Indischer Ozean zum Zweiten, Äquator zum Dritten

Zweiter Februar und ich bin noch nicht weg. Zum einen habe ich gestern wieder geld kaufen müssen, und da man pro transaktion mit einem fixum abgezogen wird, habe ich den vollen betrag von dreihundert euronen genommen. Das muss nun investiert werden.

Dazu kommt heute, dass ich zwei motoren wieder zum laufen gebracht habe. Gestern musste ich zwei drittel der strecke zum pier rudern und die ganze zurück. Nervend, schweißtreibend und mit unflätigen schreiattacken verbunden. Zündkerze funkt, also den vergaser abschrauben. Gereinigt, düsen mit einem draht gesäubert, und siehe da, Echo läuft wieder. Der zweite kandidat war der hilfsgenerator für den ernstfall. Wollte auch nicht, bezinfilter im tank zu, düsen verdreckt, aber nach einer weile lief auch er wieder. Nur mit der stromproduktion ist es schwer, da muss ich noch nachbessern.

Am achten tag des monats februar konnte ich mich aus der drecksbucht lösen. Das ziel war Patong Bay, der oberballermann und puff von Phuket. Der erste trip verlief recht unspektakulär, die genua konnte den motor unterstützen. Für ein paar minuten war auch ein reines segeln möglich, unkontinuierlich. Immerhin bin ich nach vier stunden hier angekommen, landgang ist morgen.
Nur hier ballert niemand mehr, die fünfzigtausend-betten bucht ist leer, die zwei prozent nutten laufen trocken. Wenn jemand hier gespartes geld hatte, so ist es aufgebraucht. Zur sylvesternacht liegen normalerweise zweihundert schiffe in der bucht, um das feuerwerk zu sehen. Heute sind es fünf, mit mir. Der strand ist leer, wie Travemünde bei regen im januar. Tote hose ist da noch geschönt.

20210207 patong bay

 

20210207 patong bay

 

20210207 patong bay

 

20210207 patong bay

 

20210207 patong bay

 

Etwas gutes hat die bucht, einen sichtbaren grund. Für mich ist das seit über einem jahr nicht gewesen. Auf der anderen seite im ort sind zig verlassene querstrassen, hunderte geschäfte sind zu. Tausend familien haben nichts zu beißen, eventuelle rücklagen sind aufgebraucht. Ab in die verschuldungsfalle.
Die vielen leeren einkaufspaläste wären ein guter platz für zombie filme. Somit kein gedränge an den kassen und im supermarkt noch immer volle regale. Aber nur ein paar geschäfte im erdgeschoss sind geöffnet.
Am abend dann noch ein erster strandspaziergang barfuß im sand nach jahren. Was habe ich in der letzten zeit nur getan.

20210208 patong stadt

 

20210208 patong stadt

 

20210208_patong_stadt3

 

Am nächsten morgen auf in richtung norden, um mich den inseln zu nähern. Leider nur ein unbestimmmter wind und der drehte x-mal. Das ausgeguckte ziel auf der karte war eine täuschung. Somit habe ich in strandnähe geankert und mit der aufgehenden sonne ging es weiter. Der direkte weg waren vierzig meilen. Wieder windstille und am abend habe ich mir eine mooring geangelt. Sah alles recht nett aus, schöne neue landschaft.

Aufwachen um zehn durch rufe, park rangers, acht leute in einem boot. Sie wollten mein ticket sehen oder ich müsse das gebiet verlassen, sofort. Es gab eine stunde aufschub. Sean hat das ganz anders beschrieben und ich wollte ihn hier treffen.
Auf der nächsten insel, selbes gebiet, gleiches spiel. Wenn ich ein ticket für dieses gebiet habe, kann ich bleiben, aber das gibt es nur auf dem festland. Die reise hierher hat mich vierzig liter gekostet, danke. Aber ich darf bis morgen früh hierbleiben und mein radar reparieren.

Mein großes problem, das radar hat seinen geist aufgegeben, gestern noch den begrüßungsbildschrim mit alles OK gesehen und dann zappenduster aus. Eine reparatur in diesem land ist ein doppel-minus-null spiel. Meine entscheidung ist also, ohne nachtaugen weiterzufahren und weit raus auf’s meer.

Dieses naturreservat ist eigentlich eine schöne alte landschaft. Das meer hat viele millionen von jahren dafür gebraucht. Der felsen am eingang sieht beim heranfahren aus wie eine schildkröte. Ansonsten geschliffene und gestapelte felsen. Was mich stört sind die ranger, die mit ihren sechzig ps zweitakt-motoren umherjuckeln. Dazu kommen noch speed-katamarane mit touristen. Warum müssen sie mit über zwanzig knoten in die bucht einfahren. Viel zu schnell für schildkröten, die hier geschützt werden sollen.

20210211 naturpark

 

20210211 naturpark

 

20210211 naturpark

 

20210211 naturpark

 

Ab jetzt beginnt der teil der ozeanreise. Also los, mein ziel ist La Reunion direkt. Das bedeutet, dass ich acht breitengrade nord, zwanzig breitengrade süd und dreiundvierzig längengerade bewältigen muss. Die distanz ist netto dreitausendzweihundert meilen, ungefähr. Die bruttoseemeilen werden mehr sein.

Tag 1 auf dem meer
Mooring fallen gelassen und pünktlich vor acht uhr raus, wie mit dem ranger vereinbart. Kaum wind, alles unter zehn knoten, da ich weg muss lief der motor oft. Wieder ein hoher verbrauch und es riecht nach diesel im motorraum. Zuerst dachte ich an eine kleine leckage, ein bißchen diesel in der motorwanne. Dann ein scharfblick in die schwabbende bilge, mist. Leichte panik auf den zweiten blick, alles trocken auf der einspritzseite. Nur die dieselförderpumpe hat eine salzkruste und nach einem wisch kam das gute teure nass.
Die erste nacht war schlafen mit der eieruhr und sie verlief unruhig mit wilden träumen. Von pumpen, diesel und meiner schusseligkeit.

Tag 2
Ein kaffee zum anfang und dann auf fehlersuche gehen. Der deckel von meiner dieselförderpumpe ist durchkorrodiert, reparatur schlecht machbar, alles vernietet. Also ausbau, säubern und mit dichtungsmasse und einer dicken pappdichtung von oben versiegelt. Zum festigen noch zwei kabelbinder herum.
Ich habe noch irgendwo eine ersatzpumpe, finde sie nur jetzt nicht. Dauer der reparatur vier stunden in zwangslage, diesmal zum glück kein wind.

Diese lösung hat keine fünf minuten unter belastung gehalten, der deckel ist der druckbereich. In einer halben stunde ein halber liter tropfend, ist auch nicht akzeptabel. Aber auf der suche nach der ersatzpumpe habe ich eine dieselleitung gefunden. Am einen ende die passende verschraubung und am langen anderen ende ein aufgelötetes röhrchen, bestens. Jetzt läuft der diesel durch meine filter und die neue dieselleitung ist direkt am motorfilter. Da ich einen tagestank habe, der über dem system sitzt, geht was mit der erdanziehungskraft, glück gehabt.

20210215 dieselnotloesung

 

Tag3
Die leichte brise fing in der nacht an, aber unbrauchbar. Dann am morgen start mit allen segeln und es fing an. Zwei, drei, vier knoten achterlicher wind pustete in die richtige richtung. Das brauche ich, in den kalmenbreiten wird es schwer werden.
Wie schon vor zwei tagen kamen delphine zum schiff. Das erste mal seit über einem jahr. Mein nächstes projekt ist leere plastikflaschen sammeln, irgendwohin muss die brühe aus der bilge. Meine idee in internationalen gewässern zu lenzen oder das zeug zu verklappen habe ich fallen gelassen.
Der letzte einkauf an frischen lebensmitteln war vor über zehn tagen. Es beginnt schon der rott im kühlschrank. Die nächsten tage heißt es, alles aus dem kühlschrank zu essen oder es über bord zu werfen.
Hätte ich man mal die windsteuerung vorher gecheckt, sie will nicht so recht. Das pendelruder ist verstellt und das gegengewicht nicht justiert. Wird auch in der kalmenzone geregelt.
Das gute an diesem tag, um sieben uhr abends habe ich das gebiet von Thailand verlassen. Wieder einmal habe ich mich verpisst und nicht ausklariert. Die strafe von dreihundert euro für das überschreiten der zollverlängerung ist für mich nicht einzusehen. Die erklärung ist kostenfrei und die strafe beträgt einen monatslohn eines thais.
Vor sonnenuntergang sehe ich noch eine ölplattform, vom regen in die traufe. Kein wind und somit treibe ich. Doch um vier uhr morgens höre ich ein lautes signalhorn. Es ist entweder von einer weiteren plattform oder von dem treibenden öltanker, den ich auf dem ais entdecke. Motor an und bis sonnenaufgang vorwärts getuckert.

Tag4
Morgens beim segelsetzen kamen die ersten fischer aus Indonesien, freundliches winken. Danach noch zwei rutscher am groß getauscht. Zu wenig wind kostet auch erheblich material. Dieser windhauch setzt sich fort, das schiff macht nur zwei bis drei knoten, zum glück gibt es keine wellen. Außerdem beginnt jetzt die fastenzeit, kein alkohol und fleisch mehr im proviant.

Tag5
Noch bin ich in der Andamansee und die ersten fliegenden fische fliehen vor Themrocs rumpf. Ab morgens um neun kommt der erste brauchbare luftzug, die geschwindigkeit steigt auf vier bis sechs knoten.
Ich mache gerade frühstück und der schwarze leutturm in der ferne erweist sich als kriegschiff. Kontaktaufnahme, mein VHF funktioniert wohl wieder. Wer woher wohin wie viele, herkunftshafen land. Danke für die kooperation.
Das radar war mal kurz da, wollte aber noch nicht so recht. Dann die erste etappe erreicht, der grosse kanal bei Sabang, das tor zum Indik. Diesen meerenge nehmen mit mir auch zwanzig andere große schiffe, teilweise ist es eng.
Der wind nahm weiter zu und ich war doppelt so schnell wie gedacht. Zum sonnenuntergang war im indischen ozean.

Tag6
Der nächste wegepunkt ist in fünfhundert meilen entfernung. Die letzte nacht war nicht gut, achterbahn fahren, viel wind und speed im boot. Das gute daran ist das etmal von hundertzweiundvierzig. Das ist, glaube ich, das beste auf der ganzen reise bisher. Der fünfte breitengrad nord ist auch schon passiert.
Die nacht fing noch einmal spannend an, drei schiffe in meine richtung, alle sollen mich mit einem abstand von unter einer seemeile passierren. Und am horizont bauen sich gewitterwolken auf. Als ich gerade den ersten schlaf um elf gefunden hatte, legte das schiff einen sprint hin. Ich konnte gerade noch die schlafutensilien nach unten retten und das gewitter brach los. Schnell die genua bergen, nasse sachen ausziehen und die eimer holen. Das ist das abschiedsgeschenk von Indonesien.

Tag7
Die ausbeute der nacht waren fünfunddreißig liter wasser in zehn minuten. Das nimmt ein wenig den druck, ohne wasser zu sein, wenn man den watermaker nicht unbedingt anschalten möchte. Das schlechte ist, dass der wind nun aber gegangen ist.
Gegen mittag habe ich den vierten breitengrad unterschritten und bin in internationalen gewässern. Der schlafrythmus der letzten nacht war ein fünfundvierzig minuten takt. Das passt gut, wenn ich das AIS nutze. Schiffe in sechzehn meilen entfernung werden registiert und das dauert eine stunde bis zu mir. Ich freunde mich gerade gemächlich mit dem system an. Hier draußen gibt es keine fischer mehr und nur noch große schiffe. Der nachteil des systems ist die errechnete angst. Je nach einstellung wird ein warnton als sirene ausgegeben, das holt einen sogar vom klo herunter. Und dann ist die naheste annäherung in einer viertelstunde mit einer meile abstand. Da muss ich noch nachjustieren.

Woche1
Was hat sie gebracht? Viel diesel verbraucht und vierhundertneunundsiebzig seemeilen gefahren. Aber das waren nur nettomeilen, da ich voll auf dem kurs war. Die woche zuvor, also in der woche 0, als ich Chalong Bay verlassen habe waren es neunzig, .

woche1 ind

 

woche1 ind meilen

 

Tag8
Die nacht war wiedermal schlecht. Am abend wollte noch einmal wind kommen, aber zu kurz. Vor mitternacht habe ich das zeug zusammengerollt und versucht, weiter zu schlafen. Die wellen rollten das schiff hin und her. Am morgen dann glattes wasser mit wellen.
Motor erstmal an und um zehn kam dann ein lüftchen, wurde später brauchbar.
Nur um fünf war schicht im schacht, zu wenig wind, zu hohe wellen, segel flappen dauernd, also bergen. Durch die nacht wird es wohl wieder treibend sein.

Tag9
Gerade als der wecker klingelte, fing der regen an, der zweite kräftige. Diesmal hatte ich keine eimer aufgestellt, würden bei der welle eh umfallen. Dafür gab es zum sonnenaufgang den dritten regen und wieder vierzig liter wasser für den tank. Ich habe die zeit für eine regendusche genutzt, nicht so ganz warm, aber es ging. Nur ich treibe im kreis, kaumst wind.
Um zehn kann dann wieder ein lufthauch, diesmal aus ost. Seit dem ersten großen regen ist der nordost monsum kaputt. Zuerst aus nord, nun aus ost und die wellen passen überhaupt nicht dazu. In der welle flappen die segel, das kostet.
Am nachmittag noch einmal regen, aber nicht so stark. Mit einer kleinen genua ging es in die nacht und die war für mich ausnahmsweise mal gut. Viel schlaf gefunden. Das reiseergebnis war untermies, schlimmer als der tag zuvor, nur sechsundzwanzig meilen, viel zu wenig.

Tag10
Wieder kaum wind, die segel stehen nicht, und so nutze ich nur die genua zu hundert prozent – und das ausgebaumt. Der sound von flappenden segeln, die knallend wieder aufgehen, schreckt mich jedesmal. Die geschwindigkeit ist, wenn es gut läuft, zwei knoten, zu wenig.
Dafür habe ich um ein uhr mittags den bereich des zweiten breitengrades nord erreicht.
Am nachmittag endlich wieder richtig segeln, mit beiden tüchern. Das groß bleibt im ersten reff und die genua ist auch nicht voll draußen, der kurs verbietet es. Aber immerhin um drei knoten.

Tag11
Nichts passiert, außer dem ersten toten und das schon vor tagen. Ein kleiner tintenfisch von vier zentimeter länge klebte an meinem mastfuß. Der muss die hunderfache länge seines körpers aus dem wasser gesprungen sein, und da ist er auch wieder hin.
Die letzten drei tage waren sehr anstrengend, im durchschnitt nur dreißig meilen, kräftezährend. Und der heutige tag wird nicht besser werden, es ist schon nachmittag.

Tag12
Es gab wieder regen in der nacht, also weiterschlafen unten auf dem fußboden. Am morgen dann ernüchterung, bleierne glatte see mit ein paar wellen darin. Der motor lief drei stunden um die batterien wieder zu verfüllen, und danach war wieder der zustand treibend angesagt. Da es noch immer wallungen im wasser gab, habe ich die bilge nicht ausgesaugt. Einmal geschwabbt und die sauerrei mit der brühe im schiff ist riesig. Gestern waren es achtunddreißig meilen, wenn das so weiter geht, dauert es noch sechzig tage bis zum ziel.
Kaum hatte ich dies geschrieben, kam der wind zuerst um fünfundzwanzig plus aus einer gewitterwolke. Alles super, fünf knoten nur mit der genua. Eine weitere halbe stunde später, wind aus der anderen richtung, dreißig plus. Auch alles super, nur danach kam der wind aus meiner zielrichtung. Ein herumgeeiere, egal was ich versuchte, entweder ging es nach osten oder nach nordwest. Meine richtung ist immernoch südwest. Am ende lief der motor mit, der wind war fast weg und die richtung konnte im ansatz verfolgt werden. Heute mal nicht nur netto meilen.
Zum sonnenuntergang war der wind wieder weg, das meer recht platt, aber es gab eine unschöne strömung. Diese wird wohl die früchte des tages wieder verzehren. Und etwas gutes passierte heute doch noch, meine logge funktioniert wieder, erstmals seit der abfahrt von Thailand.

Tag13
Nomen ist omen. Die schönen meilen von gestern sind in der nacht zusammengeschmolzen. Heute am morgen bin ich wieder an der position von gestern morgen. Die gegenströmung hat ganze arbeit geleistet. Jetzt ist motorsegeln angesagt, der wind ist nicht ausreichend, und das ziel sollte der bereich des ersten breitengrades sein. Erschwerend kommt hinzu, dass der hintere tank bereits leer ist und der weg noch sehr sehr weit.
High moon und ich bin dort, wo ich gestern zum sonnenuntergang war. Zum glück habe ich heute nicht noch einmal die große styroporbox gesehen, an der ich gestern dreimal vorbei gesegelt oder getrieben bin.

Tag14
Die letzten beiden tage waren ein kräftiger tritt in den arsch. Drei schritte vor und zwei zurück. Nach meiner information sollte es keine strömung aus der richtung geben, in die ich fahren will. Von den dreißig meilen sind am ende nur zehn netto übriggeblieben. Heute ist wieder schneckentempo an der tagesordnung, sei denn, eine dunkle regenwolke kommt daher. Dann ist innerhalb von zwanzig sekunden die geschwindigkeit von ein auf sechs knoten gestiegen, mit entsprechender schräglage. Eine viertelstunde später überholen mich die wasserschnecken schon wieder.
Der wind war mäßig und hielt an, halt nur nicht schnell. Dafür konnte ich die position innerhalb des ersten breitengrades nord halten. Fünfzig meilen weiter und der äquator rückt näher.

Woche2
Ich denke noch sehnsüchtig an die beiden tage mit über hundertundzehn meilen der ersten woche zurück. Die summe der beiden tage ist das ergebnis dieser woche. Davon muss man nur noch zwanzig prozent abziehen, damit die nettomeilen hervortreten. Die gegenströmung hat es in sich, nicht nett.
Und ich habe noch nie soviele schiffe auf dem ozean gesehen, seit ich in europa abgelegt habe. In zwei wochen mehr, als in den letzten sechs jahren zusammen. Ich befahre gerade die route asien-südafrika. Alle schiffe, die von oder nach europa und südamerika wollen und die zu groß für den kanal sind, kann man hier treffen.

woche2 ind

 

woche2 ind meilen

 

Tag15
Ein guter tagesanfang beim sonnenaufgang. Ein segelndes schiff, nicht flott, aber immerhin etwas, um drei knoten durchs wasser. Das ganze blieb bis zum sonnenuntergang, teilweise auch gute vier knoten, sonnenschein und ein paar wolken. Ein sehr guter tag. Am abend habe ich dann auch noch den ersten breitengrad nord unterschritten.

Tag16
Ich bin in der dämmerung aufgewacht und kurz darauf fuhr das schiff fünf knoten. Leider nur für kurze zeit. Etwas später hatte ich wieder zwei volle eimer in zehn minuten. Es ist auch die feuchsteste fahrt seit europa, aber ok, denn ich kann das wasser gebrauchen. Am späten vormittag kamen dann noch fischer vorbei oder holten mich ein. Etwas mulmig war mir schon, hier draußen. Sie fragten nach zigaretten und schnaps, beides nicht mehr in meinem bestand. So zogen sie aus Sri Lanka kommend weiter. Das beste ist, dass das meer nimmt und gibt. Die letzten tage hatte ich die gegenströmung von einem halben knoten, jetzt ist das vorzeichen positiv.
Meine frischen vorräte gehen zur neige, wie schon so oft. Heute gab es die letzte orange im müsli und die letzte möhre im dhal. Kartoffeln sind auch schon aus, nur noch zwiebeln und knoblauch ist reichlich vorhanden. Meine äpfel werden noch vierzehn tage reichen, wenn sie nicht vorher faulig werden.

Tag17
Die letzte nacht war schlimm, alle segel geborgen und eine unangenehme dünung. Das schiff wankte von der einen seite zur anderen, grundschlechter schlaf. Am morgen dann achterlicher wind, schwach aber nutzbar, mit zwei knoten fahrt. Um kurz vor mittag überquerte ich zum dritten mal mit dem boot den äquator. Bilder vom gps wird es auch diesmal nicht geben, das überlasse ich den aufregenden blogs mit ihren einzigartigen abenteuern und der beschreibung der spielenden delphine mit dem schiff, yo.

20210228 aequartor links

 

20210228 aequartor rechts

 

Die bilder zeigen die imaginäre line um die scheibe herum. Der nächste wegepunkt ist in siebenhundertfünfzig meilen, kurs zweihundertvierunddreißzig grad.

