersten fisch.
Das weitere gut an diesem So war ein fünfer-tag. Jeden tag finde ich geldmünzen, im wert nicht viel, meistens ein viertel baht münzen. Diese sehen aus wie ein pfennig. Es gibt dreier tage, auch mal vierer und gestern war eben ein fünfer.

Das leben mit den menschen hier ist nicht einfach, ich wiederhole mich. Der dinghi-repairman will mein boot nicht zurücknehmen, es gehört einem anderen und der ist weit weg. Somit habe ich jetzt zwei. Wie es mit dieser geschichte weitergeht, im nächsten bericht. Aber ich habe mir das hier gekauft.

20201121 long tail

 

20201121 long tail

 

20201121 long tail

 

20201121 dinghi

 

20201121 long tail

 

20201121 dinghi

 

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Phuket Repair

Nach siebenundzwanzig meilen bin ich zur mittagszeit in der bucht auf Phuket angekommen. Das boot von Sean habe ich auf anhieb gefunden und mir die nächste mooring genommen. Sie ist sehr dick und mit vielen muscheln bewachsen.
Am nächsten morgen dann der check-in beim hafenmeister. Zuerst am computer registrieren, dann den hafenmeister anrufen. Dieser hat freundlicherweise kopien erstellt und ich habe den zettel bekommen. Und ich sollte doch mein ais für ein paar stunden einschalten, damit sie mich sehen können. Welches?

Danach bin ich auf batteriesuche gegangen. Wanderschuhe an und mehrere kilometer gelaufen. Nachdem ich zehn tage nur auf dem schiff war, ist war das sehr anstrengend. Ein geschäft konnte mir einen preis für agm batterien geben. Diese müssen aber aus Bangkok kommen. Ein weiteres angebot kam per email, eintausendfünfhundert für vier neue. Nun bin ich am nachdenken, ob es nicht auch vier neue wartungsfreie tun könnten. Der preis wäre ein drittel vom angebot.

Wiedersehen mit Mike, hilfe bei der suche nach einem dinghi. FastForward liegt auch in der bucht vor vor Phuket. Er hat mit mir zusammen das dinghi gefunden und etwas angezahlt. Am Mi haben wir es dann abgeholt, und ich glaube, dass es für das boot in absehbarer zukunft erstmal die schnellste war. Meine fünf ps, wenn sie sich zeigen, sind deutlich langsamer. Und somit ist ein neuer gast an bord, ein geflicktes überholtes dinghi mit einem aluminiumboden. Neu kostet es hier um zweitausendfünfhundert euronen, ich habe für das hässliche entlein sechshundert bezahlt. Dafür hat es auch noch räder am heck.

20201006 neues dinghi

 

20201006 neues dinghi

 

Die gangart wird jetzt härter in Thailand. Das visum von Mike wird nicht verlängert und somit muss er das land verlassen. Der nächste stop für ihn sind die Seychellen. Die abfahrt war gestern morgen. Ich habe ein paar seiner vielen baht gegen euronen getauscht. Hoffentlich muss ich mir selbst nicht in den allerwertesten beißen.

Den windgenerator habe ich gelegt und die leitungen gecheckt, scheint alles ok zu sein. Danach ging es an die repellerkürzung heran. Der kürzeste ist sechsundfünfzig zentimeter lang, hat sich also schon um vier abgenutzt. Alles wieder in position gebraucht und wind kam am nachmittag auch. Nur will der chinese nicht, er dreht leicht und macht aber keinen strom. Somit werde ich das letzte türkische modell wieder ausgraben und einsetzen. Er machte keinen strom, da in der verteilerdose eine verbindung geschmolzen war.

Der andere alte chinese, der herr außenborder muckt auch herum. Ich werde ihn mir heute mal zur brust nehmen. Er startet schlecht und dreht auch nicht sehr hoch. Im wasser fährt er wie im standgas. Die erste fahrt zum pier und zurück hat seeehhhhhr lange gedauert. Es kann der sprit sein, oder er bekommt zu viel oder zu wenig luft.
Am Fr dann wieder das alte spiel, er läuft nicht. Was eigentlich immer hilft, ist, den vergaser abzuschrauben, das schwimmergehäuse zu entfernen, wieder anzuschrauben und den vergaser wieder an seinen ort zu montieren. Danach spring der motor in der regel an. Warum, weiß ich nicht. Diesmal habe ich auch an der zuluftschraube gedreht. Die fahrt war diesmal doppelt so schnell und bei der rückfahrt sprang der motor sofort an. Ich brauche eine freundliche reparaturwerkstatt.

Am nächsten tag, Sa, mit dem müll der letzten tage auf zum pier. Nach vielen versuchen sprang der chinese an und ich habe die verschlusskappe vom motortank in die tiefe der bucht rauschen lassen. Meine finger haben viele kleine schnittwunden von den reparaturen. Ich habe es versucht, der motor lief ziemlich gut, bis zu zwei drittel des weges, dann aus. Mit dem paddel bin ich zu einem tauchboot gekommen und der skipper hat jemanden geholt, der mich zurückgeschleppt hat. Heute muss ich wieder an das scheißding ran oder ich muss auf dem schiff bleiben.