Tag18
Der gestriege äquatortag hatte es in sich. Drei mal fetter regen und nebenbei wieder zwanzig liter wasser gesammelt. Und am abend war flaute, also groß bergen und die genua so klein, dass sie die wanten nicht erreichen konnte. Das war verdammt gut, denn um halbneun fing das wetter an. Dreißig bis fünfzig knoten wind, meist um vierzig. Draußen war es stockfinster, das fischerboot weit hinter mir verschwand im dunklen nichts. Das boot segelte allein, und ich hoffte auf eine freie bahn, keine schiffe auf dem ais. Nach zwei stunden war es dann vorbei, wobei der kurs nur süd war, also weg von meiner route.
Heute morgen startete der tag mit regen regen und am vormittag geht es krampfartig richtung süden. Und der wind blieb stetig mit stärke um fünf bis sechs. Am nachmittag konnte ich schon fast den richtigen kurs segeln. Nur bin ich noch fünfzig meilen neben der route und mittags habe ich den ersten breitengrad süd überschritten.

Tag19
Der wind ward heute nicht gesehen und so ging der motor zur arbeit an. Motorsegeln bis zum mittag, danach resignation und warten auf Godot. Etwas wind kam, aber nicht genug für die segel, erst am späten nachmittag ging etwas. Zum sonnenuntergang war es dann wirklich vorbei, segel bergen und treiben. Dieser tag war aber dennoch was besonderes, ich habe kein schiff gesehen.

Tag20
Dieser tag fing anders an, ein tölpel diesmal mit roten füßen kam am ende der nacht und ruhte sich aus. Alle diese vögel haben dasselbe verhalten. Wenn sie landen drücken sie einen ab, und das gleiche, wenn sie wieder das schiff verlassen. Warum machen sie das nicht im landeanflug, um ihr gewicht zu reduzieren? Nach sonnenaufgang war das meer noch immer ölig, keine wellen, nur eine alte dünung. So musste wieder der motor ran um den verbrauchten strom wieder zu ergänzen. Außerdem hatte ich in der ferne ein objekt gesehen, das sich im nahen als rostiges ölfass entpuppte. Bis zum abend hin und in der nacht war bloßes treiben angesagt. Außer einer viertelstunde zum tee, da konnte ich kurz etwas segeln.

20210303 oelfass

 

Tag21
Am morgen war das wasser etwas kräuselig, vielleicht rückt ja noch wind an. Das vertreiben ging diesmal nach nordwest, also nicht gerade meine richtung. Zum mittag segelte das schiff etwas oder trieb durch die segel in richtung süd mit einem satten knoten. Was für ein anstrengender tag. Das gute an diesem tag war ein geburtstag von Mr Perkins. Er hatte seine dreitausendste betriebsstunde. Und in der nacht habe ich den zweiten breitengrad süd erreicht, fehlen noch achtzehn.

 

20210304 mr perkins geburtstag

 

Woche 3
Die woche drei war deprimierend, der wind war schwach und ich bin vom kurs abgekommen. Die linke blaue linie ist meine gedachte route. Es gab reichlich regen und als endergebnis nur dreihundertdreißig meilen brutto oder zweihundertsiebzig netto in richtung süden. Die entfernung zur geplanten strecke sind achtzig meilen. Diese sollte ich so schnell wie machbar wieder auf null bringen.

woche3 ind

 

woche3 ind meilen

 

Tag22
Der erste tote fliegende fisch am deck und das bei flachem, ruhigem wasser. In der nacht frischte es ein bißchen auf, von null auf fünf knoten. Also habe ich ein wenig mehr die genua ausgerollt, gerade so, dass sie stabil steht. Jetzt am vormittag ist alles tuch am werk und wenn es gut geht, dann machen wir zwei knoten fahrt. Mit schneckentempo ging es in die nacht hinein und am morgen war dann wieder einmal schluss.

Tag23
Es ist zum heulen, kaum wind. Wenn das schiff keine fahrt macht, treiben wir nach nordwest. Mit etwas fahrt sind wir auf dem richtigen kurs, nur die segel sind nicht stabil. So sehe ich mich gezwungen, mal wieder den motor zu benutzen, um gegen die strömung anzufahren. Der motor lief noch lange weiter, segel waren geborgen. Der dritte breitengrad war auch schon überschritten, wobei meine hoffnung ist, ihn nicht noch einmal zu überqueren. Mal sehen was die nacht und die strömung bringen.

Tag24
Mit dem sonnenaufgang ging das groß wieder an die arbeit, der wind war schwach, aber die segel standen. Und dann galt es noch einmal, über den dritten breitengrad zu kommen. Letzte nacht bin ich mit einem knoten pro stunde nach norden geschoben worden. Um kurz vor mittag war ich dann wieder im angestrebten bereich und musste unbedingt strecke machen. Oder morgen wiederholt sich das drama von neuem.
Der frische lebensmittelbestand neigt sich auch dem ende zu. Gestern gab es das letzte ei und die butter wird langsam ranzig, olfaktorisch jetzt schon grenzwertig.

Tag25
Nach dreißig stunden segeln war dann das aus. Der wind hat sich verspisst und der motor musste ran. Dabei war das ergebnis des letzten tages sehr gut, fünfzig nettomeilen. Nur heute wollte auch am abend kein lufthauch kommen, oder gerade so, dass ich nicht nach norden driftete. Erst am abend nach sonnenuntergang war dann wieder segelwind für die nacht. Und wieder ein tag ohne schiffssichtung.

Tag26
Fing im morgengrauen mit einer fetten flaute an, drift nach nord mit bis zu einem halben knoten. Um zehn uhr war es dann alles auf null. Das meer war glatt, kein wind und keine wellen. Endlich zeit, die bilge auszusaugen. Beim umfüllen hielt sich der auftrag auf dem boden in grenzen und zwölf liter einer mischung aus wasser, diesel, öl und rost gingen in acht flaschen hinein. Die aromen vom diesel sind schon seit über drei wochen verflogen.

Tag27
Am morgen war ich wieder an der position von gestern morgen, ein wiederkehrender alptraum. Der schöne diesel verpufft für einen status quo, nicht mehr. Aus den erfahrungen vor Bali vor einem jahr habe ich deshalb beschlossen, wieder ein wenig den motor anzuwerfen. Damals hatte ich zehn tage gewartet, vertane zeit. Heute habe ich den vierten breitengrad überquert, das wasser ist bewegungslos und der wind macht pause. Der letzte halbe apfel ist auch weg, die andere hälfte war fauliger matsch. Nur noch zwiebeln und knoblauch sind frischware. Für sprossen ist es noch zu heiß, die triebe vergammeln, bevor sie ausgewachsen sind. Die butter ist aufgebraucht und nudeln gibt es in zukunft nur noch in rot, rot-weiss mit parmesan ist seit heute auch aus.
Bis zum sonnenuntergang kam kein wind und die driftrichtung ist jetzt osten mit teilweise etwas süd. Also nur eine querbewegung und nicht rückwärts, ein schwacher trost.

Tag28
Der motor ging um neun uhr an und lief bis zum nachmittg. Zweimal habe ich den kurs auf mehr süd geändert, da auf dem routenkurs zweidrittel eines knoten verschluckt wurden. Je früher ich aus der strömung heraus bin, desto besser. Der wind ist auch heute nicht anwesend oder unbrauchbar wenig. ‘Motor an und los’ hätte es am anfang meiner reise nicht gegeben, aber ich habe dazugelernt. Heute zählt nur noch das weiterkommen, und irgendwann kommt der wind auch wieder zurück. Bis dahin muss ich durch diese flautenbreitengrade hindurch.

Woche 4
Die woche vier fing gut an und war zum ende hin enttäuschend. Bis zum zehnten März machte ich fünfzig meilen am tag und dann fingen die flauten tage an. Gewonnene strecken am tag zerschmolzen in der nacht. Der ursprüngliche kurs entfernte sich weiter. Meine frischwaren sind aufgebraucht und der kühlschrank ist ausgeschalte., der wind war schwach und ich bin vom kurs abgekommen. Als endergebnis kamen nur dreihundertzwanzig meilen brutto oder hundert weniger netto heraus. Die gegenströmung hier raubt einem die lust, wo ist der strick.

woche4 ind

 

woche4 ind meilen

 

Tag29
Letzte nacht hat es mich zehn meilen zurückgetrieben, ich bin genervt, sehr. Die strömung lief mit einem bis anderthalb knoten nach nordost. In der nacht kam ein wenig wind auf und mit der genua trieb ich dann nach südost. Also am morgen wieder motor an und die segel halfen ein wenig mit.
Währenddessen habe ich versucht, die seewasserfußpumpe zu reparieren. Aber die klebung hielt nicht und nach vier stunden habe ich dann die reservepumpe verbaut. Sie ist vom gleichen typ, nur waren die befestungspositionen natürlich verschieden. Egal, bohren, schrauben, drücken, es passt und funktioniert.
Der motor wurde am späten nachmittag abgeschaltet und ein leichter wind wehte. Das schiff fing nach tagen wieder an zu segeln, zwei knoten durchs wasser, einen über grund. Durch die nacht hindurch hielt sich das wetter.

Tag30
In der nacht habe ich den fünften breitengrad segelnderweise überschritten. Im laufe des nachmittags nahmder wind dann auch wieder ab. Mr Perkins kühlt somit nicht aus. Was mir nur probleme bereitet, ist diese verfluchte gegenströmung. Nach den pilotcharts sollte sie eigentlich seitlich und für mich arbeiten.
Um sieben uhr ging der motor in die nachtruhe und ich hatte die qual der wahl. Entweder nordnordwest mit zwei knoten segelnd, nordost driftend mit eineinhalb knoten oder ostsüdost mit zwei knoten segelnd und driftend. Da ich nicht zurück will, blieb alternative drei. Meine hoffnung ist, möglichst viel süd zu machen, um dann den passatwind nach westen nutzen zu können. Mal sehen, ob die rechnung aufgeht.

wind 0-10s 80-90e

 

Tag31
Der kurs in der nacht hatte sich sogar zum besseren geändert, südsüdost. Dann im dunkeln sah ich eine riesige dunkle wolke, reffte schnell und erwartete den sturm. Der blieb aus und das schiff fuhr den alten kurs weiter. Am morgen kam dann wind auf, fast ein kurs von süd. Der hörte dann am vormittag auch auf. Man kann sich hier auf nichts verlassen. Also muss ich warten, bis die windrichtung sich ändert.

Tag32
Noch keine änderung und es wird gegen mittag noch schlechter, südost. In der nacht für ein paar minuten einer regenwolke konnte ich den kurs der route fahren, vorbei. Man muss nehmen was geht, immerhin bin ich schon über den sechsten breitengrad hinaus. Aber auch ein gutes stück nach osten verschoben.
Es war selten und nun ist es wieder an der tagesordnung, keine schiffssichtung. Der derzeitige kurs ist über zweihundert meilen von der route entfernt und nur dort drängeln sie sich. Wer um das kap herum fährt und nach Asien will fädelt sich nördlich von Sumatra in die Malacastrasse ein oder südlich bei Jakarta.

Tag33
In der nacht kam drehender wind, oft die genua gewendet und dann wurde es feucht. Also das schlaflager nach unten verpflanzt und der wind hörte auch auf. Am morgen dann ein paar regenwolken mit wind und ein neuer kurs richtung ziel, zeitweilig. Den ganzen tag habe ich damit verbracht, die zurückgetriebenen meilen wieder zu erneuern. Das gelang und gleichzeitig bin ich weitere zwanzig meilen nach westen gekommen.

Tag34
Im dunkeln kam wieder regen, wieder kein wind und zwangsweise treiben lassen. Ging diesmal besser aus, als in der nacht zuvor. Am morgen kam dann guter wind, mit dem richtigen kurs. Wenn das doch nur so bleiben würde.
Blieb auch, für eine stunde. Danach schwachwindig und am nachmittag bin ich einer fetten regenwolke hinterher gefahren, um mitgezogen zu werden. Das ging dann irgendwann auch und natürlich wurde es richtig nass. Dabei habe ich den siebenten breitengrad überschritten. So triefend ging es in die nacht hinein.

Tag35
Die nacht blieb feucht, kein wind und ich wurde auf dem bodenbett hin und her geworfen. Ein miserabler schlaf. Am morgen dann segelversuche, mal in die eine und andere richtung. Wie schön war es doch gestern, mal kurz über fünf knoten gesegelt zu sein, allerdings nur sehr kurz.
Gegen späten vormittag nach ungefähr sechsmal wenden kam dann wind. Es reichte für ein paar stunden, um drei knoten mit sonnenschein. War endlich mal wieder schön, so sollte es sein und erstmal nicht enden. Das finish kam zum fünfuhrtee mit einer drift nach nord um einen knoten.

Woche5
Die fünfte woche ist vorüber und noch keine nennenswerten erfolge. Segeln am tag für zwei stunden, wenn es gut läuft. In dieser woche gab es oft regen in der nacht, die ich dann auf dem boden verbracht habe. Auch ist der richtige kurs oft nicht segelbar, zickzack ist das resultat. Nur zweihundertsiebzig bruttomeilen waren möglich, der motor wird nur noch in notfällen benutzt, die tanks sind fast leer. Zum ziel sind es noch achtzehnhundert meilen, ich habe noch nicht einmal die hälfte geschafft, hoffentlich aber das beschwerlichere stück.

woche5 ind

 

woche5 ind meilen

 

Tag36
Es fing freundlich an, mit passendem wind. Schlaftrunken habe ich das groß hochgezogen, kurs eingestellt und es ging um vier knoten voran. Endlich ist die strömung mal für mich und es kommt ein halber knoten dazu. Es war ein guter segeltag für zwölf stunden, dann wurde der wind abgestellt, ich barg die segel und das schiff fing an zu rollen. Um zwei uhr habe ich mich nach unten verzogen und den schlaf gesucht. Am nächsten morgen fing ein regenschauer an und ich bin liegen geblieben. Wieder ein schlechter schlaf auf dem meer. Dafür habe ich aber zweiundsechzig netto meilen heraus gesegelt, bei vier bis fünf knoten und das war gut.

Tag37
Am morgen ging noch etwas nur mit der genua, aber vorm mittag war auch hier mal wieder ende. Große wellen und kein wind, so bekommt man viele klein. Der trost ist die überschreitung des achten breitengrades, so langsam sollte sich der wind stabilisieren.
Zum mittag war der wind so schwach, dass ich alles geborgen habe und mich zu einem nickerchen nach unten gelegt habe. Am späten nachmittag war ich dann rechtzeitig wieder an deck. Von hinten kam eine fette gewitterwolke, die drei bis vier knoten ermöglichte. Allerdings mit regen. Danach war es wieder dunkel und ich trieb wieder durch die nacht. Das tagesergebnis war die hälfte vom vortag, ernüchternd

Tag38
Es ging so weiter wie in der nacht, treibend. Meine beiden haupttanks sind schon leer. Vier rote kanister habe ich jetzt umgefüllt und dann habe ich noch eine stille reserve von fünfzig liter. Dabei ist noch nicht einmal die hälfte geschafft. Am nachmittag eine regenwolke macht drei meilen, um fünf uhr eine zweite, macht sechs meilen, plus einmal der motor macht drei meilen. Das ergebnis plus ein wenig treibend macht nicht viel her. Schuld daran ist die dünung aus südost seit über einem tag und der wind will nicht dabei sein. Dafür kam die libelle mal wieder aus ihrem versteck, eine hungerkünstlerin.

So etwas wie halbzeit ist gerade. Noch sind es um siebzehnhundert seemeilen bis nach La Reunion, der direkte weg. Aber ich habe auch schon sechzehn breitengrade hinter mich gebracht und es liegen noch zwölf vor mir. Siebzehn längengrade habe ich schon, sechsundzwanzig sind noch vor mir. Also irgendwie in der mitte. Hoffentlich nicht in der mitte der zeit, es wird langsam nötig mal anzukommen.

Tag39
Fängt mit gutem wind an, habe mal länger geschlafen. Dann alles tuch hoch und das segeln um fünf knoten beginnt. Das erste mal seit tagen sehe ich ein schiff, passiert Themroc in einer stunde mit einer meile abstand. Es ist doch genug platz hier, nun denn. Der wind frischt auf und dreht auch dabei. Als das schiff auf höhe war, fällt meins ab und dann eine plötzliche drehung. Neuer kurs richtung süd für eine weitere stunde. Warum passiert so etwas immer in anstrengenden situationen, wobei der frachter eine meile entfernt war. Das segeln lief danach schön weiter in die nacht hinein. Das ergebnis sehe ich morgen.

Tag40
Den neunten breitengrad habe ich um zwei uhr überschritten. Zweimal habe ich auch die matratze nach unten geschafft, da es anfing zu regnen, nur kurz. Das tagesergebnis war knapp unter hundert meilen, recht gut also, mehr wäre schöner. Gegen mittag war dann wieder schluss und mit dem motor noch ein wenig hinaus gezögert. Der sonnenuntergang war dann schon im totalen treiben, somit ging es in die dunkle tageszeit.

Tag41
Tagelang kein schiff und nun schon das vierte vor mittag, es wurden fünf bis zum abend. Das erste sah ich morgens um halbvier, als ich die genua wieder ausgerollt habe. Seitdem segelt das schiff wieder, wenn auch nicht so schnell. Das letzte müsli ist gerade im schlund verschwunden und ich habe einen fehlkauf getätigt. Die gelben linsen stellen sich nun als sojabohnen dar, hätte ich mal auf das kleingedruckte geachtet. Einen tag lang einweichen und eine halbe stunde kochen lassen und immer noch aldente, mist. Am abend wieder segel bergen und treiben lassen, so komme ich nicht schnell weiter.

Tag42
Das ganze von vorn, segel hoch und ausrollen und langsam richtung ziel. Zwei knoten ist nicht der renner, besser als rückwärts treiben. Zum glück sind es nur noch unter fünfzehnhundert meilen.
Etwas vermisse ich auf dem ozean, einen klaren nachthimmel. Ich sehe zwar mehr als in einer europäischen metropole, aber es ist ein grauschleier am himmel. Irgend etwas stimmt nicht, auf dem atlantik oder pazifik war es nicht so.
Am nachmittag kam dann mehr wind, auch mal anders. Zudem habe ich gestern meine uhr um vier stunden zurück gestellt, auf die zielzeit. Jetzt ist es schon um sechs uhr dunkel, gewöhnungsbedürftig.

Woche6
Die woche sechs fing gut an und endete auch gut. Zumindest ist das ergebnis bisher brauchbar mit einer tagesleistung von fünfzig meilen. Die strömung ist nicht mehr gegen an und täglich ist auch wind. Es scheint, dass ich aus der kalmenzone heraus bin. Der diesel ist jetzt rationiert, wenigstens gedanklich. Noch vierzehnhundert meilen zum hafen.

woche6 ind

 

woche6 ind meilen

 

Tag43
Die nacht wurde hindurch gesegelt, wenn auch nicht schnell. Nur der zielkurs ist nicht machbar. Wieder nur nach westen oder mit nord. Die andere richtung ist nur südost. Am vormittag wenigstens den zehnten breitengrad überschritten. Der wind will nicht so recht aus der richtigen ecke kommen. So fahre ich eins sechs null plus minus zehn seit dem nachmittag und in die finsternis hinein.

Tag44
Um zwei uhr barg ich die segel wieder, der lärm verhinderte den weiteren schlaf. Mein gast war noch immer da, schlief mit einem langen hals auf dem solarpanel. Er landete zweimal, beim ersten mal rutschte er von der sonnenplane herunter, landete zwischen der reling und der plicht. Das war mir recht, gut zu säubern, doch er startete wieder. Bei zweiten mal landete er hinten auf der reling, der schnabel war auf der außerborderpinne, der hintern auf der reling und die beine zappelten in der mitte in der luft. Die richtige zeit für einen geflügelbraten, aber ich befreite ihn aus der misslichen situation. Zum dank plazierte er sich auf dem panel und putzte sich. Danach kamen mehrere darmentleerungen und er lag in der eigenen scheiße. Ich brauchte zehn minuten für die reinigung.
Der wind kam nicht richtig wieder, gegen mittag holte ich alle segel wieder herunter.

Tag45
Die meilen von gestern waren dieselmeilen und sieben davon bin ich in der nacht zurück getrieben worden. Ich brauchte heute drei stunden für die gleiche strecke, der wind ist sehr schwach. Außerdem hat er gedreht, um hundert grad und kommt fast von hinten. Wieder ein verplemperter tag. Ein paar meilen waren aber am ende doch auf der liste.

Tag46
Der gleiche anfang wie gestern, der gleiche wind und der gleiche schlechte schlaf. Gestern habe ich fast den elften breitengrad überschritten, fast. Das habe ich dann noch einmal am morgen probiert. Es fing mit motorsegeln an, dann nur genua, ab drei knoten kam das groß hinzu. Am abend kamen dann flotte fünf bis sechs knoten auf die logge. Ein schöner segeltag und so ging es in die nacht hinein.

Tag47
In der nacht sah es so aus, als sei es vorbei. Jedoch nur eine kleine winddrehung. Am morgen wachte ich mit sieben knoten auf, noch einmal etwas reffen. Der halbwind hält sich, so schell war ich seit Phuket nicht mehr unterwegs, auch ist das tagesergebnis dreistellig. Dann war da noch die überfahrt am morgen des zwölften beitengrades, geht jetzt schnell mit sechs knoten durchs wasser. Es hört nicht auf und so geht es in die nächste nacht hinein.

Tag48
Heute ist der erste April und ich bin wieder nicht zu hause, alles gute, ich denke an dich.
Gestern waren es schon wieder über hundertzehn meilen und jetzt am morgen geht es immer noch mit über sechs knoten mit gerefften segeln durchs wasser. Das gps zeigt einen knoten mehr an, auch gut. Ich habe beschlossen, Mauritius anzusteuern, liegt genau auf dem weg und jetzt gerade sind es noch unter tausend seemeilen.
Das essen fällt schwer, besonders die zubereitung. Alle trockenen sachen sind verzehrt und kochen auf dem hohen backbordbug ist gefährlich anstrengend. Aber suppen gehen, ein topf und vorsicht.

20210401 kochen

 

Die woche sieben startete besser, als die wochen zuvor, wenn auch nicht im ergebnis. Ich konnte häufiger segeln, der wind änderte sich ab breitengrad elf. Es stellte sich, so sieht es aus, der passatwind ein. In den letzen drei tagen segelte ich komplett durch und das ergebnis dieser zeit war mehr als so manche andere woche. Die strömung ist mit dem schiff, oft um einen knoten. Über fünfhundert meilen gesegelt und schon unter tausend bis zum hafen auf Mauritius.

woche7 ind

 

woche7 ind meilen

 

Tag49
Die letzte nacht war streckenweise heftig, besonders um elf uhr herum. Wäre ich drei minuten später aufs klo gegangen, würde ich mit schwung an der anderen wand kleben. Das schiff legte los und dann schräglage, zuviel segelfläche und ein ritt über acht knoten. Alles ist noch heil geblieben, aber seitdem regnet es. Das gute, es geht voran, der vierzehnte breitengrad ist überfahren und es sind noch um achthundert meilen zur insel. Nach dem regen eine durchsicht an deck und eine segellatte gerettet. Sie hatte sich nach vorn durchgearbeitet und hing auf halbacht.

Tag50
Der tag fängt so an, wie der letzte. Viel wind, geschwindigkeit über fünf knoten, segel gerefft, aber die wellen werden höher. Wenn ich oben bin auf dem hochplateau, sehe ich mehr horizont als sonst und viele schaumkronen, dann ist neben mir allerdings ein tiefer abgrund. Meine vermutung sind die acht bis zehn meter wellen, aber harmlos. Der fünfzehnte breitengrad ist bei sonnenaufgang übersegelt und heute komme ich unter siebenhundert meilen bis Port Louis. Mein neues problem sind die bösen geräusche von der hydraulikpumpe des autopiloten.

Tag51
Geweckt wurde ich mit dreißig knoten wind und schräglage. Um acht uhr waren es schon unter sechshundert seemeilen bis zum hafen und zwei stunden später wurde der sechzehnte breitengrad süd übersegelt. Es läuft gut, sehr gut.
Aber mit der dauer der tage komme ich immer tiefer in den essensvorräten und entdecke vergangene zeiten. Vieles von den Falklandinseln, aus Argentinien und gestern eine rarität, das letzte glas kichererbsen von Teneriffa. Da quatsche jemand etwas von mindesthaltbarkeitsdatum.
Die regenwolken kommen jetzt mit fünfunddreißig knoten daher, somit habe ich mal das zweite reff ins groß gezogen. Nach sechs tagen dauerwind endlich mal etwas erholung, geschwindigkeit ist kaum eingebüßt, aber alles ist etwas ruhiger. Hätte ich mal vorher schon machen sollen, es hätte vielleicht die sprayhood gerettet.

20210404 sprayhoodloch

 

Tag52
Eine bessere nacht, der autopilot war leise aufgrund des reffens, der speed war reduziert. Morgens dann eine schiffssichtung und nach einer stunde passierte das schiff. Nur dann waren plötzlich drei schiffe um mich herum. Mal ein paar tage keins und jetzt alle auf einmal. Der siebzehnte breitengrad ist hinter mir und noch vierhundertfünfzig meilen bis zur insel. Am nachmittag dann noch einmal zwei schiffe, wollen wohl auch in die gleiche richtung wie ich.

Tag53
Irgendwann hört eine serie auch mal auf, immerhin waren es sieben tage. Gestern noch den achtzehnten breitengrad überschritten, der wind war schon schwächer und heute hat er noch einmal gedreht mit abflauen. Es ist an der zeit, die ausgelutschten batterien zu füllen.
Ich weiß nicht, woher das wort „etmal“ stammt, ich kenne den begriff „etliche male“. Ganz schön für eine tagesleistung, dennoch ist es glück, und so schaffe ich mal den begriff „etwoche“. Diese liegt jetzt bei mir mit neunhundertundzwölf seemeilen. Ich habe den wegepunkt bei zwölf uhr genommen, also einhundertachtundsechzig stunden insgesamt. Das ist mein rekord auf der ganzen reise. Die zwei dutzend tote fliegende fische an deck sind normal. Am abend sind es unter dreihundert meilen zum ziel.

etwoche

 

Tag54
Gegen mittag habe ich das sechste schiff gesichtet, wenn ich die zwei in der nacht dazuzähle. Mal sehen, wie viele es noch werden. Auch kann ich sagen, dass sie nicht auf automatik fahren und sich schlafen legen. Heute nacht wurde aktiv in den kurs interveniert.
Vorhin kamen wieder delphine vorbei, diese waren gelb-grünlich mit einer kleinen rundlichen rückenflosse. Ein- und ausatmen nicht hörbar. Nach dem imbiss waren sie auch wieder lautlos verschwunden.
Der neunzehnte breitengrad ist am nachmittag überfahren und es sind unter zweihundert meilen bis in den hafen. Sieht soweit gut aus, nur ich bin langsam müde von der reise.
Das letzte schiff passierte hinter mir vor sonnenuntergang. Alle schiffe fahren wohl östlich und südlich um Mauritius herum, um zum kap zu kommen.

Tag55
Es geht dem ende zu, die nacht war ok, der wind unregelmäßig. Am morgen die bescherung, die erste reffleine aus dem groß ist aufgescheuert und gerissen. Somit ist jetzt das zweite reff wieder im einsatz. Sollte vielleicht so kommen, es erleichtert mir die entscheidung der ankunft. Es sind noch achtzig meilen bis zum leuchtturm und hundert bis zum hafen. Somit bei nur noch vier knoten passt es ja zur tagesankunft. In der nacht in einen unbekannten hafen einlaufen, ist nicht so mein ding. Habe ich schon häufiger gemacht, aber nicht prickelnd.

Woche8
Die woche acht war rasant und gut. Leider ging am ende das erste reff kaputt, somit ist das zweite dran, ist halt langsamer. Gegen ende der woche musste ich dazu noch mit rückenwind fahren, um Mauritius zu erreichen. Das ergebnis von achthundertfünfundvierzig meilen ist besonders gut und ich habe auch die etwoche definiert.

woche8 ind

 

woche8 ind meilen

 

Tag56
Alles passte so schön, in der nacht schlafen, dann viel wasser trinken, um den morgen nicht zu verpassen. Schön sauber um die westspitze von Mauritius herum und richtung hafen. Die offiziellen habe ich angerufen, auch die marina und keiner muckte. Somit wollte ich in den inneren hafen hinein, aber ein kleines coast guard boot stoppte mich. Um die geschichte kurz zu machen, der hafen ist seit einem monat wieder zu. Pech gehabt, sie gaben mir einen apfel und eine wasserflasche. Somit geht es weiter nach La Reunion, weitere hundertdreißig meilen. Das mach ich mit der linken backe.

20210409 mauritius

 

20210409 mauritius

 

20210409 mauritius

 

Tag57
Die backe schmerzt, das meer hat nur wellen und keinen wind, auch in der nacht. Ich bin unausgeschlafen, genervt und ich rege mich über die verblödete menschheit auf. Ändern kann ich daran nichts, ich bin nur ein betroffener.
Es sind jetzt am morgen noch sechzig meilen bis in den nächsten hafen, zu weit um zu motoren. Also werde ich mich so weit wie möglich an Reunion annähern und morgen in die marina fahren. Diesel, wasser und futter gehen zu ende, eine weiterfahrt ist nicht machbar.
Gegen mittag hieß es dann, land in sicht, soweit es die wolken erlaubten. Die küste ist noch zwanzig meilen entfernt, bis zum hafen ist es das doppelte und morgen ist Sonntag.

Tag58
In der nacht bin ich um Reunions westspitze gesegelt, langsam, denn ich wollte im hellen ankommen. Irgendwelche ankerplätze im dunkeln zu nutzen, fiel aus und auch den zielhafen im dunkeln ansteuern wollte ich nicht. Das war auch gut so, an vielen stellen und an der einfahrt wird gebaut, alles heikel. Um neun uhr habe ich dann an einem reservierten steg festgemacht. Eine halbe stunde später waren der zoll und immigration da und der rest wird morgen am Montag erledigt. Nur ich darf das schiff nicht verlassen.
Für die theoretischen dreitausendeinhundert meilen habe ich fünfhundert mehr gebraucht, das ist ein super wert. Ich war achtundfünfzig tage auf see. Durch die ekelige kalmenzone hat diese strecke nur einen zweieinhalb knoten durchschnitt.

woche9 ind

 

woche9 ind meilen

 

Und ich weiß schon, wann ich wieder hier verschwinden werde, in sechs monaten minus einem tag in richtung Südafrika, so stehts in meinem offiziösen zettel geschrieben.

Veröffentlicht unter Reise_2021, Route, schiff | 1 Kommentar

Alternative Pläne

Das jährliche fest habe ich überstanden und musste nicht Wham hören. Das kleine glück zu den feiertagen und zum glück liefern sie nicht bis zum schiff.

last christmas

 

Das essen hat eine gewisse routine bekommen. Entweder dreißig große scampies, chicken nuggets selbstgemacht, pellkartoffeln mit tzatziki oder nudeln in rot. Zum fest gab es ein sonderbares angebot, die garnelen ohne kopf waren günstiger als die mit. Da habe ich zugeschlagen.

20201224 alle jahre wieder

 

Wenn es der wind erlaubt und weniger wellen da sind, geht es an land zum wifi. Auch habe ich zwischen den tagen einen freundlichen Thai dazu bewegen können, meinen außenborder aus der werkstatt zu holen. Dann war auch der dinghirepairman anzutreffen und er wollte sofort mit der reparatur anfangen. Sein altes grundstück ist inzwischen komplett geräumt und das neue ist eine müllhalde. Es sieht aber so aus, als ob sich geschäftspartner getrennt haben. Mein boot wird an seinem haus gelagert und instand gesetzt.

Zu sylvester habe ich dann noch eine mail zur PSS gesendet. Die neuen buchsen der windsteueranlage sind offenbar aus günstigerem nylon gefertigt, die ich sehr teuer bezahlt habe. Das material zieht nur zu gern wasser und quillt auf. Somit ist die ganze anlage fest und bewegt sich nicht mehr. Vielleicht gibt es eine garantie oder ich muss es selber machen.

Meine hoffnung auf eine öffnung Malaysiens hat sich dann wieder zerschlagen. Mitte Dezember war es wohl offen und jetzt kostet es zweitausend dollar plus quarantäne für den virus. Also bullshitbingo, nicht machbar.

Dazu noch ein paar unerfreulichkeiten. Verwandte kann man sich nicht aussuchen, freunde schon, und das ist das gute. Ich kannte diese frau schon seit dreißig jahren platonisch und nun kann sie meinen blog nicht mehr lesen. Die beschreibungen würden nicht mit ihrer information übereinstimmen, und ich benutze sexistische ausdrücke. Dazu meint sie, ich bin als gast in einem land. Keine bewegung ist möglich, und die melkkuh hat es satt, mit unzuverlässigen werkern zu arbeiten. Wenn ich über zehnmal zum nachbesserungen eines dinghi an land muss, dann ist die arbeit dilletantisch. Dieses mag sie mir nicht zugestehen. Nur ich bin in der realität und habe die schönen berichte auch gesehen. Deshalb habe ich viele inseln angesteuert und leider eine andere wahrheit kennengelernt.
Neukaledonien mit slums und obdachlosen, Osterinsel mit falschen beschreibungen zu den menschen, French Guiana mit ureinwohnern als sozialhilfeempfängern, Argentinien mit einer hohen kriminalitätsrate und Thailand mit einer rudimentären bildung und unzuverlässigen leuten. Die Maoris hatten ein schönes land, die Aboriginees auch und ebenso die Indianer, bevor das englische empire seine raubzüge startete.
Die kündigung per mail ist nicht fein, ich schreibe, was ich aus meiner perspektive sehe und durch gespräche mit den menschen erfahre, r.i.p.

Ich benutze oft wörter, die erklärungbedürftig sind. Die junge freundin mit vielen jahren militärdienst in der besatzungsarmee fand es nicht nett, dass ich den kriegsnobelpreisträger und expräsidenten mit einem südstaatenbegriff für sklaven bezeichnete. Sie bekam kaum luft. Nur wenn dieser in seiner ganzen amtszeit jeden tag krieg führt, finde ich es schon bezeichnend. Dazu entschied er jeden tag, dreißig bis vierzig menschen ohne urteil per order im drohnenmord zu killen. Dazu kommen dann noch die kollateralschäden. Wenn man sich als farbiger in der weißen schicht nach oben gedient hat, ist er nicht besser als Steven der alte sklave in „Djungo unchanged“. Er orderte die bestrafungen der andern sklaven an und bestimmte deren urteile. Das bezeichne ich mit dem südstaatenbegriff und nicht die farbigen.

Als nächstes hatte ich mir dann noch einmal den westernsklavenfilm reingezogen, für mich ein gerechtes urteil in bezug zu meiner bezeichnung. Nur es zeigt auch, wer in Schweden das sagen hat und wie die nobelpreise vergeben werden.
Danach gab es „Hannah Ahrend, die banalität des bösen“. Es sind die untertänigen, die gefolgsamen, die die handlungen ausführen. Aber bloß nicht das ehemalige und besetzte Palästina benennen. Das musste auch die professorin in Frankfurt erfahren, ihr bild hängt in irgendwelcher u-bahnstation, und ich dachte vor vier jahren als ich dort saß, die kennst du doch.

Vom bösen kam ich dann auf „Kill Bill“ und schon wieder ein Tarantino film. Wenn ich dabei noch auf mein dinghi warten muss, ist das nicht gut für die ruhe. Rechtlich muss ich hier gar nicht erst anfangen, das feuer ist nicht mehr möglich, da er vom gründstück wegen nichtzahlung entfernt wurde. Seit meiner rückkehr aus dem norden der insel warte ich schon wieder vier wochen. Vor drei tagen sollte es fertig sein, nun ist es morgen. Nur sind die hauptarbeiten noch immer nicht erledigt.

Vom bösen kam ich wieder auf „das grauen“. Ich glaube, dass kein anderer kriegsfilm die absurdität der amerikaner besser widergespiegelt. Junge menschen werden in einen inszenierten krieg geschickt und verheizt. Wofür gibt es einen friedensnobelspreis.

Hier in Thailand eskaliert es gerade. Maske tragen im geschäft, wenn ich keine aufhabe, keifen die kassiererinnen. Dann kam der geschäftsführer, als ich beim gemüse war. Entweder maske oder den laden verlassen. Er wollte nichts von den vielen tausend kakerlaken hören, die im obst, gemüse und den übrigen produkten zu finden sind.

Eine lange pause und warten. Ich lebe auf dem schiff, lese, sehe mir filme an und denke. Das dinghi, das ich vor sechs wochen abgegeben habe, ist noch immer nicht fertig. Morgen soll es sein. Bisher hat der kleine wichser nur einen streifen um das boot herum geklebt. Das war die naht vom gummiring. Es fehlt nur noch der boden, wo er noch nicht zweilagig ist.
Die antwort von PSS ist natürlich nicht gekommen. Mein lauter verbaler gestreckter mittelfinger wird wohl eine ursache sein. Es zeigte sich mal wieder, die von PSS können nichts auf europäischem niveau. Der edelstahlschweißer ist wohl der einzige, der ein akzeptables resultat, wenn auch keine spitzenarbeit, produzieren kann. Wenn der verschwindet, ist der shipyard eine bastelbude im landesniveau.
Ich fange heute an, die windsteueranlage zu demontieren, soweit das vom deck aus möglich ist. Das ruder und der rest können erst nach dem dinghi geschehen. Mit Beach geht das nicht, ist zu wackelig. Das grüne boot wird erst bei fahrt stabil, ein fehlkauf, mist.

Es ist schon wieder in der mitte eines monats und es tut sich nicht viel. Außer dass ich einen neuen plan habe. Sechzig meilen in richtung nordwest von der westküste Phukets liegen die Similian Islands. Ein naturschutzgebiet mit sauberem klaren wasser und mit vielen fischen sowie schildkröten. Ein stück weiter im norden ist dann Miramar. Dort könnte ich auch nach links abbiegen und dann nach süden segeln. Somit kann es sein, dass dies erstmal der letzte bericht für die nächsten zwei bis drei monate ist.
Gestern habe ich einen hochglanz broschürenfilm über Mauritius angeschaut. Wenn sie mich reinlassen, werde ich mal wieder gegenchecken. Wenn nicht, geht es hundert meilen weiter nach La Reunion.

Einen tag später und ich weiß noch nicht, ob es ein guter war. Ich zähle schon nicht mehr die besuche bei der reparatur des dinghies. Heute mal telefoniert und er will es bis Montag machen.
Dafür habe ich die kühlschrankalternative gefunden. Entweder für unter hundert euronen einen fünfziger würfel oder für die hälfte mehr ein japanisches produkt, das stramm in die lücke passt. Dazu muss nur noch ein kleiner inverter und ich kann speisen oder zutaten länger lagern.
Ist das nötig? Ich glaube schon. Zur zeit lebe ich im thaistil. Sie haben keine kühlschränke, alles, was sie kaufen, wird sofort verarbeitet. Solange der supermarkt um die ecke ist, geht das. Sie können auch keine bevorratung anlegen, es fehlt das geld. Ein totaler lockdown funktioniert hier nicht oder die menschen werden direkt in die hungerfolterkammer geschickt. Darin ist auch die idiotie begründet, warum die mopedfahrer einen dreiviertel liter sprit kaufen, für das doppelte an der tankstelle. Dort kann man nur ab zwei liter kaufen, nur die mopedtanks sind kleiner. Diese menschen verschwenden ihre arbeitskraft und lohn, um anderen kleinstunternehmern das geld zu geben.

20210126 neuer kuehlschrank

 

Zurück zum tag, die windsteueranlage ist auf dem schiff. War nicht so aufwendig, ein flaschenzug, ein paar seile und schon war das teil oben. Jetzt nur noch die buchsen aufweiten und die baustelle ist geschlossen. Dafür gibt es natürlich eine neue und die ist nicht lustig. Mein grünes dinghi, the beach, hat an allen ecken aufnahmen für ein seil und mit diesen drei punkten hebe ich das boot ins und aus dem wasser. Wenn spritzwasser ins boot kommt, dann bemerke ich im bereich der vorderen sitzbank eine biegung im rumpf. Nur heute ist die sitzbank auf beiden seiten aus dem rumpf gerissen. Das ganze boot ist nicht stabil genug gebaut worden. Mal sehen, wie lange diese reparatur dauert, mit einer garantie kann ich mir hier höchstens den arsch abwischen.
Fast hätte ich meinen neuen gast vergessen, der gestern am strand im dinghi war. Ein neuer gecko, da der letzte seit weihnachten verschwunden ist, wahrscheinlich mit der grille durchgebrannt. Von beiden keine spur mehr.

Ein basteltag am Sonntag. Das dinghi wurde dreimal mit epoxi geklebt, außen und innen. Und damit die belastungen beim heben und senken nicht wieder auftreten, gab es ein zusätzliches querbrett aus plastik. Verschraubt mit dem rand und ebenfalls geklebt.
Danach ging es an die windsteueranlage. Mann war das eine plackerei, die achsen waren ziemlich fest. Das hauptruder war so dicht, dass noch nicht einmal das wasser im innern unten ablief. Morgen ist noch das pendelruder in arbeit, seit ein paar stunden lasse ich öl durch die obere buchse reinlaufen, ganz langsam.
Und zu guter letzt habe ich den alten biminirahmen wieder gerade gebogen und ihn wieder angeschraubt. Dieser soll auf dem meer einen sonnenschutz tragen, das andere ende geht bis zur sprayhood. Auf der herfahrt hatte die sonne ordentlich gebrannt, dies ist die abhilfe.