Man hat mich wieder mitgenommen und zurück habe ich auch jemanden gefunden, der mich am schiff abgesetzt hat. Dann verlief der weitere Sonntag feucht und windig. Schon als ich im supermarkt war, hatte der himmel die tore geöffnet. Das gute am tag war der türke mit seinem regler. Dieser wird bei siebenundzwanzig volt aktiv und das war sehr häufig der fall.
Dann um dreiundzwanzig uhr gab es einen knall und ich war sehr schnell an deck. Warum fahren all diese schiff um diese uhrzeit umher? Mr Perkins sprang sofort an und ich versuchte, in der dunkelheit mein schiff aus der gefahrenzone zu bringen. Alles ohne crash und dann fiel der anker nach fünfhundert meter. Kette im ankerkasten hilft nicht sehr viel und so sind erstmal um sechzig meter draußen. Morgen sehe ich mehr, auf jeden fall ist meine leine zur mooring gerissen.

Gestern war der letzte tag im September und meine kreditkarte läuft im monat zehn ab. Die neue ist noch nicht in sicht und so habe ich erstmal bedrucktes papier gehäuft. Die entscheidung zu vier neuen agm batterien zu je hundert amperestunden ist auch gefallen. Zusammen kosten sie sechshundert und freie lieferung bis zum pier. Leider waren sie nicht vorrätig und müssen bestellt werden, dauert um eine woche. Bezahlt habe ich sie schon, solange die karte noch akzeptiert wird.
Das thema dinghi und motor zieht sich. Der tank war verdreckt und unten war auch wasser im sprit. Der benzinfilter war mit dreck zu und im benzinhahn war schmutz. Nun springt der motor besser an, aber das dinghi habe ich zurückgebracht. Es sind sehr viele stellen, die mir nicht gefallen und die erneuert werden müssen. Falls der verkäufer es zurücktnimmt, ist es mir sehr recht.

Hier in Thailand ist heute wieder eine religiöse periode abgeschlossen und daher sind jetzt feiertage. Der dinghi-repairman war gestern auch nicht mit dem boot fertig, es soll heute sein. Ich bin sehr genervt, denn wenn keiner vorbeifährt bin ich auf dem schiff gefangen.

Auch die sache mit der Schweiz hängt mir zum hals heraus, keine antwort, keine mails. So muss ich mir mal luft verschaffen. Die firma Tecnautic aus der Schweiz und die person Otto Hollborn funktionieren nicht mehr so recht. Als ich noch auf der werft war, hatte ich ein neues display geordert, damit ich schnell in den südlichen indischen ozean kommen konnte. Dann kamen die ratten an bord und ich habe die bereits bezahlte bestellung gestoppt. So weit so gut.
Also habe ich alle defekten teile der navigation in das alpenland gesendet, ging recht schnell. Sofort eine antwort von dort erhalten, was kaputt ist und repariert werden kann. Das lief soweit auch gut, nur dann kam eine überhöhte rechnung mit nicht georderten positionen. Zum beispiel eine internetberatung über zwei stunden, ein update der diagrammzeichnung meines systems und eine überhöhte transportkosten position. Ich hätte die transportkosten für über zweihundert euronen akzeptiert, jedoch kostete das paket nur einhundertunddreißig. Die beiden anderen positionen sind auch über zweihundert. Dabei waren die hinweise per mail nicht sachdienlich und es gab nur verweise auf die bedienungsanleitung. Wenn dann noch der hinweis kommt, das steht auf seite neun, dann ist das mist. Ich kann die dokumentation fast auswendig und meine seite neun ist eine leere, autsch.
Dann kommt hinzu, dass die neue logge nur halb funktioniert. Die geschwindigkeit wird ermittelt, die temperatur nicht, defekt und vorher nicht überprüft. Die verlängerungskabel hatten keine buchsen, nur stecker. Mit der überzahlung der ersten rechnung komme ich so etwas auf vierhundert euronen, die ich gern zurück haben möchte, keine antwort.
Ich mag die einfachen displays von Tecnautic, ein stabiles system, wenn es funktioniert, ist alles super. Nur der service von herrn Hollborn ist nicht nach meinem geschmack. Mein schreibstil ist oft sehr direkt, und er weiss nur zu gut, dass ich geld nicht drucken kann. Daher gab es oft nachfragen, ob dieses oder jenes gemacht werden soll. Irgendwann ist halt ein ende mit dem kundenmelken.
Es war ein grund, warum ich auf das riff gelaufen bin, die fehlfunktion des autopiloten. Er konnte nicht anders, da zuvor ein display ihn automatisch falsch programiert hatte. Dieses sollte nie vorkommen und es ist doch passiert. Eine antwort auf dieses problem habe ich bis heute nicht erhalten. Das display wurde dann in Neukaledonien eingeschickt und repariert.
Meine geräte sind nun schon um siebzehn jahre alt und damals waren sie state of the art. Sie waren im schiff und funktionierten. Ich würde heute lieber teile aus china oder japan kaufen, die tausendfach verkauft wurden und an fast jeder ecke auf der welt erhältlich sind und auch dort repariert werden können. Jede reparatur mit Tecnautic dauert von der anderen seite der kugel immer um einen monat. Das ist die zeit, die ich gebraucht hätte, um rechtzeitig ablegen zu können. Hier in Thailand oder auch in Neukaledonien, somit bin ich jedesmal zu spät gewesen.