Der Montag ging mit reparaturen weiter. Das geklebte am dinghi rund schleifen, die zu langen schrauben kürzen. Es hält hoffentlich eine zeit lang.
Dann kam teil zwei der windsteuerung. Hier haben sie sich richtig verbastelt, eine schiffswerft und vom material keine ahnung. Es war ein akt, die pendelruderachse herauszubekommen. Der zweikilohammer half da auch nicht. Am ende habe ich die untere buchse herausgeschlagen und dabei zerlegt. Wer mich kennt, ich schmeiße nichts weg und die alte passt, auch wenn sie ein wenig luft hat. Die schleiferei hat einen halben tag gedauert und am ende passte alles wieder. Die montage ist kniffelig und gelang, alles dreht und bewegt sich. Fehlt nur noch die heckmontage, vielleicht morgen.

20210123 fundholz

 

20210124 fundholzverfuellt

 

Mann war das ein guter scheiß-donnerstag. Pünktlich um eine minute vor acht uhr kam Simon an, um das unterwasserschiff zu reinigen. Er hatte alles dabei, gut vorbereitet. Es waren schon allerhand seepocken am schiff und auch am propeller. Das hatte ich schon vermutet, denn Mr Perkins verbrauchte einen halben liter mehr als sonst. Nach neunzig minuten war er mit der schweizerischen gründlichkeit fertig. Sein lohn war der wochenverdienst eines normalen Thais, aber das equipment kostet auch etwas.

20210120 cleaner

 

Danach wurde der tag mit dem schlechten vertan. Ich wollte mein dinghi abholen, am tag zuvor war es nach sechs wochen tatsächlich repariert worden. Nur ich war zu hektisch, stieg falsch ins grüne boot ein, eine welle, gestürzt. Das boot kippte, lief voll wasser und ich war im meer. Meine flipflops konnte ich retten und warf sie aufs deck, danach begann ich mit schwimmübungen, um meinen leeren wasserkanister zu retten. Zwanzig meter weiter hatte ich ihn und ein anderes dinghi kam, um mir zu helfen.
Zurück auf dem schiff wollte ich so schnell wie möglich den wasserschaden beheben, hatte nur vergessen, den ladebaum wieder von der reling zu lösen. Die winsch hat gezogen und der baum ist verbogen. Endlich an deck ging es an den motor. Vergaser leeren, benzin aus dem tank ausgegossen, motorraum mit benzin geflutet und viele male versucht zu starten. Nach zwei stunden lief er wieder. Danach noch die kokosmilch ablaufen lassen, der einlaufmotorölwechsel war eh fällig. Nur so etwas brauche ich nicht jeden tag. Aber das gute an dieser geschichte war, dass ich den laptop nicht dabei hatte, somit alles halb so schlimm und kein gau.

20210121 verbogen

 

20210120 motorinspektion

 

Die serie will nicht abreißen. Am Freitag war ich mit Echo Beach wieder beim ersten slipyard, um mein altes dinghi abzuholen. Der fredel war nicht da, somit musste ich es selbst organisieren. Der freundliche Thai hat ein moped mit beiwagen geliehen und damit hat er den motor und das boot zum wasser gebracht. Er hat ein geld für seine bemühungen bekommen und es ging zurück zum schiff. Nach hundert metern versagte echo und ich wollte anfangen mit dem rudern. Nur die eine schraube für das hilfsruder wollte sich nicht lösen lassen. Zum glück wollten gerade fischer mit einem longtail hinaus aufs meer und sie halfen mir. Zwei dinghis im schlepp und der einzylinderdiesel motor vibrierte vor sich hin. Er wollte kein geld annehmen. Das ist eine komische seite, sie helfen, wenn es nötig ist aber nehmen dich aus, wenn du etwas willst.
Am schiff angekommen lief Echo wieder, nur der alte außenborder wollte nicht. Es sieht so aus, als wenn sie in der motorenwerkstatt nichts verbessert hätten, aber das war schon vermutet.

Sa war dann tiefstfrusttag und ich habe mal wieder nichts gemacht. Die erste aktion am So war, den ladebaum wieder zurechtzubiegen. Ich habe ihn an den heckrelingstützen angebunden, ein starkes seil um die winsch und kurbeln. Dreimal habe ich die position verändert und das ergebnis ist besser als die gebogene version.
Der alte außenborder wanderte an den heckkorb und meine zweite halterung für Echo ans dinghi. Diese kombination ist mir die liebste, ein umkippen ist nur sehr schwer möglich.

Der monat Januar geht dem ende entgegen und meine vorbereitungen sind auf der zielgeraden. Heute geht es zum inverterkauf und die erste runde lebensmittel, die noch ergänzt werden müssen. Gestern habe ich die windsteueranlage wieder montiert, ging besser als gedacht. Nur muss sie sich auch wieder bewähren.

Das war gedacht und sollte sich nicht so erweisen. Als erstes hatte meine bar zu und somit gab es auch kein moped. An dem Do war außer spesen nichts gewesen. Also am Fr das ganze noch einmal. Am abend zuvor hatte ich noch einmal Echo gecheckt, er lief sofort, also alles bestens. Pustekuchen am morgen, das boot war im wasser, alle verbindungen zum schiff gelöst und kräftiger wind. Der motor wollte nicht starten, ich trieb ab und zum glück in richtung pier. Rudern mit dem longtail auf dem boot geht auch nicht klasse und am ende hatte ich das dinghi auf dem ponton gezogen.
Dann kamen ein paar thais und zwei halfen mir. Der erste besorgte werkzeug und der motor lief nicht. Der zweite machte das ganze noch einmal und die zündkerze wollte nicht, obwohl ich zuvor einen schlag davon erhalten habe. Somit besorgte er eine neue und der motor lief, nicht klasse, aber immerhin nach drei stunden.

20210128 zuendprobleme

 

Danach habe ich das moped gemietet und ab zu einer vermeintlichen adresse eines sehr grossen elektro- und werkzeugladens. Die alte leier, no have, no idea. Auf dem rückweg war ich dann noch in der großen supermall. Im keller sollten sich elektronikhändler verschanzen. Wenigstens habe ich einen reinen sinusinverter erstanden. Somit kann der kühlschrank darüber laufen. Das netzteil vom laptop funktionierte damit, aber nicht der kühlschrank. Ein fehlkauf als backup. Somit werde ich morgen noch einmal den laden besuchen und einen kleinen rechtecksinus interverter für den halben preis erstehen.

20210128 neuer inverter

 

Der griff in die braune stinkende masse haftet gerade an mir. Es ist nicht die art des inverters, sondern der kühlschrank saugt beim anlaufen mehr strom als erwartet. Es sollte unter einhundert watt verbrauchen, trotzdem reichen fünfhundert für den anlaufstrom nicht aus. Somit sind weitere hundert euronen für beide neuen inverter versenkt. Brauchbar ist es allerdings für den computer, sinus oder rechteckig.

Der kühlschrank läuft unterdessen auf dem großen inverter, wenn ich ihn brauche, oder nicht. Der computer hat nun alternativen, was mir gefällt. Der neue kleine inverter ist nun am schaltschrank verschraubt.

Nun ist es ende Januar und ich werde morgen neues geld kaufen gehen. In nahrungsmittel ist es wohl besser investiert als in einer bank.

Heute noch einmal wäsche waschen, zum geldautomaten, blog aktualisieren und weiteren einkauf tätigen. Mr Perkins lief gestern auch für eine stunde, sieht gut aus. Also werde ich wohl in zwei tagen hier ablegen und richtung norden segeln. Dann nach westen und in richtung süden abbiegen. Der nächste stop danach ist in rund dreitausend meilen auf La Reunion, oder in zwei bis drei monaten.

Mein longtail motor muckt herum, mal ist es die zündkerze, mal wasser im sprit, oder er will nicht noch einmal starten. Also probe ich das ganze auf dem schiff, er läuft. Ich lasse das dinghi ins wasser und er will nicht mehr. Es ist schon das dritte mal. Das bad im meer hat ihm nicht bekommen. Ich bin sehr genervt.

Ick bin dann mol wech.

Nachtrag: heute ist der siebente Februar, ich klebe noch immer in der bucht. Morgen werde ich die mooring abwerfen und die nächste reise beginnen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Reise_2021, technik | 6 Kommentare

Echo Beach

Long tail mit plastik.

Mein neues beiboot und das alte will nicht zurück. Der verkäufer weigert sich einfach, den flickenteppich wieder an sich zu nehmen. Er sei gar nicht der verkäufer, der komme erst in drei wochen wieder. Natürlich bekomme ich da einen dicken hals und mordgelüste oder würde gern sein werkstattzelt mit zwei flaschen benzin warm veredeln. Das wird sich noch ergeben.

Das neue boot sollte eigentlich blau sein, ist nicht mehr auf lager, no have. Dennoch lief es recht gut, den motor hat der freundliche Thai abgeholt, das boot wurde geliefert. Und als ich mittags dort ankam, war der motor auch schon komplett montiert. Mit einem lastmoped haben sie mir dann das ganze ans wasser gebracht. Einmal ziehen und das teil lief, rein ins boot und los.
Das war dann recht aufregend und auch flott. Nun liegt das boot auf dem deck und muss im bereich der motoraufnahme verstärkt werden. Dafür habe ich die reste von meinem ersten dinghi beim verkäufer wieder mitgenommen.

20201123 altes dinghi neuer motor

 

Heute ist Mo der dreiundzwanzigste November und ich war wieder beim zoll hier am pier. Eigentlich ist das recht praktisch, hafenmeister, immigration und customs in einem gang nebeneinander. Nur die jungs drücken sich, sind nicht im büro und das seit mitte der letzten woche. Heute morgen erwischte ich den hafenmeister, und er erklärte, dass der zoll hier keine verlängerung für das schiff ausstellen kann. Das kann nur der hauptzoll in Phuket. Also mit einem mopedtaxi zum hauptzoll, ich mag das nicht mit unbekannten auf einem moped zu fahren.
Dort wollten sie aber ganz anders, ich bin überfällig, sechs tage macht zweihundert euronen. Nur gab es keinen hinweis, dass die schwengel am pier nicht zuständig sind. Wortwechsel und immer noch die gebühr, aber es gibt da ein limit und das sind zehntausend baht, dreihundert euronen. Diese sind vor ausreise zu bezahlen, danke, fickt euch und tschüss.
Das moped habe ich von dreizehn euronen auf acht runtergehandelt, sie haben eh nichts zu tun. Neues spiel, es wird das gleiche wie in Chile sein.

Dafür war die fahrt mit dem alten dinghi und dem neuen motor anstrengend. Einmal ziehen und der motor springt an, nur läuft auch gleich der propeller. Dann gibt es natürlich keinen leerlauf oder rückwärtsgang, einfach gewinnt. Ich habe bei den anderen longtail booten am pier geparkt, dort hat man platz. Ankommen mit der richtigen geschwindigkeit, motor aus und den pier erreichen. Ging so lala, das ablegen war schwieriger, man will ja nicht andere boote mit dem prop schreddern. Am nachmittag war ich ohne größere schäden mit dem heißen motor wieder am schiff. Wie schön, dass ich im wasser bin, der auspuff hat meine hand erheblich erwärmt.

20201126 echo beach

 

Dafür hatte ich noch zeit, meine neue narbe für den windgenerator abzuholen. Eine vierer lochkombination und eine dreier waren die aufgabe, dazu eine aufnahme der zentralmutter. Hat auch nach fünf tagen geklappt. Der preis war fix und sollte plötzlich um zwanzig prozent steigen. Ich bin nicht mehr freundlich mit diesen menschen.
Die narbe kann zwei oder vier repeller tragen oder drei. Das ist mein restliches sortiment vom türkischen-chinesischen schrott. Es sollte auch generator gehen, aber mehr strom ist besser als zu wenig.

20201123 neue nabe

 

Einen monat vor weihnachten habe ich auch einen namen für das grüne dinghi gefunden. Zuerst dachte ich an ein zeitliches update von Themroc zu Themfuc. Aber dann habe ich wieder durch zufall ‘Echo Beach’ ins ohr bekommen und das ist es jetzt. Beach ist das boot, Echo der motor. Klingt freundlicher als das andere wortspiel. Die arbeiten an der verstärkung des hecks gehen auch voran. Zwei schichten sind innen schon verklebt. Fehlt nur noch das hauptbrett und außen eine gegenplatte.
Meine neue kreditkarte müsste schon in Phuket sein, ist aber noch nicht ausgeliefert worden, vielleicht heute. Spricht man andere segler auf das thema karte an, ist das oft ein rotes tuch. Hier läuft vieles schief.

20201123 neues dinghi verstaerkung1

 

20201125 neues dingh verstaerkung2

 

20201126 neues dinghi verstaerkung3

 

Das fahrverhalten ist ok, aber recht wackelig. Erst wenn das boot fahrt aufgenommen hat, wird es stabil. Dennoch ist ein limit von zwei personen angesagt. Wenn wellen und wind aufkommen, wird es eine nasse fahrt. Und es macht trotzdem spaß und anstrengend ist es auch. Wenn der stallone in rambo vier locker sein longtail mit dem riesigen motor bedient, dann ist das fake. Oder ich bin ein schwächling mit meinem kleinen motörchen.
Andererseits bin ich gerade die attraktion hier, ein nicht-thai mit einem plastikboot und longtail. Alle freuen sich mich zu sehen und grüßen mit dem daumen nach oben.

Die kreditkarte ist nun auch endlich da, online war sie es schon vor zwei tagen. Gestern war ich wieder in der bar, kein brief, aber ich sollte mal zur post gehen. Das lag auf dem weg zum anderen großen supermarkt. Die leute von der post waren freundlich und haben alle listen durchsucht. Und siehe da, ausgeliefert und unterschrieben am fünfundzwanzigsten. Der quittierer hatte einen thailändischen namen und den musste ich ihn mir merken. Es war die bedienung am tresen, sie konnte sich nicht erinnern, dabei waren dort nur drei briefe vorhanden, einer war meiner.

Der windgenerator arbeitet auch wieder, die vibrationen sind akzeptierbar. Die narbe hätte noch eine runde auf der drehbank benötigt, aber die leute haben keinen sinn für das, was sie machen.

20201127 neue nabe

 

Das alte dinghi ist wieder beim repairman, den bereich im wasser will ich verbessert sehen und der streifen ringsum soll auch wieder hergestellt werden. Den alten motor habe ich auch wieder an land gebracht und das hätte mir fast einen darwin award eingebracht. Am Mo hatte ich zwei fendergummikissen erstanden. Zehn zentimeter dick, zwanzig breit und achtzig lang, sehr schwimmfähig und für den auftrieb der Beach gedacht. Dafür habe ich je seite drei löcher ins boot gebohrt und die kissen dort angebunden. Der auftrieb und die stabilität des bötchens hatte sich sehr verbessert. Nur während der fahrt wurde das wasser ins boot gespült, zusätzlich drang es auch durch die löcher hinein. Ich musste das wasser herausschöpfen.
Und dann besuchte mich noch Echo im boot, die halterung hatte sich gelöst. Zum glück ins boot und nicht in das meer. Nach wiederholter montage konnte ich auch das zweite drittel zur küste mit motor fahren. Dann ein weiterer rückfall, wasser schöpfen und das letzte stück ging dann mit dem paddel. Drei mal links, dreimal rechts und ich erreichte den strand pitschnass und erschöpft.
Die halterung ist inzwischen mit einer weiteren schraube versehen, sollte lange halten. Die kissen habe ich auf der rückfahrt abgebunden, zuviel wasser im schiff. Die erste lösung war, die kissen auf der länge zu halbieren. Auch diese version pumpte das wasser ins boot und nun sind die alten löcher wieder zugespachtelt.

Eigentlich wollte ich schon vor zwei tagen nach norden segeln. Die saison hat hier angefangen, geschlossene läden, bars und restaurants werden wieder geöffnet. Nur raffen es die menschen hier nicht, dass keine touristen in das land kommen können. Doch sie handeln wie immer, kopflos.
Das betraf auch meine verlängerte küche. Die ladenbesitzerin wollte viel mehr geld haben und das geht halt nicht. Nun ist meine küche zweihundert meter weiter gezogen, nur es ist nicht mehr dasselbe. Die ladenbesitzerin wird den umsatzrückgang auch schon bemerkt haben, keine küche, kein getränkeverkauf, weniger kunden. Wenn die gier das hirn frisst, ist es aus mit der buddhistischen moral.
Ich habe am tag vor dem schuheheraustellen alles vorbereitet, um aus der bucht zu verschwinden. Leider sind die wellen und der wind dagegen, also abwarten bis morgen. Wenn ich die mooring vom schiff werfe und etwas läuft schief, dann bin ich in zehn sekunden im nächsten boot und das bedeutet ärger, muss nicht sein.

Gegen mittag war dann weniger wind und ich habe mich von der leine getrennt. Raus aus der bucht war einfach und langsam. Entweder ist das schiff wieder zugewachsen oder das ablaufende wasser war der grund. Ausserdem wollte ich Mr Perkins nicht so stressen, nach zweimonatiger pause.
Der erste ankerplatz war nach sechs meilen erreicht. Zwischen zwei inseln und dem festland. Hinter mir ein verlassenes resort mit anleger. Dann kommen öltanks und nicht sichtbar die entladestation dafür. In der bucht ankern gewerbliche schiffe. Dann kommen mehrere hotels, sehen nicht belegt aus. Der nächste hügel ist mit besseren häusern bebaut, unten am ufer liegen drei schiffswracks. Weiter nach rechts ist das festland und das ferne Phuket town. Dann folgt eine weitere insel mit durchfahrt zum meer. Und zum schluss vor mir die kleine insel mit schiffswrack und leuchtturm.

20201206 bucht tag1 1

 

20201206 bucht tag1 2

 

20201206 bucht tag1 3

 

20201206 bucht tag1 4

 

20201206 bucht tag1 5

 

20201206 bucht tag1 6

 

20201206 bucht tag1 8

 

Acht seemeilen weiter der zweite ankerplatz. Diesmal vorm sandstrand mit palmen. Nur es war So und die ausflügler kamen. Wavebord hinterm motorboot fahren, baden und an den strand. Das nervige waren aber die großen flugplatzrunden. Ich wurde mindestens zwei dutzend male überflogen. Erst zum sonnenuntergang kehrte ruhe ein. Außer der grille, die schon seit drei monaten auf meinem schiff lebt, sie machte abendkonzert.

20201206 bucht tag2

 

20201206 bucht tag2

 

20201206 bucht tag2

 

Um dreiundzwanzig uhr wurde ich von stimmen aus einem holzlongtail geweckt. Zudem waren sie am schiff mit viel licht, für ihre verhältnisse. Warum nur fischen sie mit einem großen netz um mein boot herum und bekommen es dann nicht mehr hinein? Wie konnten sie das netz um meine ankerkette wickeln? Nach zehn minuten, vielen kratzern und meiner beleuchtungsassistenz haben sie kurz vor dem kappen die maschen frei bekommen. Danke für die abwechslung.

Dritter tag, viel wind und der nächste ankerplatz nur sechs meilen weiter. Nicht spannend, insel mit zwei langen landungsstegen und keine besucher. Die moschee bleibt meistens leise, außer dreimal. Auf der anderen seite eine große bauruine, eine fertige hotelanlage leer und zwei weitere flächen, die schon gerodet worden sind. Daraus wird wohl nichts.

Am vierten tag ging es weiter, und ich bin auch gleich durchgefahren zum jachthafen, eine marina teuer und schick. Erstaunlich viele boote hier, nicht voll, aber besucht. Nur ich will mir keine box leisten, fünfunddreißig euronen am tag sind erstmal nicht drin. Und sie sind trotzdem freundlich, haben mir einen wifi code gegeben, man kann mit dem dinghi anlanden, diesel ist teuer und sauber. Deshalb habe ich meinen ankerplatz draußen, zweinhundert meter vor der einfahrt.

Die leute ringsum sind am existenzminimum, die pandemie tötet alle bemühungen der arbeit. Schon wieder bin ich auf eine hilfsbereite person gestoßen. Sie hat ein kleines hotel, das Wooden House, einen massageraum, küche und tische zum essen. Von der dachterasse kann ich mit einem kühlen bier mein schiff sehen. Seit einem jahr baut sie an ihrer idee und nun ist sie bereit, nur es fehlen die gäste, doch die schulden drücken.