Der siebte Oktober, kein besonderer tag, nur es regnet sehr oft und das wetter verschlechtert sich. Mehr wind soll in dieser woche noch kommen, der türke arbeitet. Gestern habe ich dann wieder einmal das dinghi abgeholt. Alles soweit repariert und sieht jetzt deutlich besser aus, auch wenn die patches grau sind. Da ich vor ein paar tagen den motor gecheckt hatte und er lief, ging er mit dem boot gleich ins wasser. Das ende der startversuche war wieder auf dem deck. Ich weiß nicht, woher der dreck kommt, sehr fein und er sammelt sich im vergaser. Dort verstopft er die düsen, kein sprit, kein laufen. Nach einer stunde war es dann soweit und ich habe das erste mal mit diesem motor eine gleitfahrt gehabt. Das gefiel mir sehr.
Die rückfahrt mit über dreißig kilogramm an getränken war feucht. Keine gleitfahrt, dafür kam wasser in den bug durch irgendwelche ritzen. Der nächste flickentermin ist schon im fokus.

Und einen tipp will ich auch noch verraten. Eine mooringleine einhand mit dem bootshaken zu ergattern ist mühselig und es hat mir auch schon einen in Lissabon gekostet. Die fischer hier benutzen einen wurfanker mit einer am schiff befestigten leine. So einen fahre ich nun schon sechs jahre lang mit mir herum und er hat nun seine einsätze. Über die mooringleine werfen, anziehen und schon ist das boot schnell fest. Nur werfen muss ich noch lernen.

20201007 wurfanker

 

Am Donnerstagabend waren die batterien endlich auf dem schiff. Am tag zuvor wurde ich dreimal angerufen, um einen termin um vier uhr zu fixieren. Dann das ganze gestern noch einmal. Kurz vor vier war ich dann am pier, nur nicht die ware. Weitere anrufe, weil sie nicht kommen konnten oder wollten. Für das befahren sollten sie zweihundert baht, so um sechs euro bezahlen. Also habe ich mich an einen bus angehängt und bin zum anfang des piers gefahren. Die chinesischen touristen haben sich amüsiert, denn ich hatte in der eile nur meinen schlüppi und shirt angezogen, egal. Die batterien habe ich gecheckt und ein vorbeifahrendes moped mit beiwagen angehalten. Dieser hat dann ein zehntel des preises bekommen, war glücklich und nach weiteren zehn minuten waren die schwarzen teile auf dem schiff. Sean hat mir dabei sehr geholfen und auch nach über einer stunde nicht gemault. Zum weiteren glück war gerade in dieser zeit eine regenpause.

20201008 batterien an bord

 

20201009 batterien an bord

 

Was ist ein Sonntag, wenn es regnet und stürmt. Die sicht ist unter hundert meter und der windgenerator macht auch mal kurz zehn ampere, bevor er abgeschaltet wird. Zum essen habe ich genug, nur mal runterkommen wäre auch nicht schlecht. Seit gestern geht das so und hält sich wohl noch ein paar tage.

Außer regen nichts gewesen. Vier tage weiter und schon mitte des monats oder ich bin schon über drei wochen hier. Das gute an dem regen, er verschafft mir etwas luft mit dem wasserverbrauch. Die förderpumpe vom watermaker kann auch das regenwasser aus einem eimer ansaugen. Dann geht es durch die drei filter hindurch und am ende geht der schlauch direkt zum wassertank. Vierzig liter pro tag find ich gut.
Außer gestern, da war mal für längere zeit die sonne zu sehen. Darauf hatte ich gewartet, um die benzinschläuche im außenborder zu checken oder sie auszutauschen. Zusätzlich habe ich einen weiteren bezinfilter direkt vor dem vergaser verbaut. Ich befürchte, dass sich die benzinpumpe zersetzt und dieser dreck immer den vergaser verstopft. Also ist dort bald eine weitere problemstellung zu erwarten.

Kleinigkeiten, die nicht geplant sind, aber nach dreißig jahren dann doch auftreten. Der reißverschluss von meinem rucksack wollte partout nicht mehr. Selbstreparaturversuch ist gescheitert, also muss da jemand ran. Der erste laden mit polsterrei und kissenfertigung schickte mich zweihundert meter weiter. Nur nach vierzig fand ich diesen kleinen laster und auf der pritsche saß eine frau mit nähmaschine. Ein griff in ihren vorrat und ein neuer reißverschluss war gefunden. Fünf euro und morgen ist er fertig, wort gehalten.

20201013 schneiderei

 

20201013 schneiderei

 

Gestern fing der tag richtig gut an, der zickenmotor machte mit. Noch nie hatte ich beim ersten zug das teil zum laufen gebracht. Und dann ging er auch nicht aus, hatte sogar standgas. Zuvor gab es wieder ein eigentor, der motor war sehr schräg gestellt, über tage hinweg. Ich wollte den propeller nicht in das deck rammen. Dabei lief nur motoröl aus und in das dinghi. Durch den regen konnte es sich schön verteilen, auch aufs deck.
Die fahrt zum pier war gut und schnell, alles super. Nach dem wäschewaschen und einem einkauf ging es dann zurück. Ein zug und der motor lief, diese zicke. Die fahrt zum schiff war wie die hinfahrt. Alles vorbei, bin ich nun endlich mobil hier und muss niemanden nach einem lift fragen.
Am abend wollte ich dann zum strand, dort in einer bar gab es livemusik. Motor sprang an und lief eine minute. Ich war glücklicherweise noch am schiff angebunden. Keine musik, keine fahrt, dinghi zurück aufs deck. Es war windig und vielleicht habe ich mir dabei die öse aus dem boden gerissen. Oder ich habe die leckage bei beladenem dinghi gefunden. Jetzt klafft dort erstmal ein loch.

20201017 loch im rumpf

 

20201017 loch im rumpf

 

Meine batterien hat auch schon jemand abgeholt, das war am Mi. Er kam pünktlich, wir haben die drei teile aus dem schiff und in sein dinghi gewuchtet. Am ende gab es für mich fünfundzwanzig euro und er hat den rest behalten. Wenn er nicht logen hat, so waren es zweidrittel für mich. Das ist ok für achtzig kilogram batterien, das schiff liegt jetzt ein klein wenig höher im wasser.

Ein wenig epoxi, zwei alubleche mit löchern, die ausrisstelle mit einem dorn richten und schon war das loch wieder zu. Am nächsten tag kam der kleine bügel dran, eingeklebt und verschraubt. Diese baustelle sollte erstmal als geschlossen definiert werden.

20201018 loch im rumpf

 

20201018 loch im rumpf

 

Und da ich noch ein wenig von der klebemasse übrig hatte, musste eine einschlagstelle am rande des sonnenpanels am heck geschlossen werden. Man hat mich gewarnt und mir geraten, an deck einen helm zu tragen, am besten mit visier. Diesen hinweis möchte ich allen IstaBreeze windgeneratorenbesitzern mit auf dem weg geben. Es ist nicht das erste mal, dass sich die teile zerlegt haben.
Nur diesmal ist es anders gewesen und vielleicht hat der regler damit zu tun. Dieser war sehr fleißig und bremste die rotoren in den letzten zwei woche rechtzeitig ab. Gestern abend hörte ich wieder einmal ein lautes peng und ruhe. Heute morgen dann ein fundstück, ein einschlag und die überraschung. Diesmal hat die die repellerscheibe nicht gelöst, wie in Uruguay, sondern zerlegt. Die achsenmutter ist noch auf der generatorwewelle und die scheibe ist zerbrochen. Das kann auch ins auge gehen oder eine hand amputieren. Also hände weg von diesen qualitativ absoluten schlechten produkten.

20201018 windgenerator schrott

 

20201018 windgenerator schrott

 

Wenn der wind nicht so richtig willig ist, so geht doch die sonne jeden tag auf, bis zum jüngsten tag oder so. Ich habe zwei solarpanele vor dem müll gerettet. Wenn ich nur wüsste, warum sie etwas wegwerfen, ich verstehe es meistens nicht. Die panele sind nicht in neuestem zustand, aber es reicht, um meine kapazitäten um zwei drittel zu erhöhen. Oft ist es mir ein rätsel, warum menschen, segler tun, was sie tun. Hier war ich nun am rechten ort zur rechten zeit. Diese teile kosten neu eine menge an geld, ich schätze mal ein k-eu.
Die positionen habe ich nach dem schwanenhals ausgerichtet und zu dem habe ich festgestellt, dass ich dort selten einen fuß hinsetze.

20201022 solarpanels

 

Vorgestern wollte ich mal wieder pfadfinder spielen, jeden tag eine gute tat. Ich sah das treibende dinghi und den abgestorbenen motor. Der typ fluchte und zog sehr oft an der starterleine. Es kam mir bekannt vor, mit den roten flicken auf dem rumpf. Seit drei minuten trieb er nun in richtung ausgang der bucht. Der typ sah lokal aus und ich gab mir trotzdem einen ruck. Mein nuttenmotor sprang schnell an, aber auf dem halben weg war es zu ende. Der gut gemeinte rettungsversuch endete in einer eigenen ruderpartie, während der andere ein anderes schiff erreichte. Mein motor braucht eine komplette überholung.