20201210 terassenausblick

 

20201210 terassenausblick

 

So langsam werde ich abergläubisch. Zum einen bringt man mir bei, nicht an einem Freitag den hafen zu verlassen. Ok, das klingt noch irgendwie plausibel. Nur an diesen tagen passiert mir fast immer etwas. Gestern morgen, der kaffee war heiß im becher, die neusten nachrichten im netz und mails rufe ich gerade ab. Es ist mir noch nie mit kaffee passiert, aber der becher hat sich halb über dem laptop ergossen, der rest ist über dem boden verteilt.
Also mal kurz und schnell den rechner zerlegen und trocknen. Ein job, auf den ich eigentlich keinen bock habe, muss aber sein. Dann habe ich auch gleich meinen alten rechner nummer eins zerlegt. Der hatte meine rettung vom riff mit salzwasser nicht überlebt, einige teile schon. Aus dem puzzle habe ich am abend einen neuen zusammengebaut. Ich nenne ihn mal rechner eineinhalb.
Ich wollte auch die ankerrolle warten und abbauen, da sie anfängt zu quietschen. Das werkzeug gut positioniert, dann sich auf den vorbau setzen, wie ich es schon oft getan habe. Eine ungeschickte bewegung und der große ringschlüssel fing an zu rutschen, unter der rolle hindurch und in den tiefen des wassers und des matsches eingetaucht.
Danach hatte ich eine verabredung zum einkaufen im entfernten Phuket town. Das dinghi ins wasser gebracht und los. Nur war ich ungeschickt und habe mit dem longtail bei langsamer fahrt einmal das unterwassereschiff auf ein paar metern bearbeitet. Freitage können teuer sein.

20201212 rechnerpuzzel

 

Es sollte nur ein kurzer spaziergang sein, aber ich bin bis zur bundesstraße gekommen. Diese marina liegt im gebiet der sprenggläubigen, auf halbem weg eine moschee. Die andere höre ich morgens und abends vom schiff aus, am anderen ufer. Nur als resultat dessen gibt es kein alkohol und schweinefleisch im umkreis von drei kilometer zu kaufen. Die menschen sind verschleiert und abweisend. Somit gibt es hier nur zwei bars, die gegen die gebote verstoßen. Es wird zeit, hier zu verschwinden.

Meine dieselvorräte sind aufgestockt und es fehlt nur noch der wassertank. Dann kann ich wieder richtung Chalong segeln, mein dinghi und motor abholen. Wenn dann der wind wieder freundlich ist, auf die andere seite nach Krabi segeln. Weihnachten mal anders erleben.

Den diesel habe ich an einer tankstelle gekauft, ein freundliches mädel hat meine kanister befüllt. Die schwierigkeit lag in meiner forderung, nur neunundzwanzig liter in jeden kanister zu füllen. Nach absprache mit einer anderen fachkraft wurden einhundertfünfundvierzig liter in die zapfsäule eingetippt. Der erste kanister lief gut, aber dann benutzte sie einen taschenrechner, um die werte achtundfünfzig, siebenundachtzig und einhundertsechzehn zu ermitteln. Das sind kopfrechenaufgaben eines zweitklässlers, hier sind die kapazitäten des fachpersonal deutlich überschritten.

Ich musste dort weg und zwar schnell. Doch zuvor wollte ich noch einen misstand beheben. Es wurde mokiert, dass die graphische aufarbeitung des titelbildes ja ganz nett sei, aber ein aktuelles foto von Themroc wäre schöner. Nun denn, wollte ich ändern und mich auch gleichzeitig vom Wooden House verabschieden, meiner lieblingsdachterasse. Nur leider fing ein heftiger regen an und wollte nicht aufhören. Also zurück zum schiff und die kamera in den vermeintlichen dichten schultersack gepackt. Ich war bis auf die haut nass, einfach alles durch und durch. Als ich dann die kamera aus dem sack nehmen wollte, schwamm sie. Vermeintlich dicht, bis auf das neue loch, dass ich nicht bemerkt habe. Wasserschaden nummer zwei, wobei der computer ein kaffeeschaden war. Also schnellstens das stück zerlegt und getrocknet.
Heute nach drei tagen ist noch kein fototechnisches lebenszeichen zurückgekommen. Ich warte ab und aktiviere gerade die letzte backupkamera. Danach muss eine neue her. Somit wird das titelbild erstmal so bleiben.

Für die reise in den norden habe ich vier tage gebraucht, zurück mit dem wind nur zwei. Wobei gestern der erste tag seit elf monaten war, an dem ich nur gesegelt bin, wenn auch nur für drei stunden. Leider gibt es auch keine bilder der netten ankerbucht und den skurrilen inseln, reste von vulkanschloten. Man sollte vorsichtiger mit der elektronik umgehen.
Die alte mooring in Chalong war noch frei, die krabben fanden das allerdings nicht so nett. Ihr neues altes zuhause liegt jetzt wieder an deck.
Was hat sich noch in zwei wochen geändert, fast nichts. Ein weiteres geschäft mit plastikartikeln ist geschlossen, es liegen dieselben schiffe an den moorings. Nur ein altes holzschiff hat es nicht überlebt. Irgendwann hört auch die beste bilgenpumpe auf zu arbeiten oder das solarpannel hat füße bekommen. Bei niedrigwasser liegt es, sonst schwimmt es noch, nur sehr tief. Keinen kümmert es und so wird es dort wohl verrotten.

20201221 tot

 

Nur noch zwei tage bis zum fest oder hier sind es drei und ich komme nicht vom schiff. Der wind weht mit über zwanzig knoten und das wasser fängt an zu kochen. Das ist mir zu nass und zu gefährlich, mit Echo Beach zum pier zu fahren.

Am nachmittag waren es nur noch drei windstärken mit welle und es war nass. Manchmal denke ich, es ist ein alptraum. Das zelt und die werkstatt vom dinghirepairman sind verschwunden. Eine aluhütte ist auf der anderen straßenseite, nur noch drei große schlauchboote und ein rumpf sind vorhanden. Die personen sahen nicht glücklich aus, haben aber ihren chef angerufen. Der ist aber erst in vier tagen wieder hier und mein dinghi ist nicht vorhanden. Anscheinend haben sie ihn vom grundstück gefeuert. Ein anderer, nicht einheimischer erzählte mir dann, wo sich die ganzen schlauchboote befinden. Vierhundert meter weiter, zweimal rechts und dann bis zum ende des weges. Dort im hof eines hauses liegt nun mein noch nicht repariertes dinghi, mein hals ist am platzen.
Danach auf zu meinem motor. Der auftrag an den freundlichen Thai war es, er solle das regeln. Ach, das sind ja schon zwei wochen her und er habe es vergessen. Aber morgen will er sich darum bemühen. Also warte ich mal auf eine sms. Dieses land wird nicht aus dem quark kommen, wie auch bei diesen menschen.

Somit werde ich die nächsten tage und wohl bis zum jahresende hier in Chalong mit der grille und dem gecko verbringen. Euch ein frohes fest im weihnachtsknast, warum soll es euch besser gehen.

Veröffentlicht unter Reise_2020, schiff, technik | 2 Kommentare

Phuket Repair Extended

Natürlich ist man nie fertig mit den reparaturen am schiff und dem zubehör. Da ich beschlossen habe, im Dezember hier zu verschwinden und richtung Süden zu segeln, sollte das wichtigste funktionieren. Und das allerwichtigste am ankerplatz ist ein beiboot mit motor.

So bin ich am Montag zum dinghi-repairman gefahren, damit der wassereinlass bei beladung des bootes gestoppt wird. Zusätzlich habe ich die aufnahmen des mittelsitzes mokiert, dort fingen schon die risse an. Damit er noch etwas tun konnte, habe ich ihm meine wasserdichte tasche gegeben. Sie brauchte auch ein paar flicken. Dann rief er den außenborderspezi an der kurve an.

Der kam, sprach auch englisch und ich erklärte ihm die probleme. Auch habe ich ihm gesagt, dass der motor identisch mit einem Yamaha ist. Er wollte ihn später abholen und untersuchen. Aber zuerst wollte er die ersatzteilsituation checken. Beide sagten etwas von morgen.

Auf dem weg zurück sah ich einen leeren friseurladen und so bekam auch dieser mann einen auftrag. Einmal haare schneiden, das erste mal nach zwanzig monaten. Dann wurde noch die gesichtsbehaarung gekürzt. Das ganze kostete soviel wie in Berlin vor zehn jahren, hier wurde ich allerdings abkassiert. Einheimische zahlen höchstens die hälfte oder weniger.

Für den rückweg habe ich dann wieder die wanderschuhe angezogen, es geht immer um die halbe bucht herum. Da ich zeit habe, noch einen abstecher in den großen bau- und hausmarkt, meinen batterielieferanten. Sie haben auch weißware, und meine hoffnung war, einen neuen kühlschrank zu finden, der anstelle des alten seinen dienst tun könnte. Aber es gab nur einen noch kleineren und keine kühltruhe. Das wäre mir am liebsten, ich glaube, bei meinem fällt die kälte aus der tür heraus. Den versuch, eine steuereinheit für meinen alten zu finden, fange ich gar nicht erst an. Ich habe sie ausgebaut, sie riecht nach ampere, aber sichtbar ist nichts. Warum braucht ein einfaches gerät wie ein kühlschrank mehr chips als in einer apolloraumkapsel verbaut waren? Wenn sie diesen kühlschrank ende der sechziger gehabt hätten, dann könnten sie auch den mond erreicht haben.

Am Dienstag, dem achtundzwanzigsten oktober, bin ich dann wieder gewandert, um mein dinghi zu holen und das analyseergebnis vom motor zu erfahren. Als erstes erklärte mir seine frau, dass die teile oft nicht ganz genau passen und sie deshalb den motor nicht öffnen wollen. Ich könne ihren mann am strand finden. Das lag auf dem weg zum dinghi und dieses war natürlich nicht fertig. Die wassereintrittstellen am boden waren geklebt, die sitzaufnahmen waren entfernt. Morgen fertig, na klasse. Den rückweg habe ich mit dem motormechaniker gemacht und ihn zur arbeit gedrängt. Nachdem die verölte zündkerze gereinigt war, sprang der motor an, lief aber schlecht. Sie wollten den ventildeckel im eingebauten zustand abschrauben, ich war für den ausbau des motors aus dem gehäuse. So fingen sie an und ich zog wieder ab, bis morgen.

Diese menschen wollen oft nicht, da hat es auch keinen zweck, sie zu überreden oder zu drängen. Ich hatte die explosionszeichnungen mit den ersatzteilbestellnummern von Parsun dabei. Auch einen verweis auf die Yamahanummern. Das würde sicherlich über hundert euronen an kosten verursachen und würde ihnen arbeit machen. So gab es einen neuen deal, den motor wieder zusammensetzen, ohne dichtungen und öl. Ich glaube, dass kolbenringe und dichtungen von Yamaha passen würden, aber gut. Dafür hat er mir einen kleinen Honda viertaktmotor für unter hundert euro verkauft. Sprang sofort an, luftgekühlt und sagenhafte zwei pferdestärken. Muss erstmal reichen, und wenn wieder zeit und eine richtige werkstatt vorhanden ist, wird der motor instand gesetzt.

20201030 honda versuch

 

Aber das dinghi war noch immer nicht fertig, bzw. ich sollte eine halbe stunde warten. Nur war es eh schon niedrigwasser und dann heißt es dort, hundert meter durch den schlamm gehen. Also wieder einmal morgen und dann ist auch der alte motor wieder zusammengeschraubt.

Es geschehen noch die kleinen wunder, am morgen war der alte motor im dinghi und die sitzhalterung auch wieder eingeklebt. Die rückfahrt mit dem neuen motor war ein eigentor. Ich wusste die position vom bezinhahn nicht und musste den motor zehnmal starten. Das ganze bei viel wind und welle, eine nasse angelegenheit. Und weil ich den Honda kennenlernen wollte, habe ich ihn teilzerlegt. Der tank ist gereinigt und der vergaser auch und der rest sah gut aus. Danach sprang er auch wieder super an und so ging es zum pier. Mit einer genauso schlechten performance, wie mit dem alten motor.
Der rückweg war ebenfalls mies, nur die ersten hundert meter waren schnell. Danach muckte er herum und die letzten hundert haben wir im schlepp eines gerade vorbeifahrenden schlauchboots absolviert. Also noch einmal zerlegen, und wenn es nicht drucken sollte, dann zurück zum verkäufer.

Der verkäufer war am Fr zum angeln rausgefahren und sollte erst am Mo wiederkommen. Aber seine frau hat mir das geld sofort zurückgegeben, sie kennt das wohl schon. Danach bin ich die beiden marinas abgelaufen und das dreisteste war ein zwei ps zweitakter für den vierfachen preis vom Honda. Dazu gäbe es aber noch eine ein-zentimeter dicke staubschicht. Mein dinghi-repairman hat dann jemanden aufgetan, der seinen motor verkaufen will. Nur der ist auch erst wieder am Sa zu erreichen.

Dann gab es am wochenende motor nummer zwei bei dem dinghi-repairman. Wenn ich nicht dringend einen motor brauchen würde, wäre das eine richtige show gewesen. Es war kein tank mehr im motor, deshalb gab es einen außenliegenden, auch gut. Der verschluss der haube war abgebrochen und nur durch den tankeinlass zu bedienen. Alternativ konnte man auch durch das aufgebrochene gehäuse greifen. Die zündkerze war total verrostet, ebenso wie die zylinderkopfschrauben, seit über einem jahr. Der benzinadapter wollte nicht fassen, ein neuer rostiger kam daher. Nur wollte der harte benzinschlauch nicht so recht. Ich gab die information, dass wärme helfen könnte, und es passte danach auch.
Nach mehreren startversuchen lief die möhre auch. Es wurde mehr benzin herbei geschafft, per daumen zweitaktöl hinzu gegeben und der motor lief. Nur kam kein wasser aus dem kontrollauslass heraus, am fuß sprudelte gas heraus und der impeller war schon seit jahren tot. Zum schluss legte der dinghi-man noch den gang ein und das fass hatte einen kollateralschaden. Der kontaminierte boden sog das wasser in sich, was für ein schauspiel. Dieser zwanzig jahre alte motor sollte dreihundert euronen kosten, wer hat diese gehirne so monetär versaut.

Aus der traum. Schon ist der dritte November und heute war nummer drei der motoren dran. Am Di beim engine-repairman an der ecke. Es sah so gut aus, ein vier ps Yamaha, das original meines motors, er sprang rechtzeitig an und lief gut. Dann habe ich die haube entfernt und war sehr zufrieden. Es sah nach einem gepflegten außenborder aus, neue dichtigungen und kein öl und dreck. Nachdem ich den motorölkontrollstab herausgeschraubt hatte, war dort nur karamelmatsche im motorraum. Gestern war noch alles in ordnung, so der motorenfredel. Wenn man das glauben soll. Dieses teil hätte drei tage überlebt, mit einem kolbenfressertot.

Diese menschen hier haben eine lange gehirnwäsche hinter sich. Nur die realität ist ein klein wenig anders. Sie können es nicht, wollen es nicht, da sie in ihrem universum die bosse sind. Warum schauen sie sich nicht um sich.

Am Mi war das abholen des dinghis geplant und es kam noch etwas hinzu. Es gibt sie wohl doch noch hier, hilfsbereite menschen. Der motorfritze ist erstmal abgeschrieben, er hat keinen schrott mehr, den er mir andrehen will. Anstatt das karamelproblem zu lösen, ist der motor an den besitzer zurückgegangen, bis er dem nächsten angedreht werden soll.
Der mann der ladenbesitzerin, bei der ich oft pause gemacht habe, wollte mich nur kurz zum zweiten motormechaniker im ort bringen. Dieser hatte leider geschlossen und somit sind wir gleich weiter gefahren nach Phuket Town. Die zentrale Yamahawerkstatt repariert nur ihre motoren, keine klone. Die nächste werkstatt haben wir nicht gefunden, dafür die dritte, und diese ist gewillt, meinen motor eventuell zu reparieren. Der versuch, mir einen alten zweitakter für dreihundert euronen mit defektem propeller und ohne tank zu verkaufen, gelang nicht. Nun muss nur noch der motor dorthin, aber dafür habe ich den freundlichen ehemann. Geld wollte er für die ganze tour keines annehmen.

Am nächsten tag noch einmal dorthin und den motor abgeliefert, der chef will einen blick darauf werfen. Danach gibt es ein angebot oder kostenvoranschlag. Auf dem rückweg haben wir dann noch bei einem Hondashop angehalten. Dort bekomme ich einen neuen vier ps motor mit halterung fürs boot und einen longtail mit propeller für zehntausend baht. Eine alternative und mal was neues. Wenn das realisiert wird, gebe ich auch das dinghi zurück.
Gestern bin ich zum pier gerudert und auf dem rückweg hat sich schon die erste ruderhalterung angelöst. Die arbeitsqualität lässt doch sehr zu wünschen übrig.

Mein nachbarboot hatte sich in der nacht dann mit meinem getroffen, das soll nicht. Wir wissen nicht, wessen mooring nachgelassen hat, aber es war bei hochwasser und kein wind. Am morgen ist das andere boot dann zu einer neuen mooring geschippert und ich werde wohl nachziehen. Ohne motor ist dieser platz echt mist.

Karneval fängt heute an, ohne umzüge, ohne schunkeln, ohne alles. Ich bin nicht zur neuen mooring gezogen, habe dafür meine verkürzt. Somit scheuert die nächste auch nicht mehr an meinem schiff. Soweit alles gut und mein dinghi ist seit gestern wieder in der nachbearbeitung. Diesmal hat sich eine ruderaufnahme gelöst, aber ich bin noch bis zum ufer gekommen. Auf dem rückweg bin ich dann noch beim freundlichen helfer vorbei gegangen, und es sieht wohl so aus, dass mein alter außenborder doch repariert werden kann.
Und mein windgenarator ist auch wieder einsatzbereit, mit der chinesischen nabe, drei chinesischen repellern und zwei türkischen. Das ist das letzte aufgebot, das ich zusammenstellen konnte. Mal sehen, wie lange die es mitmachen. Aber zuerst sind sie ruhig gestellt, denn die solarpannels machen so um zwei ampere. Die batterien sind immer voll.

20201115 wind versuch

 

Der windgenerator hat sich dann am Fr, den dreizehnten losgerüttelt und läuft scheiße. Es ist doch wichtig, dass alle blätter das gleiche gewicht haben, die länge ist nicht ausschlaggebend. Diese baustelle bleibt aktiv.
Auch aktiv ist der außenborder. Gestern abgeholt, heute zurück zum schiff gefahren. Springt an, hat standgas, nur die kopfdichtung ist die alte, es süfft noch immer öl. Also für fast nichts bin ich hundertfünfzig euronen losgeworden, die miesen zecken.

Am So wollte ich mal mit dem netten thai schnacken und der laden war dicht, gut so. Wer sieben tage von morgens früh bis in die nacht arbeiten muss, macht etwas falsch. Mit dem dinghi bin ich zum pier gekommen, lief befriedigend. Die rückfahrt war mies, mit vollgas war es nur standgas bis zum schiff. Etwas neues muss her, ich wiederhole mich.

Dafür hatte meine verlängerte küche wieder offen, der laden und die küche. Ich mag es, dort zu sitzen, ein bier im laden zu kaufen und den geruch des frischen essens zu riechen. Alles aus dem wok, wie man es will. Einiges können sie nicht, bratnudeln, frühlingsrollen, aber alles andere ist sehr gut essbar für fünfzig baht.
Mein interesse gilt aber nicht dem günstigen essen, ich bezahle soviel wie die einheimischen. Es ist der geruch des kochens und meine leidenschaft zu beobachten. Die menschen kommen hier mit ihren mopeds an und halten direkt vor der küche. Die beiden, die diese betreiben, tragen keine masken, außer sie müssen um die ecke mit einem schlüssel zum klo. Dazu kommen die spatzen, die, wenn man nicht aufpasst, das essen vom teller klauen. Ich mag diesen laden an der hauptstraße, ich sehe viel und das absurde. Leute steigen aus ihrem wagen aus, binden sich die windel vors gesicht, um in den schreibwarenladen gegenüber zu gehen. Viele europäer sind darunter, alle mit maske.

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche

 

20201115 verlaengerte kueche spatzen

 

20201115 verlaengerte kueche spatzen

 

Aber es gibt dann noch eine andere koriosität. Motorroller fahren mit badeschlappen, helm ist egal, aber hauptsache maske tragen. Ich habe bis jetzt nur einen sturz eines mopeds gesehen, aber die maske hat nicht geschützt.

Was noch so passiert ist: ein ortswechsel. Nicht weit, nur eine fünftel meile weiter zum pier. Am Sa morgen kamen zuerst zwei mit einem schlauchboot, um mir zu erzählen, sie bräuchten meine mooring. Danach kam der besitzer und erklärte es mir noch einmal, wobei ich ihm dargestellt habe, dass dieses teil nicht sicher ist. Er will das abtauchen. Somit habe ich mein schiff verlegt und alles lief super, trotz des windes. Leinen bereit, handschuhe in griffnähe, von der richtigen seite die neue mooring angefahren und beim ersten mal war ich fest. Die vielen krebse wussten nicht was los war, die meisten gingen wieder über bord.

Und ich habe etwas dazu gelernt. ATM steht hier für geldautomaten, karte rein, pin und das geld ist gekauft. Dreihundert euronen für sechs euro, wenn ich die gängster treffe, ist eine rettung auf see nicht erfolgreich. Nur sollte man dringendst nur die automaten an einer bank benutzen. Wenn die karte drin bleibt, ist mehr als die kacke am dampfen. Wenn man dann nicht die nummer des automaten weißt, ist die karte im nirvana oder auf der abkassiererstrecke.
Aber atm heissen auch viele bars hier auf der strasse zum pier. Die amerikaner sagen dazu ‚ass to mouth’. Das sind die fickbars mit den nutten. Nur diese kennen mich inzwischen, nach zwei monaten wollen sie mich nicht in ihr spinnennetz locken. Dabei geht es ihnen auch nicht gut, sie trocknen aus. Die freier bleiben aus und viele haben mehr kosten als einnahmen. Dabei ist es unerheblich, ob sie die kohle an den zuhälter abdrücken oder an die familie. Für diese arbeiten sie alle im office als sekretärin, nur die wenigsten können lesen und schreiben. Scheinheilige welt auch hier, wir wollen das so.

Dann war ich noch im secondhandladen shoppen. Eine riesige halle mit haushaltsartikeln. Es ist nicht mehr möglich, einen mechanischen wecker zu kaufen, alle sind batteriebetrieben. Dafür habe ich eine neue über drei meter lange ausziehbare angelrute erstanden, acht euro. Und für das auffangen des entlüftungswassers unter dem watermaker-filter eine edelstahlwanne für drei euro, nach gewicht. Vielleicht fange ich ja auf der nächsten etappe den ersten fisch.
Das weitere gut an diesem So war ein fünfer-tag. Jeden tag finde ich geldmünzen, im wert nicht viel, meistens ein viertel baht münzen. Diese sehen aus wie ein pfennig. Es gibt dreier tage, auch mal vierer und gestern war eben ein fünfer.

Das leben mit den menschen hier ist nicht einfach, ich wiederhole mich. Der dinghi-repairman will mein boot nicht zurücknehmen, es gehört einem anderen und der ist weit weg. Somit habe ich jetzt zwei. Wie es mit dieser geschichte weitergeht, im nächsten bericht. Aber ich habe mir das hier gekauft.

20201121 long tail

 

20201121 long tail

 

20201121 long tail

 

20201121 dinghi

 

20201121 long tail

 

20201121 dinghi

 

Neuer stand: 859781 Besucher 23.10.2020

 

Veröffentlicht unter motivation, Reise_2020, technik | 4 Kommentare

Phuket Repair

Nach siebenundzwanzig meilen bin ich zur mittagszeit in der bucht auf Phuket angekommen. Das boot von Sean habe ich auf anhieb gefunden und mir die nächste mooring genommen. Sie ist sehr dick und mit vielen muscheln bewachsen.
Am nächsten morgen dann der check-in beim hafenmeister. Zuerst am computer registrieren, dann den hafenmeister anrufen. Dieser hat freundlicherweise kopien erstellt und ich habe den zettel bekommen. Und ich sollte doch mein ais für ein paar stunden einschalten, damit sie mich sehen können. Welches?

Danach bin ich auf batteriesuche gegangen. Wanderschuhe an und mehrere kilometer gelaufen. Nachdem ich zehn tage nur auf dem schiff war, ist war das sehr anstrengend. Ein geschäft konnte mir einen preis für agm batterien geben. Diese müssen aber aus Bangkok kommen. Ein weiteres angebot kam per email, eintausendfünfhundert für vier neue. Nun bin ich am nachdenken, ob es nicht auch vier neue wartungsfreie tun könnten. Der preis wäre ein drittel vom angebot.

Wiedersehen mit Mike, hilfe bei der suche nach einem dinghi. FastForward liegt auch in der bucht vor vor Phuket. Er hat mit mir zusammen das dinghi gefunden und etwas angezahlt. Am Mi haben wir es dann abgeholt, und ich glaube, dass es für das boot in absehbarer zukunft erstmal die schnellste war. Meine fünf ps, wenn sie sich zeigen, sind deutlich langsamer. Und somit ist ein neuer gast an bord, ein geflicktes überholtes dinghi mit einem aluminiumboden. Neu kostet es hier um zweitausendfünfhundert euronen, ich habe für das hässliche entlein sechshundert bezahlt. Dafür hat es auch noch räder am heck.

20201006 neues dinghi

 

20201006 neues dinghi

 

Die gangart wird jetzt härter in Thailand. Das visum von Mike wird nicht verlängert und somit muss er das land verlassen. Der nächste stop für ihn sind die Seychellen. Die abfahrt war gestern morgen. Ich habe ein paar seiner vielen baht gegen euronen getauscht. Hoffentlich muss ich mir selbst nicht in den allerwertesten beißen.

Den windgenerator habe ich gelegt und die leitungen gecheckt, scheint alles ok zu sein. Danach ging es an die repellerkürzung heran. Der kürzeste ist sechsundfünfzig zentimeter lang, hat sich also schon um vier abgenutzt. Alles wieder in position gebraucht und wind kam am nachmittag auch. Nur will der chinese nicht, er dreht leicht und macht aber keinen strom. Somit werde ich das letzte türkische modell wieder ausgraben und einsetzen. Er machte keinen strom, da in der verteilerdose eine verbindung geschmolzen war.

Der andere alte chinese, der herr außenborder muckt auch herum. Ich werde ihn mir heute mal zur brust nehmen. Er startet schlecht und dreht auch nicht sehr hoch. Im wasser fährt er wie im standgas. Die erste fahrt zum pier und zurück hat seeehhhhhr lange gedauert. Es kann der sprit sein, oder er bekommt zu viel oder zu wenig luft.
Am Fr dann wieder das alte spiel, er läuft nicht. Was eigentlich immer hilft, ist, den vergaser abzuschrauben, das schwimmergehäuse zu entfernen, wieder anzuschrauben und den vergaser wieder an seinen ort zu montieren. Danach spring der motor in der regel an. Warum, weiß ich nicht. Diesmal habe ich auch an der zuluftschraube gedreht. Die fahrt war diesmal doppelt so schnell und bei der rückfahrt sprang der motor sofort an. Ich brauche eine freundliche reparaturwerkstatt.

Am nächsten tag, Sa, mit dem müll der letzten tage auf zum pier. Nach vielen versuchen sprang der chinese an und ich habe die verschlusskappe vom motortank in die tiefe der bucht rauschen lassen. Meine finger haben viele kleine schnittwunden von den reparaturen. Ich habe es versucht, der motor lief ziemlich gut, bis zu zwei drittel des weges, dann aus. Mit dem paddel bin ich zu einem tauchboot gekommen und der skipper hat jemanden geholt, der mich zurückgeschleppt hat. Heute muss ich wieder an das scheißding ran oder ich muss auf dem schiff bleiben.

Man hat mich wieder mitgenommen und zurück habe ich auch jemanden gefunden, der mich am schiff abgesetzt hat. Dann verlief der weitere Sonntag feucht und windig. Schon als ich im supermarkt war, hatte der himmel die tore geöffnet. Das gute am tag war der türke mit seinem regler. Dieser wird bei siebenundzwanzig volt aktiv und das war sehr häufig der fall.
Dann um dreiundzwanzig uhr gab es einen knall und ich war sehr schnell an deck. Warum fahren all diese schiff um diese uhrzeit umher? Mr Perkins sprang sofort an und ich versuchte, in der dunkelheit mein schiff aus der gefahrenzone zu bringen. Alles ohne crash und dann fiel der anker nach fünfhundert meter. Kette im ankerkasten hilft nicht sehr viel und so sind erstmal um sechzig meter draußen. Morgen sehe ich mehr, auf jeden fall ist meine leine zur mooring gerissen.

Gestern war der letzte tag im September und meine kreditkarte läuft im monat zehn ab. Die neue ist noch nicht in sicht und so habe ich erstmal bedrucktes papier gehäuft. Die entscheidung zu vier neuen agm batterien zu je hundert amperestunden ist auch gefallen. Zusammen kosten sie sechshundert und freie lieferung bis zum pier. Leider waren sie nicht vorrätig und müssen bestellt werden, dauert um eine woche. Bezahlt habe ich sie schon, solange die karte noch akzeptiert wird.
Das thema dinghi und motor zieht sich. Der tank war verdreckt und unten war auch wasser im sprit. Der benzinfilter war mit dreck zu und im benzinhahn war schmutz. Nun springt der motor besser an, aber das dinghi habe ich zurückgebracht. Es sind sehr viele stellen, die mir nicht gefallen und die erneuert werden müssen. Falls der verkäufer es zurücktnimmt, ist es mir sehr recht.

Hier in Thailand ist heute wieder eine religiöse periode abgeschlossen und daher sind jetzt feiertage. Der dinghi-repairman war gestern auch nicht mit dem boot fertig, es soll heute sein. Ich bin sehr genervt, denn wenn keiner vorbeifährt bin ich auf dem schiff gefangen.

Auch die sache mit der Schweiz hängt mir zum hals heraus, keine antwort, keine mails. So muss ich mir mal luft verschaffen. Die firma Tecnautic aus der Schweiz und die person Otto Hollborn funktionieren nicht mehr so recht. Als ich noch auf der werft war, hatte ich ein neues display geordert, damit ich schnell in den südlichen indischen ozean kommen konnte. Dann kamen die ratten an bord und ich habe die bereits bezahlte bestellung gestoppt. So weit so gut.
Also habe ich alle defekten teile der navigation in das alpenland gesendet, ging recht schnell. Sofort eine antwort von dort erhalten, was kaputt ist und repariert werden kann. Das lief soweit auch gut, nur dann kam eine überhöhte rechnung mit nicht georderten positionen. Zum beispiel eine internetberatung über zwei stunden, ein update der diagrammzeichnung meines systems und eine überhöhte transportkosten position. Ich hätte die transportkosten für über zweihundert euronen akzeptiert, jedoch kostete das paket nur einhundertunddreißig. Die beiden anderen positionen sind auch über zweihundert. Dabei waren die hinweise per mail nicht sachdienlich und es gab nur verweise auf die bedienungsanleitung. Wenn dann noch der hinweis kommt, das steht auf seite neun, dann ist das mist. Ich kann die dokumentation fast auswendig und meine seite neun ist eine leere, autsch.
Dann kommt hinzu, dass die neue logge nur halb funktioniert. Die geschwindigkeit wird ermittelt, die temperatur nicht, defekt und vorher nicht überprüft. Die verlängerungskabel hatten keine buchsen, nur stecker. Mit der überzahlung der ersten rechnung komme ich so etwas auf vierhundert euronen, die ich gern zurück haben möchte, keine antwort.
Ich mag die einfachen displays von Tecnautic, ein stabiles system, wenn es funktioniert, ist alles super. Nur der service von herrn Hollborn ist nicht nach meinem geschmack. Mein schreibstil ist oft sehr direkt, und er weiss nur zu gut, dass ich geld nicht drucken kann. Daher gab es oft nachfragen, ob dieses oder jenes gemacht werden soll. Irgendwann ist halt ein ende mit dem kundenmelken.
Es war ein grund, warum ich auf das riff gelaufen bin, die fehlfunktion des autopiloten. Er konnte nicht anders, da zuvor ein display ihn automatisch falsch programiert hatte. Dieses sollte nie vorkommen und es ist doch passiert. Eine antwort auf dieses problem habe ich bis heute nicht erhalten. Das display wurde dann in Neukaledonien eingeschickt und repariert.
Meine geräte sind nun schon um siebzehn jahre alt und damals waren sie state of the art. Sie waren im schiff und funktionierten. Ich würde heute lieber teile aus china oder japan kaufen, die tausendfach verkauft wurden und an fast jeder ecke auf der welt erhältlich sind und auch dort repariert werden können. Jede reparatur mit Tecnautic dauert von der anderen seite der kugel immer um einen monat. Das ist die zeit, die ich gebraucht hätte, um rechtzeitig ablegen zu können. Hier in Thailand oder auch in Neukaledonien, somit bin ich jedesmal zu spät gewesen.

Der siebte Oktober, kein besonderer tag, nur es regnet sehr oft und das wetter verschlechtert sich. Mehr wind soll in dieser woche noch kommen, der türke arbeitet. Gestern habe ich dann wieder einmal das dinghi abgeholt. Alles soweit repariert und sieht jetzt deutlich besser aus, auch wenn die patches grau sind. Da ich vor ein paar tagen den motor gecheckt hatte und er lief, ging er mit dem boot gleich ins wasser. Das ende der startversuche war wieder auf dem deck. Ich weiß nicht, woher der dreck kommt, sehr fein und er sammelt sich im vergaser. Dort verstopft er die düsen, kein sprit, kein laufen. Nach einer stunde war es dann soweit und ich habe das erste mal mit diesem motor eine gleitfahrt gehabt. Das gefiel mir sehr.
Die rückfahrt mit über dreißig kilogramm an getränken war feucht. Keine gleitfahrt, dafür kam wasser in den bug durch irgendwelche ritzen. Der nächste flickentermin ist schon im fokus.

Und einen tipp will ich auch noch verraten. Eine mooringleine einhand mit dem bootshaken zu ergattern ist mühselig und es hat mir auch schon einen in Lissabon gekostet. Die fischer hier benutzen einen wurfanker mit einer am schiff befestigten leine. So einen fahre ich nun schon sechs jahre lang mit mir herum und er hat nun seine einsätze. Über die mooringleine werfen, anziehen und schon ist das boot schnell fest. Nur werfen muss ich noch lernen.

20201007 wurfanker

 

Am Donnerstagabend waren die batterien endlich auf dem schiff. Am tag zuvor wurde ich dreimal angerufen, um einen termin um vier uhr zu fixieren. Dann das ganze gestern noch einmal. Kurz vor vier war ich dann am pier, nur nicht die ware. Weitere anrufe, weil sie nicht kommen konnten oder wollten. Für das befahren sollten sie zweihundert baht, so um sechs euro bezahlen. Also habe ich mich an einen bus angehängt und bin zum anfang des piers gefahren. Die chinesischen touristen haben sich amüsiert, denn ich hatte in der eile nur meinen schlüppi und shirt angezogen, egal. Die batterien habe ich gecheckt und ein vorbeifahrendes moped mit beiwagen angehalten. Dieser hat dann ein zehntel des preises bekommen, war glücklich und nach weiteren zehn minuten waren die schwarzen teile auf dem schiff. Sean hat mir dabei sehr geholfen und auch nach über einer stunde nicht gemault. Zum weiteren glück war gerade in dieser zeit eine regenpause.

20201008 batterien an bord

 

20201009 batterien an bord

 

Was ist ein Sonntag, wenn es regnet und stürmt. Die sicht ist unter hundert meter und der windgenerator macht auch mal kurz zehn ampere, bevor er abgeschaltet wird. Zum essen habe ich genug, nur mal runterkommen wäre auch nicht schlecht. Seit gestern geht das so und hält sich wohl noch ein paar tage.

Außer regen nichts gewesen. Vier tage weiter und schon mitte des monats oder ich bin schon über drei wochen hier. Das gute an dem regen, er verschafft mir etwas luft mit dem wasserverbrauch. Die förderpumpe vom watermaker kann auch das regenwasser aus einem eimer ansaugen. Dann geht es durch die drei filter hindurch und am ende geht der schlauch direkt zum wassertank. Vierzig liter pro tag find ich gut.
Außer gestern, da war mal für längere zeit die sonne zu sehen. Darauf hatte ich gewartet, um die benzinschläuche im außenborder zu checken oder sie auszutauschen. Zusätzlich habe ich einen weiteren bezinfilter direkt vor dem vergaser verbaut. Ich befürchte, dass sich die benzinpumpe zersetzt und dieser dreck immer den vergaser verstopft. Also ist dort bald eine weitere problemstellung zu erwarten.

Kleinigkeiten, die nicht geplant sind, aber nach dreißig jahren dann doch auftreten. Der reißverschluss von meinem rucksack wollte partout nicht mehr. Selbstreparaturversuch ist gescheitert, also muss da jemand ran. Der erste laden mit polsterrei und kissenfertigung schickte mich zweihundert meter weiter. Nur nach vierzig fand ich diesen kleinen laster und auf der pritsche saß eine frau mit nähmaschine. Ein griff in ihren vorrat und ein neuer reißverschluss war gefunden. Fünf euro und morgen ist er fertig, wort gehalten.

20201013 schneiderei

 

20201013 schneiderei

 

Gestern fing der tag richtig gut an, der zickenmotor machte mit. Noch nie hatte ich beim ersten zug das teil zum laufen gebracht. Und dann ging er auch nicht aus, hatte sogar standgas. Zuvor gab es wieder ein eigentor, der motor war sehr schräg gestellt, über tage hinweg. Ich wollte den propeller nicht in das deck rammen. Dabei lief nur motoröl aus und in das dinghi. Durch den regen konnte es sich schön verteilen, auch aufs deck.
Die fahrt zum pier war gut und schnell, alles super. Nach dem wäschewaschen und einem einkauf ging es dann zurück. Ein zug und der motor lief, diese zicke. Die fahrt zum schiff war wie die hinfahrt. Alles vorbei, bin ich nun endlich mobil hier und muss niemanden nach einem lift fragen.
Am abend wollte ich dann zum strand, dort in einer bar gab es livemusik. Motor sprang an und lief eine minute. Ich war glücklicherweise noch am schiff angebunden. Keine musik, keine fahrt, dinghi zurück aufs deck. Es war windig und vielleicht habe ich mir dabei die öse aus dem boden gerissen. Oder ich habe die leckage bei beladenem dinghi gefunden. Jetzt klafft dort erstmal ein loch.

20201017 loch im rumpf

 

20201017 loch im rumpf

 

Meine batterien hat auch schon jemand abgeholt, das war am Mi. Er kam pünktlich, wir haben die drei teile aus dem schiff und in sein dinghi gewuchtet. Am ende gab es für mich fünfundzwanzig euro und er hat den rest behalten. Wenn er nicht logen hat, so waren es zweidrittel für mich. Das ist ok für achtzig kilogram batterien, das schiff liegt jetzt ein klein wenig höher im wasser.

Ein wenig epoxi, zwei alubleche mit löchern, die ausrisstelle mit einem dorn richten und schon war das loch wieder zu. Am nächsten tag kam der kleine bügel dran, eingeklebt und verschraubt. Diese baustelle sollte erstmal als geschlossen definiert werden.

20201018 loch im rumpf

 

20201018 loch im rumpf

 

Und da ich noch ein wenig von der klebemasse übrig hatte, musste eine einschlagstelle am rande des sonnenpanels am heck geschlossen werden. Man hat mich gewarnt und mir geraten, an deck einen helm zu tragen, am besten mit visier. Diesen hinweis möchte ich allen IstaBreeze windgeneratorenbesitzern mit auf dem weg geben. Es ist nicht das erste mal, dass sich die teile zerlegt haben.
Nur diesmal ist es anders gewesen und vielleicht hat der regler damit zu tun. Dieser war sehr fleißig und bremste die rotoren in den letzten zwei woche rechtzeitig ab. Gestern abend hörte ich wieder einmal ein lautes peng und ruhe. Heute morgen dann ein fundstück, ein einschlag und die überraschung. Diesmal hat die die repellerscheibe nicht gelöst, wie in Uruguay, sondern zerlegt. Die achsenmutter ist noch auf der generatorwewelle und die scheibe ist zerbrochen. Das kann auch ins auge gehen oder eine hand amputieren. Also hände weg von diesen qualitativ absoluten schlechten produkten.

20201018 windgenerator schrott

 

20201018 windgenerator schrott

 

Wenn der wind nicht so richtig willig ist, so geht doch die sonne jeden tag auf, bis zum jüngsten tag oder so. Ich habe zwei solarpanele vor dem müll gerettet. Wenn ich nur wüsste, warum sie etwas wegwerfen, ich verstehe es meistens nicht. Die panele sind nicht in neuestem zustand, aber es reicht, um meine kapazitäten um zwei drittel zu erhöhen. Oft ist es mir ein rätsel, warum menschen, segler tun, was sie tun. Hier war ich nun am rechten ort zur rechten zeit. Diese teile kosten neu eine menge an geld, ich schätze mal ein k-eu.
Die positionen habe ich nach dem schwanenhals ausgerichtet und zu dem habe ich festgestellt, dass ich dort selten einen fuß hinsetze.