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Und es geht doch wieder weiter

Viele verstehen es nicht, warum ich noch immer hier in diesem drecksloch herumdümpele. Es ist recht einfach, ich bin stur und kann vieles aussitzen.
Die zweite kühlschankklappenreparatur hat auch nicht funktioniert, aber zumindest fällt die klappe nicht mehr heraus. In der wartezeit ist das erwartete paket schon bis Dubai gekommen, also fast um die ecke von hier.

Am Mi, dem sechsundzwanzigsten August ist das paket schon in Singapore, also zu südlich. Wenn der Lukaschenko recht hat mit den günstigen krediten vom IWF mit der auflage, einen lockdown durchzuführen, dann sind wir echt am arsch.
Ich bin es schon, und meine stimme ist nun zwei oktaven tiefer. Habe mit einen dicken schnupfen oder C1984 eingefangen. Es sieht aber nach der krankheit mit den drei-tage-regeln aus, für jeweils kommen-bleiben-gehen.

Fr, der achtundzwanzigste August, das paket ist im Thailand Domestic Hub, na dann sollte es bald ankommen. Die neue wortkreation vom manager heisst: no come.

Sa, einen tag später, das paket ist gestern doch noch am späten nachmittag eingetroffen, noch einmal sechzig euronen für zoll und bearbeitung drauf. Somit beginnt heute die installation. Zuerst die neuen kabel von der steuersäule bis in den motorraum verlegen. Vorher habe ich das ganze nackt gestestet, dann mit den verlängerungen. Morgen geht es durch den motorraum, unter dem fußboden bis zum navitisch, es sollte gehen, oder die arbeit fängt erst richtig an.

So, nächster tag am morgen, die ersten meter im motorraum sind verlegt. Diesmal benutze ich mehr hohlrohre. Das dauert, es werden jedesmal weniger meter, trotzdem. Zwischendurch in die stadt zum einkaufen, diesmal auch eine thai-simkarte. An vieles habe ich gedacht und den ausweis dabei vergessen, somit keine karte, das nächste mal.
Zurück im schiff, die bodenbretter entfernt, den toten generator in die schiffsmitte gebracht und weitere drei meter verlegt. Am abend bin ich in der kabelzentrale angekommen und morgen wird ein brett mit den kupplungen gebohrt. Was echt schlecht war, die verlängerungen, die ich geordert hatte, sind keine, nur patchkabel mit steckern an den enden. Ich brauche aber stecker und buchse am kabel. Und die Schweiz hat auch nicht weitergedacht und keine kupplungen mitgesendet, flachpfeifen. Somit musste ich erstmal welche besorgen, sehr ärgerlich. Und weil das noch nicht alles ist: die neue logge liefert keine temperatur.

Dann endlich am Di zum hafenmeister und abmelden. Auf dem rückweg die simkarte gekauft und aufgeladen. Im großen supermarkt den einkaufswagen voll gemacht und zurück zum schiff. Dort alles verstauen, das werkzeug einsortieren und das schiff seeklar machen.

Das gespräch mit dem manager lief nicht so erfreulich. Zum thema der bezahlten verschwundenen farbe im wert von fünfhundert euronen mit einem süffisanten lächeln, ich möge doch bitte die polizei rufen und sollte es auch beweisen können, grins. Wenn ich nicht zahle, ruft er die bullen. Ich bin im wasser und dieser heini macht stress. Am ende hat er mir ein wenig gestundet von meinem geklauten geld und der ast ist abgesägt.
Warum denken diese menschen nicht bis morgen. Zumindest habe ich in Thailand leser meines blogs und es gefällt ihnen nicht. Was ich über diese nulpen hier schreibe, ist mein persönlicher eindruck, sorry, suck my dick PPS.

Am Mi war alles fertig, wasser aufgefüllt, motor lief und dann kein gps signal am computer. Neustart und wieder nichts, vor fünf tagen war alles super. Somit kein auslaufen zum mittag, vielleicht morgen. Somit habe ich noch einen hut mit nackenschutz beim chinesen gekauft. Also kann ich dann doch zum bbq eines anderen seglers in der ausweidungswerft morgen.
Bis dahin konnte ich meine alte gps mouse aktivieren und die auch in der kombination mit dem ais funktioniert sie noch, hoffentlich lange genug. Immerhin funktioniert sie wieder nach jahren. Später gab es dann ein leckeres abendessen.

20200901 abschiedsessen

 

Also ging es am Do los, ich habe ja das erste mal richtig viel zeit und kann trödeln. Das rückwärts ausparken um elf uhr lief sehr gut und dann den fluss hinunter. Vor mir her fuhr der bbq segler mit seiner yacht, sehr praktisch und mit dem alten track auf dem rechner ging es raus aufs meer. Das segel diente zur unterstützung. Um drei fiel dann der anker vor der insel Ko Tarutao, sieht gut aus.