20201022 solarpanels

 

Vorgestern wollte ich mal wieder pfadfinder spielen, jeden tag eine gute tat. Ich sah das treibende dinghi und den abgestorbenen motor. Der typ fluchte und zog sehr oft an der starterleine. Es kam mir bekannt vor, mit den roten flicken auf dem rumpf. Seit drei minuten trieb er nun in richtung ausgang der bucht. Der typ sah lokal aus und ich gab mir trotzdem einen ruck. Mein nuttenmotor sprang schnell an, aber auf dem halben weg war es zu ende. Der gut gemeinte rettungsversuch endete in einer eigenen ruderpartie, während der andere ein anderes schiff erreichte. Mein motor braucht eine komplette überholung.

Veröffentlicht unter motivation, Refit, Reise_2020, schiff, technik | 2 Kommentare

Und es geht doch wieder weiter

Viele verstehen es nicht, warum ich noch immer hier in diesem drecksloch herumdümpele. Es ist recht einfach, ich bin stur und kann vieles aussitzen.
Die zweite kühlschankklappenreparatur hat auch nicht funktioniert, aber zumindest fällt die klappe nicht mehr heraus. In der wartezeit ist das erwartete paket schon bis Dubai gekommen, also fast um die ecke von hier.

Am Mi, dem sechsundzwanzigsten August ist das paket schon in Singapore, also zu südlich. Wenn der Lukaschenko recht hat mit den günstigen krediten vom IWF mit der auflage, einen lockdown durchzuführen, dann sind wir echt am arsch.
Ich bin es schon, und meine stimme ist nun zwei oktaven tiefer. Habe mit einen dicken schnupfen oder C1984 eingefangen. Es sieht aber nach der krankheit mit den drei-tage-regeln aus, für jeweils kommen-bleiben-gehen.

Fr, der achtundzwanzigste August, das paket ist im Thailand Domestic Hub, na dann sollte es bald ankommen. Die neue wortkreation vom manager heisst: no come.

Sa, einen tag später, das paket ist gestern doch noch am späten nachmittag eingetroffen, noch einmal sechzig euronen für zoll und bearbeitung drauf. Somit beginnt heute die installation. Zuerst die neuen kabel von der steuersäule bis in den motorraum verlegen. Vorher habe ich das ganze nackt gestestet, dann mit den verlängerungen. Morgen geht es durch den motorraum, unter dem fußboden bis zum navitisch, es sollte gehen, oder die arbeit fängt erst richtig an.

So, nächster tag am morgen, die ersten meter im motorraum sind verlegt. Diesmal benutze ich mehr hohlrohre. Das dauert, es werden jedesmal weniger meter, trotzdem. Zwischendurch in die stadt zum einkaufen, diesmal auch eine thai-simkarte. An vieles habe ich gedacht und den ausweis dabei vergessen, somit keine karte, das nächste mal.
Zurück im schiff, die bodenbretter entfernt, den toten generator in die schiffsmitte gebracht und weitere drei meter verlegt. Am abend bin ich in der kabelzentrale angekommen und morgen wird ein brett mit den kupplungen gebohrt. Was echt schlecht war, die verlängerungen, die ich geordert hatte, sind keine, nur patchkabel mit steckern an den enden. Ich brauche aber stecker und buchse am kabel. Und die Schweiz hat auch nicht weitergedacht und keine kupplungen mitgesendet, flachpfeifen. Somit musste ich erstmal welche besorgen, sehr ärgerlich. Und weil das noch nicht alles ist: die neue logge liefert keine temperatur.

Dann endlich am Di zum hafenmeister und abmelden. Auf dem rückweg die simkarte gekauft und aufgeladen. Im großen supermarkt den einkaufswagen voll gemacht und zurück zum schiff. Dort alles verstauen, das werkzeug einsortieren und das schiff seeklar machen.

Das gespräch mit dem manager lief nicht so erfreulich. Zum thema der bezahlten verschwundenen farbe im wert von fünfhundert euronen mit einem süffisanten lächeln, ich möge doch bitte die polizei rufen und sollte es auch beweisen können, grins. Wenn ich nicht zahle, ruft er die bullen. Ich bin im wasser und dieser heini macht stress. Am ende hat er mir ein wenig gestundet von meinem geklauten geld und der ast ist abgesägt.
Warum denken diese menschen nicht bis morgen. Zumindest habe ich in Thailand leser meines blogs und es gefällt ihnen nicht. Was ich über diese nulpen hier schreibe, ist mein persönlicher eindruck, sorry, suck my dick PPS.

Am Mi war alles fertig, wasser aufgefüllt, motor lief und dann kein gps signal am computer. Neustart und wieder nichts, vor fünf tagen war alles super. Somit kein auslaufen zum mittag, vielleicht morgen. Somit habe ich noch einen hut mit nackenschutz beim chinesen gekauft. Also kann ich dann doch zum bbq eines anderen seglers in der ausweidungswerft morgen.
Bis dahin konnte ich meine alte gps mouse aktivieren und die auch in der kombination mit dem ais funktioniert sie noch, hoffentlich lange genug. Immerhin funktioniert sie wieder nach jahren. Später gab es dann ein leckeres abendessen.

20200901 abschiedsessen

 

Also ging es am Do los, ich habe ja das erste mal richtig viel zeit und kann trödeln. Das rückwärts ausparken um elf uhr lief sehr gut und dann den fluss hinunter. Vor mir her fuhr der bbq segler mit seiner yacht, sehr praktisch und mit dem alten track auf dem rechner ging es raus aufs meer. Das segel diente zur unterstützung. Um drei fiel dann der anker vor der insel Ko Tarutao, sieht gut aus.

Der erste tag vor anker, alles ruhig, nur ein paar fischer in weiter entfernung. Das erste mal seit sechs monaten, dass ich zwei flugzeuge am himmel gesehen und gehört habe. Ansonsten ruhe, nur die natur macht geräusche und in der bucht laufen affen herum.
Ich habe am morgen ein paar baustellen beendet. In den abflusstrackt der waschbecken kam ein t-stück hinein. Der neue abgang ist mit einem entlüftungsschlauch bestückt, damit die luft entweichen kann und das wasser herausfließen kann. Vorher waren es ein paar bögen und nichts ging raus. Das ist das gleiche problem wie mit den abwassertanks. Gelöst. Auch der ausfall einer leuchte in der pantry, gelöst. Die batterien muckeln noch immer herum, analyse läuft.

Somit mal vorerst die buchtbilder vom ankerplatz vor Tarutao.

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

20200904 tarutao anker

 

Die gedanken zum shipyard gehen mir noch immer durch den kopf. Dabei habe ich doch während der flussreise genug ‚fickt euch’ geschrieen, reichte wohl nicht. Die zusammenfassung für weitere leser kommt jetzt. Es läuft so: ihr habt ein problem und ihr mailt zu PSS, dann bekommt ihr von Julie eine schnelle antwort. Alles ist möglich, wir können das und sind professionell. Dies nennt man kobern, die unentschlossenen in den puff locken. Ist man dann erst mal auf dem hardstand in PSS, dann seid ihr am arsch. Plötzlich geht nichts mehr alles und der rest ist in qualitätsgrad vier minus. Sie halten sich nicht an absprachen, sie überziehen die zeiten, um mehr hardstandgebühren zu kassieren. Dann verschwindet gekauftes material, siehe oben.
Geht nicht in diesen puff, sie ziehen euch nur ab und zufriedenheit ist eine illusion. Der manager Mart wird dieses unternehmen herunterwirtschaften. Das ist nicht nur meine meinung, sondern auch die von den letzten sechs seglern auf diesen gelände, mit denen ich gesprochen habe. Sie waren jahrelang kunden und damals noch zufrieden, der aufenthalt diesmal war das letzte mal. No can, no have, no idea and no come werden ein ende haben. Auch in diesen fall ist billig zu teuer, denn sie ziehen die zeit in die länge, um abzukassieren. Fickt euch PPS und ende.

Zwei tage an diesem ankerplatz haben gereicht bzw. ich wurde freundlich darauf hingewiesen, dass die weiterfahrt dran ist. Das war mitten in der nacht, das schiff machte mit einem felsen untern kiel rum. Somit fehlt dort wohl wieder farbe, wie gehabt.
Am morgen bin ich dann zwei meilen weiter nördlich in eine größere und tiefere bucht. Es sieht hier besser aus, mehr raum und weitere kleine inseln. Am steg könnte ich wasser aus den bergen bekommen, brauche ich aber gerade nicht.

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

20200906 tarutao anker

 

Es gibt blinde passagiere, jene und solche. Bis jetzt habe ich aber noch keine ratte entdeckt und es gibt auch keine anzeichen. Die mücken werden weniger und meine haut kann endlich abheilen. Die ameisen sind auch noch nicht sichtbar, vielleicht haben sie ja das schiff auch verlassen. Nun zu meinem geduldeten gast, ein kleiner gecko und scheu ist er auch. Vielleicht ein grund der abnahme der insekten im schiff.

Wieder zwei tage weiter und ein stück nach norden, sechs meilen. Das zickzack fahren zwischen den vielen fischernetzen nervt sehr. Nachts ist das unmöglich. Und dann musste sich die gps-mouse wieder verabschieden. Die geplante tagesetappe habe ich dann mal stark verkürzt. Nach sicht und der karte habe ich einen wunderschönen ankerplatz auf sieben metern erreicht. Links eine insel und rechts Tarutao und das ganze hinter mir auch.

Die beiden bilder sind auf der kurzen fahrt entstanden, da kann das brackwasser im fluss nicht mithalten.

20200907 tarutao

 

20200907 tarutao

 

Wieder zwei tage später ging es weiter und der tag fing schon mies an. Beim anker aufholen fahre ich immer ein kleines stück, dann hat es die winsch leichter. Beim zweiten mal ging der motor aus. Neustart kein problem, gang rein und aus. Das ganze mit mehr gas ging. Ich hätte dort bleiben sollen, machte mir gedanken zum getriebe. Mit drei knoten ging es in richtung der insel Bulon. Für die elf meilen habe ich vier stunden gebraucht, mit genuaunterstützung. Auf dem meer ging fast nichts mehr und fünfundzwanzig liter sind von Mr Perkins auch durchgezogen worden. Ich habe mir eine große freie mooring genommen und da bin ich noch immer. Das wasser ist trübe und heute ist ein tauchtag. Mein propeller ist mit einem fischernetz umhüllt, ich hasse das.

Nach drei tauchgängen war ich fix und fertig, keine luft mehr. Der plan b war auf einen fischer zu warten und nach einer stunde kam er mit sin fru und sohn vorbei. Mit zeichensprache habe ich mein problem geschildert, einen fünfhundert-baht-schein gezeigt und nach fünf minuten haben die beiden männer den prop wieder freigelegt. Auf dem bild ist die menge an netz sichtbar. Das war ihr glückstag und meiner auch.

20200910 erfolgreiche fischer

 

Glückstag, nun ja bis zum nachmittag, dann zog eine schwarze front auf. Beim letzten mal habe ich von heftigem regen und wind im fluss geschrieben und das war kindergeburtstag. Die sonnenschutzplane hatte ich gerade noch stärker befestigt, dann fing es an. Der windgenerator machte zwischen vierzig und fünfzig volt, der schaden ist noch nicht ermittelt. Sicht null mit heftigstem regen. Die untere halterung vom generator hat es zerlegt und er hing halbacht über der reling. Dazu kam das ablaufende wasser und die wellen von quer. Das waren mehr als sechzig knoten wind und die mooring hat gehalten. Die fischer in der nähe hatten sicherlich mehr sorgen. Also wird der windige chinese ausgetauscht oder ich nutze den anderen regler. Letztlich ist nicht so viel zu bruch gegangen ist, war es doch wohl ein glückstag.

In der nächsten nacht kam noch ein gewitter vorbei, die nacht zuvor war es heftiger. Hier ist eine funkrelaisstation mit zwei hohen metallmasten und da flossen auch die blitze hin. Hell und der donner gleich darauf. Heute morgen sah ich dann auch um die dreißig fischerboote, die hier auf der sandbank geschützt geankert haben. Nachts war es recht unheimlich, besonders die nachtfischer hatten ihre leuchten an und viele motoren liefen.

20200911 schiffe bei bulon

 

20200911 schiffe bei bulon

 

Bruch gab es beim sturm doch, mein kleiner stromwandler für den computer ist tot und der kühlschrank hat einen kurzschluss. Die verbraucherbatterien wollen keinen strom aufnehmen und sind schnell wieder leer. Die pest-blut-eiter habe ich heute morgen schon repariert und der windgenerator braucht ein update. Die repeller hatten sich an der stange gescheuert und so muss ich sie einheitlich einkürzen. Ein bruchstück liegt zwischen der brille auf dem foto. Wahrscheinlich werde ich wieder den türkischen einsetzen oder zumindest seinen regler, der bei sechundzwanzig volt abriegelt.

20200911 sturmschaden

 

20200911 sturmschaden

 

Drei tage waren genug und jetzt um die mittagszeit bin ich dreizehn seemeilen weiter. Den ankerplatz vor der insel habe ich mir aufgrund der tiefe ausgesucht. Wie sie aussieht, kann ich auf der karte nicht erkennen. Aber ein paar bilder gibt es dann doch.

20200912 hoheinsel anker

 

20200912 hoheinsel anker

 

20200912 hoheinsel anker

 

20200920 ko phiphi don

 

Diese insel heißt Ko Phetra, ko ist der vorname für alle inseln und so lasse ich ihn auch weg. Es hielt mich dort dann doch nur einen tag, der morgen war tocken und sonnig. Im nieselregen kann ich auch in nordeuropa segeln, das brauche ich hier nicht. Zum anfang war der achterliche wind mit der genua zu gebrauchen, das gab einen knoten mehr. Der motor läuft jetzt immer, ein weiterer batterientest. Im ergebnis beißt die maus den faden nicht ab, sie sind fertig. Die beiden besten habe ich verbunden, die anderen zwei spielen nicht mehr mit. Mal sehen wie lange das gut geht, der megaverbraucher kühlschrank ist ja tot.

Nach zweiundzwanzig meilen liege ich im flachen wasser vor Muk. Das meer war so ruhig, dass es ein kartoffelgratin im backofen am abend gab. Landschaftlich nicht aufregend, um hundert longtail fischerboote, für andere ist es zu flach am ufer. Ich bleibe noch einen tag, ein bisschen wartung und morgen geht es ein stück weiter. Mal keine bilder, es ist farblos.

Beinahe wäre ich noch länger geblieben, morgens um acht fing ein sturm mit viel wasser an. Doch um zehn war der spuk vorbei und in weiteren sechzehn meilen fiel der anker vor der insel Lanta Yai. Diese bildet mit dem festland eine große bucht und in der mitte ankern drei große stückgutcontainerschiffe. Die bargen kommen im vierer verbund und werden gelöscht. Ein hafen sieht anders aus.
Diesmal gab es nicht so viele netze, wie auf den letzten etappen. Die größten deppen waren die von der letzten insel. Da wurden nur noch kleine styroporwürfel an das netz gebunden und die sind vom vielen dreck im wasser nicht zu erkennen.
Thema dreck, ich habe den eindruck die Thailänder toppen Indonesien und Malaysien. Was haben alle drei länder gemeinsam und warum denken nicht über ihre handlungen nach? Oder dürfen sie das nicht, weil jemand es ihnen am Fr verbietet?

Ich liege nun schon seit zwei tagen vor Lanta und es wird wohl noch länger werden. Der wind kommt aus nordwest und genau dorthin wird die nächste strecke gehen. Also abwarten, wasser trinken und sich mit diesem und jenem beschäftigen. Das erste mal seit über einem halben jahr, dass ich ein buch gelesen habe. Nur zum putzen komme ich nicht, da fällt mir immer etwas anderes besseres ein.
Seit gestern habe ich versucht herauszufinden, warum ein fenster in meiner freien navigationssoftware opencpn nicht mehr aufgeht, die ais liste. Heute ist es mir mit viel kopiererrei von konfigurationsdateien des anderen rechner gelungen, das system wieder zum laufen zu bringen. Das wäre eigentlich ein bier wert, jedoch ist das schiff den sechsten tag trocken.

Der nächste tag, freitag, der achtzehnte September und er fing unfreundlich an. Ich wurde um halb sieben durch die achterkabine geworfen, draußen waren vierzig bis fünfzig knoten wind mit fliegendem wasser. Die erhoffte sonne mit winddrehung für die weiterfahrt sind erstmal passé. Nachdem es sich weiter aufgeklärt hat, bleibe ich noch ein wenig länger.
Draußen in der bucht sind zur zeit vier frachtschiffe um hundertneunzig meter länge, zwei unter Bangladesh, eins unter Hong kong und eins unter Tuvalu flagge. Dazu gesellen sich viele barken und schlepper. Aber die ganzen boote sind jetzt ganz nah bei mir im flachen wasser und nicht drei meilen weit draußen im tiefen. Dazu kommen heute acht große fischerboote, die auch in der bucht vor anker liegen. Wohl nicht ohne grund ist das szenario heute so, ich befürchte sie haben die aktuellen wetterdaten, ich habe leider keine. Abwarten und ruhe ist angesagt, ich habe ja zeit.

Am vormittag war es wieder ruhiger und dann ging es zur mittagszeit wieder los, diesmal wieder vierzig bis fünfzig knoten. Regen wie gehabt und dazu musste schon wieder das ankerkettensicherungsseil reißen. Es scheuert sich durch, da muss eine neue idee her.
Seit einer woche geht dieses wetter schon so und ich dachte, Thailand sei schwül, heiß und es weht nur ein lüftchen. Zumindest war das so am fluss. Das hier ist unschön.

Am Sa morgen sah es gut aus, leichter sonnenschein und wind aus süd. Das ankermanöver hat sehr lange gedauert, ich glaube der anker slippte ein wenig. Aber nicht auf dem grund sondern im untergrund. Dabei hat er sich immer tiefer eingegraben. Und wenn er ein stück weiter war, so wurde die tripleine samt fender in diese furche verbracht und verschüttet. Der anker war oben, aber nicht der fender. Zwanzig meter kette und die gesamte leine und der fender waren voll matschigem ton.
Danach raus aufs meer und zuerst gegen den wind und gegen die flut an. Danach segel raus und mit dem motor ging es flott voran. Bis kurz vor mittag, dann bekam ich es voll auf den arsch. Den trawler hatte ich noch passiert, dann frischte es auf. Das gute ist, ich werde intensiver auf mein gefühl in der zukunft achten. Zum richtigen zeitpunkt gerefft und auch die genua eingerollt. Sicht unter fünfzig meter durch den regen. Dazu vierzig plus bis fünfzig plus knoten wind und ich musste den kurs ändern. Unter einem knoten mit motor ist zu langsam, um zu steuern. Der spuk dauerte eine stunde und danach war es wieder wie vorher.
Eine stunde später noch einmal das gleiche ohne regen. Ko Phiphi Don habe ich am nachmittag erreicht und war von meinem naiven glauben enttäuscht. Auf der karte sah die bucht klein aus, in der realität liegen hier fünfzig schiffe an moorings. Ringsum sind hotelanlagen und zum glück ist keine saison. Für Phuket hätte ich es erwartet, aber hier, nun denn.

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

20200920 ko phiphi don

 

In Phuket habe ich geplant, ein wenig zu bleiben. Der bruch durch den windgenerator, das kaputte dingi und baustellen von der liste müssen angegangen werden. Dann werde ich diese gegend erkundigen. Wenn allerdings die gerüchte wahr sind, dann müssen alle touristen am sechundzwanzigsten September das land verlassen, nur wohin. Alle anderen länder in der nähe sind durch die idiotie zu.
Das aktuelle wetter ist nicht normal und schuld ist ein taifun vor bangladesh, der alles mit sich reißt.

Veröffentlicht unter Reise_2020, technik | Kommentare deaktiviert

Zermürbungstaktik an der Cashcow

Das schiff schwimmt noch immer und vorgestern war mal der erste sturm in der nacht. Der wind war um sechzig knoten mit heftigem regen. Ich liege als päckchen an zwei schiffen und das unterhalb der mole. Alles kein ding, aber die leute waren sehr aufgeregt am gestrigen tag. Das ergebnis am windgenerator: er hat seine nase verloren, drehte viel und produzierte null ampere.
Als erstes dachte ich an kabelfrass und verfolgte die leitung, das dauerte zwei stunden. Danach generator demontieren und die zentrale nabenmutter war fest, nicht aber die vier, die die windung halten. Ich konnte alle lösen und das war das ergebnis:

202020803 windgenerator

 

202020803 windgenerator

 

Keine ahnung, warum die drei kabel getrennt sind. Alle sind jetzt verlängert und das ganze wieder zusammengebaut. Was fehlt, ist wind, und auf den warte ich jetzt.

Das postpaket in die Schweiz ist am Mi wenigstens schon am flughafen in Bangkog angekommen, könnte also bald abgehoben haben. Und seit einer woche kein rattenbesuch mehr im schiff. Auf dem schiff finde ich aber immer wieder rattenscheiße. Die ameisen haben sich auch lange nicht blicken lassen, das beunruhigt mich.