Der erste tag vor anker, alles ruhig, nur ein paar fischer in weiter entfernung. Das erste mal seit sechs monaten, dass ich zwei flugzeuge am himmel gesehen und gehört habe. Ansonsten ruhe, nur die natur macht geräusche und in der bucht laufen affen herum.
Ich habe am morgen ein paar baustellen beendet. In den abflusstrackt der waschbecken kam ein t-stück hinein. Der neue abgang ist mit einem entlüftungsschlauch bestückt, damit die luft entweichen kann und das wasser herausfließen kann. Vorher waren es ein paar bögen und nichts ging raus. Das ist das gleiche problem wie mit den abwassertanks. Gelöst. Auch der ausfall einer leuchte in der pantry, gelöst. Die batterien muckeln noch immer herum, analyse läuft.

Somit mal vorerst die buchtbilder vom ankerplatz vor Tarutao.

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

Die gedanken zum shipyard gehen mir noch immer durch den kopf. Dabei habe ich doch während der flussreise genug ‚fickt euch’ geschrieen, reichte wohl nicht. Die zusammenfassung für weitere leser kommt jetzt. Es läuft so: ihr habt ein problem und ihr mailt zu PSS, dann bekommt ihr von Julie eine schnelle antwort. Alles ist möglich, wir können das und sind professionell. Dies nennt man kobern, die unentschlossenen in den puff locken. Ist man dann erst mal auf dem hardstand in PSS, dann seid ihr am arsch. Plötzlich geht nichts mehr alles und der rest ist in qualitätsgrad vier minus. Sie halten sich nicht an absprachen, sie überziehen die zeiten, um mehr hardstandgebühren zu kassieren. Dann verschwindet gekauftes material, siehe oben.
Geht nicht in diesen puff, sie ziehen euch nur ab und zufriedenheit ist eine illusion. Der manager Mart wird dieses unternehmen herunterwirtschaften. Das ist nicht nur meine meinung, sondern auch die von den letzten sechs seglern auf diesen gelände, mit denen ich gesprochen habe. Sie waren jahrelang kunden und damals noch zufrieden, der aufenthalt diesmal war das letzte mal. No can, no have, no idea and no come werden ein ende haben. Auch in diesen fall ist billig zu teuer, denn sie ziehen die zeit in die länge, um abzukassieren. Fickt euch PPS und ende.

Zwei tage an diesem ankerplatz haben gereicht bzw. ich wurde freundlich darauf hingewiesen, dass die weiterfahrt dran ist. Das war mitten in der nacht, das schiff machte mit einem felsen untern kiel rum. Somit fehlt dort wohl wieder farbe, wie gehabt.
Am morgen bin ich dann zwei meilen weiter nördlich in eine größere und tiefere bucht. Es sieht hier besser aus, mehr raum und weitere kleine inseln. Am steg könnte ich wasser aus den bergen bekommen, brauche ich aber gerade nicht.

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

Es gibt blinde passagiere, jene und solche. Bis jetzt habe ich aber noch keine ratte entdeckt und es gibt auch keine anzeichen. Die mücken werden weniger und meine haut kann endlich abheilen. Die ameisen sind auch noch nicht sichtbar, vielleicht haben sie ja das schiff auch verlassen. Nun zu meinem geduldeten gast, ein kleiner gecko und scheu ist er auch. Vielleicht ein grund der abnahme der insekten im schiff.

Wieder zwei tage weiter und ein stück nach norden, sechs meilen. Das zickzack fahren zwischen den vielen fischernetzen nervt sehr. Nachts ist das unmöglich. Und dann musste sich die gps-mouse wieder verabschieden. Die geplante tagesetappe habe ich dann mal stark verkürzt. Nach sicht und der karte habe ich einen wunderschönen ankerplatz auf sieben metern erreicht. Links eine insel und rechts Tarutao und das ganze hinter mir auch.

Die beiden bilder sind auf der kurzen fahrt entstanden, da kann das brackwasser im fluss nicht mithalten.

20200907 tarutao

 

20200907 tarutao

 

Wieder zwei tage später ging es weiter und der tag fing schon mies an. Beim anker aufholen fahre ich immer ein kleines stück, dann hat es die winsch leichter. Beim zweiten mal ging der motor aus. Neustart kein problem, gang rein und aus. Das ganze mit mehr gas ging. Ich hätte dort bleiben sollen, machte mir gedanken zum getriebe. Mit drei knoten ging es in richtung der insel Bulon. Für die elf meilen habe ich vier stunden gebraucht, mit genuaunterstützung. Auf dem meer ging fast nichts mehr und fünfundzwanzig liter sind von Mr Perkins auch durchgezogen worden. Ich habe mir eine große freie mooring genommen und da bin ich noch immer. Das wasser ist trübe und heute ist ein tauchtag. Mein propeller ist mit einem fischernetz umhüllt, ich hasse das.

Nach drei tauchgängen war ich fix und fertig, keine luft mehr. Der plan b war auf einen fischer zu warten und nach einer stunde kam er mit sin fru und sohn vorbei. Mit zeichensprache habe ich mein problem geschildert, einen fünfhundert-baht-schein gezeigt und nach fünf minuten haben die beiden männer den prop wieder freigelegt. Auf dem bild ist die menge an netz sichtbar. Das war ihr glückstag und meiner auch.

20200910 erfolgreiche fischer

 

Glückstag, nun ja bis zum nachmittag, dann zog eine schwarze front auf. Beim letzten mal habe ich von heftigem regen und wind im fluss geschrieben und das war kindergeburtstag. Die sonnenschutzplane hatte ich gerade noch stärker befestigt, dann fing es an. Der windgenerator machte zwischen vierzig und fünfzig volt, der schaden ist noch nicht ermittelt. Sicht null mit heftigstem regen. Die untere halterung vom generator hat es zerlegt und er hing halbacht über der reling. Dazu kam das ablaufende wasser und die wellen von quer. Das waren mehr als sechzig knoten wind und die mooring hat gehalten. Die fischer in der nähe hatten sicherlich mehr sorgen. Also wird der windige chinese ausgetauscht oder ich nutze den anderen regler. Letztlich ist nicht so viel zu bruch gegangen ist, war es doch wohl ein glückstag.

In der nächsten nacht kam noch ein gewitter vorbei, die nacht zuvor war es heftiger. Hier ist eine funkrelaisstation mit zwei hohen metallmasten und da flossen auch die blitze hin. Hell und der donner gleich darauf. Heute morgen sah ich dann auch um die dreißig fischerboote, die hier auf der sandbank geschützt geankert haben. Nachts war es recht unheimlich, besonders die nachtfischer hatten ihre leuchten an und viele motoren liefen.

20200911 schiffe bei bulon

 

20200911 schiffe bei bulon

 

Bruch gab es beim sturm doch, mein kleiner stromwandler für den computer ist tot und der kühlschrank hat einen kurzschluss. Die verbraucherbatterien wollen keinen strom aufnehmen und sind schnell wieder leer. Die pest-blut-eiter habe ich heute morgen schon repariert und der windgenerator braucht ein update. Die repeller hatten sich an der stange gescheuert und so muss ich sie einheitlich einkürzen. Ein bruchstück liegt zwischen der brille auf dem foto. Wahrscheinlich werde ich wieder den türkischen einsetzen oder zumindest seinen regler, der bei sechundzwanzig volt abriegelt.

20200911 sturmschaden

 

20200911 sturmschaden

 

Drei tage waren genug und jetzt um die mittagszeit bin ich dreizehn seemeilen weiter. Den ankerplatz vor der insel habe ich mir aufgrund der tiefe ausgesucht. Wie sie aussieht, kann ich auf der karte nicht erkennen. Aber ein paar bilder gibt es dann doch.

20200912 hoheinsel anker

 

20200912 hoheinsel anker

 

20200912 hoheinsel anker

 

20200920 ko phiphi don

 

Diese insel heißt Ko Phetra, ko ist der vorname für alle inseln und so lasse ich ihn auch weg. Es hielt mich dort dann doch nur einen tag, der morgen war tocken und sonnig. Im nieselregen kann ich auch in nordeuropa segeln, das brauche ich hier nicht. Zum anfang war der achterliche wind mit der genua zu gebrauchen, das gab einen knoten mehr. Der motor läuft jetzt immer, ein weiterer batterientest. Im ergebnis beißt die maus den faden nicht ab, sie sind fertig. Die beiden besten habe ich verbunden, die anderen zwei spielen nicht mehr mit. Mal sehen wie lange das gut geht, der megaverbraucher kühlschrank ist ja tot.

Nach zweiundzwanzig meilen liege ich im flachen wasser vor Muk. Das meer war so ruhig, dass es ein kartoffelgratin im backofen am abend gab. Landschaftlich nicht aufregend, um hundert longtail fischerboote, für andere ist es zu flach am ufer. Ich bleibe noch einen tag, ein bisschen wartung und morgen geht es ein stück weiter. Mal keine bilder, es ist farblos.

Beinahe wäre ich noch länger geblieben, morgens um acht fing ein sturm mit viel wasser an. Doch um zehn war der spuk vorbei und in weiteren sechzehn meilen fiel der anker vor der insel Lanta Yai. Diese bildet mit dem festland eine große bucht und in der mitte ankern drei große stückgutcontainerschiffe. Die bargen kommen im vierer verbund und werden gelöscht. Ein hafen sieht anders aus.
Diesmal gab es nicht so viele netze, wie auf den letzten etappen. Die größten deppen waren die von der letzten insel. Da wurden nur noch kleine styroporwürfel an das netz gebunden und die sind vom vielen dreck im wasser nicht zu erkennen.
Thema dreck, ich habe den eindruck die Thailänder toppen Indonesien und Malaysien. Was haben alle drei länder gemeinsam und warum denken nicht über ihre handlungen nach? Oder dürfen sie das nicht, weil jemand es ihnen am Fr verbietet?

Ich liege nun schon seit zwei tagen vor Lanta und es wird wohl noch länger werden. Der wind kommt aus nordwest und genau dorthin wird die nächste strecke gehen. Also abwarten, wasser trinken und sich mit diesem und jenem beschäftigen. Das erste mal seit über einem halben jahr, dass ich ein buch gelesen habe. Nur zum putzen komme ich nicht, da fällt mir immer etwas anderes besseres ein.
Seit gestern habe ich versucht herauszufinden, warum ein fenster in meiner freien navigationssoftware opencpn nicht mehr aufgeht, die ais liste. Heute ist es mir mit viel kopiererrei von konfigurationsdateien des anderen rechner gelungen, das system wieder zum laufen zu bringen. Das wäre eigentlich ein bier wert, jedoch ist das schiff den sechsten tag trocken.

Der nächste tag, freitag, der achtzehnte September und er fing unfreundlich an. Ich wurde um halb sieben durch die achterkabine geworfen, draußen waren vierzig bis fünfzig knoten wind mit fliegendem wasser. Die erhoffte sonne mit winddrehung für die weiterfahrt sind erstmal passé. Nachdem es sich weiter aufgeklärt hat, bleibe ich noch ein wenig länger.
Draußen in der bucht sind zur zeit vier frachtschiffe um hundertneunzig meter länge, zwei unter Bangladesh, eins unter Hong kong und eins unter Tuvalu flagge. Dazu gesellen sich viele barken und schlepper. Aber die ganzen boote sind jetzt ganz nah bei mir im flachen wasser und nicht drei meilen weit draußen im tiefen. Dazu kommen heute acht große fischerboote, die auch in der bucht vor anker liegen. Wohl nicht ohne grund ist das szenario heute so, ich befürchte sie haben die aktuellen wetterdaten, ich habe leider keine. Abwarten und ruhe ist angesagt, ich habe ja zeit.

Am vormittag war es wieder ruhiger und dann ging es zur mittagszeit wieder los, diesmal wieder vierzig bis fünfzig knoten. Regen wie gehabt und dazu musste schon wieder das ankerkettensicherungsseil reißen. Es scheuert sich durch, da muss eine neue idee her.
Seit einer woche geht dieses wetter schon so und ich dachte, Thailand sei schwül, heiß und es weht nur ein lüftchen. Zumindest war das so am fluss. Das hier ist unschön.

Am Sa morgen sah es gut aus, leichter sonnenschein und wind aus süd. Das ankermanöver hat sehr lange gedauert, ich glaube der anker slippte ein wenig. Aber nicht auf dem grund sondern im untergrund. Dabei hat er sich immer tiefer eingegraben. Und wenn er ein stück weiter war, so wurde die tripleine samt fender in diese furche verbracht und verschüttet. Der anker war oben, aber nicht der fender. Zwanzig meter kette und die gesamte leine und der fender waren voll matschigem ton.
Danach raus aufs meer und zuerst gegen den wind und gegen die flut an. Danach segel raus und mit dem motor ging es flott voran. Bis kurz vor mittag, dann bekam ich es voll auf den arsch. Den trawler hatte ich noch passiert, dann frischte es auf. Das gute ist, ich werde intensiver auf mein gefühl in der zukunft achten. Zum richtigen zeitpunkt gerefft und auch die genua eingerollt. Sicht unter fünfzig meter durch den regen. Dazu vierzig plus bis fünfzig plus knoten wind und ich musste den kurs ändern. Unter einem knoten mit motor ist zu langsam, um zu steuern. Der spuk dauerte eine stunde und danach war es wieder wie vorher.
Eine stunde später noch einmal das gleiche ohne regen. Ko Phiphi Don habe ich am nachmittag erreicht und war von meinem naiven glauben enttäuscht. Auf der karte sah die bucht klein aus, in der realität liegen hier fünfzig schiffe an moorings. Ringsum sind hotelanlagen und zum glück ist keine saison. Für Phuket hätte ich es erwartet, aber hier, nun denn.

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

In Phuket habe ich geplant, ein wenig zu bleiben. Der bruch durch den windgenerator, das kaputte dingi und baustellen von der liste müssen angegangen werden. Dann werde ich diese gegend erkundigen. Wenn allerdings die gerüchte wahr sind, dann müssen alle touristen am sechundzwanzigsten September das land verlassen, nur wohin. Alle anderen länder in der nähe sind durch die idiotie zu.
Das aktuelle wetter ist nicht normal und schuld ist ein taifun vor bangladesh, der alles mit sich reißt.

Veröffentlicht unter Reise_2020, technik | Kommentare deaktiviert