Vor zwei tagen haben sie mit eine stromrechnung präsentiert, abrechnung nicht nach verbrauch, sondern nach tagen. Ich soll zwei euro am tag für das laden meiner batterien bezahlen, melkende gangster.
Nur machen eben diese mir jetzt ein problem. Sie sind voll, dennoch fällt die voltzahl mit einem verbraucher schnell unter dreiundzwanzig, neue teure baustelle. Dachte ich doch, dass die zwanzig jahre alten batterien europa wieder erreichen würden.

Nun mal zu einem aberglaubenthema, wenn man an etwas denkt, das eintreten könnte, kommt es auch. So war es mit meinem mast: rührt man farbe an, fängt es an zu regnen. Da könnte ich noch viele beispiele nennen. Ich bin vom schiff aus mit dem fahrrad zum chinesen gefahren und dachte, mann seit ein paar monaten hier und es liegt soviel kleinstschrott auf dem weg im yard. Noch immer kein loch im reifen. Als ich wieder eingetroffen bin, fuhr die felge über die eingangsbarre. Wenn luft im reifen gewesen wäre, kein thema, jedoch war er schon platt. Auf dem hinweg bin ich wohl über eine schrabnelle der dreherei gefahren. Manche tage bringen doch noch weniger spaß.

Es heißt noch immer warten und das päckchen ist in der Schweiz am Fr angekommen, holla. Und das mit der post und nicht mit der durch der neoliberal privatisierten dhl. Am Di soll ich näheres erfahren.
Diesmal war ich gestern am Sa in big town Satun einkaufen, da der elektroingenieur und manager nicht in der lage waren, RJ45 und RJ12 verlängerungskabel zu besorgen. Also wieder einmal selbst ist der mann. Und wenn ich nach thailändischen standard ingenieur verwende, so bedeutet das, er war auf einer fachschule. Nach der uni wäre man hier schon quasi doctor oder professor.
Krimpstecker, achtpoliges netzwerkkabel in der dreißigmeter rolle, ein paar kupplungen und alles unter zwanzig euronen. Soviel zur unterstützung durch den shipyard.

Danach noch der normale einkauf im großen supermarkt und da habe ich mir mal etwas gegönnt: der broiler war obligatorisch und die usb lautsprecher für drei euro fünfzig. Die laufen gerade, sind natürlich keine b&o, reichen aber. Können nicht so laut wie erhofft, verschaffen mit Maria Baptist und spring in Berlin eine gänsehaut. Das brauche ich mal wieder.
Am abend dann noch ein pfanne voll shrimps für einen euro fünfzig, billiger kommt man nicht an antibiotika heran.

202020809 boxen

 

202020816 abendessen

 

Die hunde auf dem gelände haben sich heute über die huhnreste und die shrimpköpfe gefreut, sonst sieht es eher dunkel aus. Sie erhaschen sich essensreste mittags und ab und zu eine sonderportion am Mo, reste vom wochenende der mitarbeiter. Ansonsten keine pflege und die wäre dringendst notwendig.
Es gibt drei gruppen hier, schwarze mit langem fell, okerfarbene mit kurzem und der boss ist weiss. Die schwarzen haben schon verloren, milden unter der haut und sie verlieren das fell. Sie haben besonders viele zecken, die anderen nur um zwanzig. Wenn sie groß genug sind, ziehe ich sie dem armen hund heraus. Wenn die hunde sich ablegen, dann sind danach um zehn auf dem betonboden. Somit kille ich an einem normalen tag fünfzig zecken, hundert wenn ich auch mal die wände um den shop absuche. Überall sind blutstreifen zu sehen. Vorgestern sprühte das mädchen aus dem materialladen mit gift und ich habe die sprühdose gefordert.
Die beiden tische vor dem getränke- und mittagsessensladen habe ich umgedreht und intensiv besprüht. Hier sitzen oft viele menschen und die hunde liegen darunter, um neue fracht aufzunehmen. Ein deutsches gesundheitsamt würde die bude zumachen. Die inhaberin füllt jeden abend die knabbersachen in eine große plastiktonne. Auch die ratten sind hier zu hause. Mein ekel hält sich in grenzen und die obzession mit den zecken vertreibt andere aggressionen.

Es gibt auch gute Montage, gestern, der zehnte war so einer. Gleich am morgen kam die mail, also hat die Schweiz auch am Sonntag gearbeitet. Dabei war ich oft nicht nett beim schreiben meiner mails. Hier und da ist was defekt, das display vom autopiloten hat einen riss, wird repariert, ein paar neue kabel und soll bald fertig sein.
An der zeckenfront bin ich über dreihundert am tag gekommen, vielleicht hilft es den hunden in der zukunft ein wenig. Und ich habe die nähmaschine abgegeben, zur reparatur. Die zeit muss genutzt werden.
Zu guter letzt habe ich noch meine backbordlaterne repariert, habe hier beim alten schrottschiff die passenden teile gefunden. Ich nutze die leuchten eigentlich nicht, auf dem mast ist eine dreifarben laterne. Aber wenn die ausfällt habe wieder ein backup.

Jemand hat mir hier seinen alten ais empfänger überlassen. Ich mochte den sozialunverträglichen typen. Sein job war es, kabel zu verlegen unter UN mandat in den schlimmsten gebieten der welt. Seine heimat Australien ging dabei flöten. Das häufigste wort war fuck in den üblichen ableitungen. Auch ihn haben sie hier gemolken und am ende ist er mit einen fuck you abgedampft in seinem sechzig fuß aluminium boot, das er in fucking southafrica von einem motherfucker gekauft hatte. Natürlich für zu viel geld für ein one off.
Der empfänger funktioniert, grünes licht, mit einem kabel als antenne scheint er auch etwas zu empfangen. Die leds A und B blinken ab und zu auf. Nur das serielle kabel, das ich noch zusammmenlöten müsste, habe ich durch ein seriell zu ubs kabel getauscht. Das hatte ich beim aufräumen gefunden. Leider kommt im pc nichts an, mist schade.

Neuer tag, neuer versuch, und siehe da, plötzlich drei ziele auf der ais liste. Zwei basisstationen und ein grünes schiff, hier im hafen. Da war die freude groß und erstmal einen stecker für das antennenkabel besorgt. Im internet nach antennen gesucht, ein draht vierzig bis sechsundvierzig zentimeter lang. Hier lag noch ein schweißdraht mit fünfundvierzig herum. Am ende eine öse, das kabel dadurch und mit einer kleinen schraube verbunden. Dann das ganze isoliert und im schrumpfschlauch eingedampft. Die antenne hängt jetzt über der ersten saling, sollte reichen. Das kabel ging gut durch den schwanenhals und endet am navitisch. Durch dieses loch gingen wohl auch ein paar wespen, glücklicherweise keine ratten.

202020813 wespennest

 

Die ersten erfahrungen mit dem heilbringendem system ais sind enttäuschend. Zuerst dachte ich, der fehler liegt an meiner gebasteltem antenne mit dem kabel. Was ich empfange, sind zwei basisstationen, eine hier in der gegend und die andere auf Langkawi, dreißig meilen entfernt. Wenn ich mal ein anderes schiff sehe, so ist es dort.
Zum vergleich habe ich marinetraffic im netz aufgerufen, auch dort ist dieses gebiet hier ziemlich weiß, kaum schiffe. Bewegt sich allerdings eins, so kann ich es auch in meinem system sehen. Im umkehrschluss bedeutet das, alle größeren fischerboote haben hier kein ais. Und größere boote bedeutet um achtzig tonnen schwer, aus holz, über zwanzig meter lang mit dreißig mann besatzung und kaum auf dem radar zu erkennen.

Somit stellt sich die berechtigte frage nach einem aktiv sendenden ais system. Warum muss ich das haben, wenn ich nach Phuket fahren möchte? Die segler, die ich hier getroffen habe, sind der gleichen idee gefolgt. Der hafenmeister von dem gebiet bekommt eine abstecke von den marineelektrikern, die diese systeme installieren. Denn mit sicherheit hat es wohl kaum zu tun, wenn nur dumme touristenschiffe ein ais haben. Man kann es natürlich abschalten und nur auf empfang stellen, aber dann ist es so sinnvoll wie ein mundschutz vor einem virus. Oder ist es eine wirtschaftliche hilfe für piraten, die sich ihr opfer auf dem menu aussuchen können.

Die klappe vom gefrierfach ist aus ihrer halterung gebrochen. Europäische qualität nach fünfzehn jahren und einer unterdimensionierung der plastikformen. Da kann einer sagen, mensch, schon so alt, ich bin eher der meinung, noch nicht alt genug.
Also mal epoxi anmischen und versuchen, das ganze zu kleben. Und wenn ich schon mal dabei bin, dann ist der zweite radarreflektor auch dran. Gestern hatte ich ihm noch einen weiteren kabelbinder verpasst, mit einem schlechtem gefühl. Das teil hatte ich vor fünf jahren auf den Kanaren aus dem müll gefischt. Der vorbesitzer hatte es mit einem tape repariert und jetzt hat die sonne ihr quentchen zur zerbröselung beigetragen. Eine runde auf dem gelände hier und ein fast passendes plastikrohrstück gefunden. Nur zu weit, andere waren zu dünn, denn hier ist alles zöllig. Aber der ganze alte reflektor passt hinein, auch gut. Oben und unten reichlich plastikmatsche, ein wenig schleifen und es sollte weitere jahre halten, für fast lau.

202020814 radarreflektor

 

202020815 radarreflektor

 

Heute ist Mo der siebzehnte August, und nach dem ausflug gestern habe ich an die weiterfahrt gedacht. Deshalb war ich heute morgen vor dem kaffee auf dem mast, ein riggcheck. Die baustelle radarkabel fiel negativ auf, die ummantelung ist durch das großsegel durchgescheuert. Da das radar funktioniert, gab es tape und darüber selbstvulkanisierendes tape. Ich mag keinen rückenwind oder downwind. Der hat mich aufs riff geschoben und er ist schlecht fühlbar mit dem reffen. Dreißig knoten wind, acht knoten fahrt und es ist unterreffbar. Jedoch wenn man den kurs ändert, haut es einem um. Aber alles ist optisch ok und somit kann ich weiter.
Nur die zeugen covids bereiten mir angst. Die meisten menschen glauben den scheiß, haben angst, können keine zahlen nennen, nicht nur in der brd, sondern weltweit. Anschauen, merken, hinterfragen und überprüfen geht verloren oder ist schon lange abhanden gekommen. Also warum sollte ich in Wischmeyers ‚republik der bekloppten und bescheuerten’ zurückkommen.

Auch mal was anderes, hier auf der werft werden fischerboote geflickt. Neue bretter, kafaltern, spachtel drauf und farbe, danach wieder das meer leer fischen. Nur einige projekte sind gigantisch. Ein dreißigmeter kahn erhält einen neuen kiel aus festholz. Dreißig mal dreißig sind in Europa nicht zu bezahlen.
Das projekt des ehemals kleinen fischerbootes ist spannend. Zu erst dachte ich, ein normaler austausch, wie an dem gleichen beispiel in den fotos. Dort ist das gesamte heck vergammelt, alles muss neu. Nur dieses boot hat eine neue und größere hülle bekommen. Sie haben ein schiff um das schiff gebaut und danach das innere herausgeschnitten.
Die seitenbretter werden mit öl getränkt, mit dem schweißbrenner erhitzt und an das neue skelett angeschraubt. So etwas können die hier, leider kein schweißen, sandstrahlen oder feinere arbeiten. Andere seitenbretter werden unter dem alten stahlschiff verzurrt und mit der gleichen formgebung zurecht geflammt.

 

Der weg zum land ist jeden tag neu und anstrengend. Je nach gezeit mal mehr oder weniger risikoreich. Der erste große schritt ist zum weißen ausflugsboot, das schon keinen motor hat. Dieser wurde für die pumparbeit während der verlängerung des slipyards gebraucht.

Danach geht es zum mehrfach abgesoffenen fischkutter, über die offenen luken und dann zur leiter. Diese hat auch schon bessere zeiten gesehen. Die untere sprosse hängt nur noch an einer rostigen seite, die oberen beiden sind ok. Nur heute morgen war es echt anstrengend, es ist tiefe ebbe. Mit hängen und würgen habe ich mich hochgezogen, runtersteigen ist genauso anstrengend. Am abend war so wenig wasser unterm kiel, dass mein schiff schräg stand. Die flut dagegen habe ich noch nie so hoch auflaufen gesehen.

202020812 weg zum land

 

202020812 weg zum land

 

202020812 weg zum land

 

202020821 weg zum land

 

Die baustelle nähmaschine ging auch nach hinten los. Anstatt no have, diesmal no can. Sie raffen es nicht, keine nähmaschine, kein auftrag für ein biminigestell, no business.
Dafür wurde gestern abend das rückpaket in der Schweiz aufgegeben. Heute ist Fr der einundzwanzigste August. Mit glück ist es in einer woche hier, ende August. Die karten werden dann neu gelegt, aber ich plane schonmal ein paar monate mehr in Thailand zu bleiben. Die fünftausend seemeilen zum kap bis zum Dezember wird echt eng. Passiert was auf dem weg, bin ich definitiv zu spät.
Corona neunzehnhundertvierundachtzig ist hier kein thema, es ist warm und kein grippegebiet. Nur zur machtmischpoke nach Deutschland will ich unter diesen  bedingungen auch nicht zurück. Wir haben den höchsten bildungsstand seit dem kaiserreich und die bevölkerung marschiert ins vierte reich. Das gleiche hatte wir doch schon beim dritten. Denunzieren, markieren und wegsperren. Hinterher will es keiner gewesen sein. Wo ist der cleaner, der mal bei den politikdarstellern aufräumt.

Dann habe ich mich noch einmal an die nähmaschine dran gemacht. Und siehe da, wenn man es richtig macht, funktioniert es auch. Bei der nächsten gelegenheit werde ich auch die restlichen funktionalitäten ausprobieren.
Die nächste baustelle, das rattenloch im deckel des gährbottichs ist auch zugeklebt. Bis jetzt sind sie noch nicht wieder eingedrungen, höchstens draußen auf das deck geschissen.
Und zu guter letzt habe ich die lösung für meine tropfende kaffeekanne gefunden. Das sieb bei der ersten tasse nur halb herunter drücken. Schon plätschert es nicht mehr daneben. Dafür habe ich zwei jahre gebraucht.

Somit wird dies nicht der letzte bericht in nächster zeit sein. Wenn ich nicht bald das navigationssystem wieder mein eigen nennen kann, bin ich zu spät. Ich war schon zu oft zu spät für einige segelstrecken. Ich wiederhole mich oft, aber es passiert während des wartens nicht viel. Der einzige input kommt entweder aus mails, aus dem netz und das ist nicht mehr lustig. Der nächste bericht wird wieder was neues bringen.

Veröffentlicht unter motivation, Refit, Reise_2020, technik | Kommentare deaktiviert

Warten im Wasser

War wohl nichts mit dem schnellen absegeln. Das wichtigste display in meinem system hat während der wasserung seinen geist aufgegeben. Ein neues kostet um siebenhundert euronen und es muss erstmal hierher kommen. Dann gibt es noch so etwas wie den zoll, das dauert. Heute ist der zwanzigste Juli, zeitlich wird es eng.
Die genua habe ich heute wieder gesetzt und auch herausgefunden, wo die ameisen auf dem schiff herkommen, aus dem segel. Panik bei denen, und beim nächsten regen werde ich die genua aufmachen und sie abwaschen lassen.

Wie viele boxen hatte Pandora, sicherlich mehr als eine. Denn sonst hätte sie keine mehr nach der öffnung. Ich habe heute mal mit meinem rodkicker angefangen, eine weitere schachtel. Einfach mal das seil umdrehen wegen des verschleißes über die jahre. Das herausbohren aus dem kopf war schlecht, der kopf war nicht trennbar vom rohr. Das eigentliche problem der unteren halterung mit dem spiel ist nicht lösbar. Ich bekomme den bolzen nicht heraus, auch nicht mit der verlängerung von der zylinderkopfreparatur. Zwei nieten der unteren halterung sind am mast abgerottet. Als ich aufstehen wollte, griff ich zur unteren maststufe und hatte sie in der hand. Meine nächste box ist geöffnet.

Wenigstens hat sich die Schweiz gemeldet wegen der navigationsinstrumente, tipps gegeben, die ich aber schon überprüft hatte. Somit fehlt das angebot für ein neues display und den transportweg.

In der zwischenzeit war ich mal shoppen. Mein backupstromgenerator läuft und hat etwas um hundert euronen gekostet. Ärgerlich, denn vor zwei wochen war er im angebot für achtzig. Danach noch in den großen supermarkt und viel haltbares für den nächsten trip erstanden. Viele dosen und wieder trockenware. Gleichzeitig auch weitere plastikboxen zum verstauen.
Das ist wohl auch wieder nötig, denn ich war abends zu spät zurück im schiff. Das rattengift für den test auf besucher ist restlos gefressen worden. Ich lege jetzt jeden tag nach und es verdunstet. Sollte ich nicht bald ablegen, wird es den nächsten bissschaden geben.

20200723 backupgenerator

 

Da die reparaturliste nicht vollständig abgearbeitet wurde, habe ich mir noch einmal den rodkicker zur brust genommen. Während der einkaufstour habe ich versucht, eine große nietzange zu kaufen, hier in Satun ist es aussichtslos. Die beiden unteren nieten wollte ich ersetzen und habe löcher gebohrt und gewinde hineingeschnitten. Auf der linken seite ist ein bohrer abgebrochen und ich bekomme ihn nicht heraus, festgeklemmt. Rechts hat es funktioniert und das unterstützt hoffentlich die restlichen sechs nieten. Was für ein mist.

20200724 rodkickerhalterung

 

20200724 rodkickerhalterung

 

Diese ratten hier sind hartnäckig und stabil. Das gift wird gern gefressen, bleibt wohl aber wirkungslos. Vorgestern waren sie reingekommen und gestern habe ich die möglichen löcher mit putzlappen verschlossen. Der weg geht von hinten in die box für das schiebeluk und dann irgendwie darunter und dann passen sie durch die schlitze. War gestern aber nicht, und deshalb sie haben versucht, sich unter den plichttüren durchzunagen. War bei drei zentimer holz aber nicht erfolgreich.

20200725 rattenbisschaden

 

Erfolgreich war dafür das setzen des großsegels. Das cover ging leider nicht um den baum, es ist geschrumpft. Somit wiederholung nach dem nächsten regenschauer, wenn es nass ist.

Die sprayhood war am Sa dran. Einige stellen sind schon recht dünn, ein paar risse. Besser jetzt das ganze flicken, bevor es mir im nächsten sturm um die ohren fliegt. Die scheiben sind matt, polieren geht auch nicht, denn es ist im material.
Dann fingen die probleme an. Die nähmaschine zerriss den faden nach ein paar stichen. Das ständige neu einfädeln nervte, und am ende glaubte ich, den verursacher gefunden zu haben. Die untere fadenrolle hatte ein wenig flugrost angesetzt. Nach dem austausch war es aber auch nicht besser. Dann demontierte ich den käfig und die knotenmechanik, reinigte diese auch. Das zusammensetzen ging dann schief. Die nadel kommt zur falschen zeit runter, verhakt und verbiegt sich. Ein typischer fall von kaputtrepariert. Die nächsten stunden ging es dann mit nadel und faden weiter, per hand.

I don’t like Mondays, oder: mann bin ich genervt. Zuerst dachte ich, es riecht nach toter ratte. Dabei haben sie nur die fäkalienrohre zum fluss aufgemacht, nicht lecker. Auf der suche nach der quelle habe ich den plichtboden angehoben und stecker sowie kabel gefunden. Diese verdammten ratten sind in das loch vom defekten display eingestiegen und haben munter darauflos gebissen. Das intakte rechte display hat keinen stecker mehr, die warnpieper nur noch ein kurzes kabel und die drei datenleitungen sind auch ab. Wenn ich die tierchen kriege, dann nagel ich sie auf einem brett fest und trockne sie in der sonne.

20200727 rattenbisschaden

 

20200727 rattenbisschaden

 

20200727 rattenbisschaden

 

Und als wenn das noch nicht genug wäre, führe ich nun einen dreifrontenkrieg. Also die ratten, die ersatzteilbeschaffung und eine allianz zweier verschiedener ameisenkolonien. Letztere schlacht habe ich gewonnen, als sie in das schiff hinein wollten. Irgendein sprühgift, geht auch gegen kakerlaken. Dazu töte ich mehrere hundert jeden tag auf dem deck.
Dann habe ich gestern auch den kauf des navi-instruments gestoppt. Ich werde alle defekten teile zum hersteller schicken, um es reparieren zu lassen. Das ist meiner meinung nach das beste, auch wenn es zeit kostet.

Erster August und das personal sagte, dass der versand erst am Montag erfolgen kann. In welchen kategorien leben diese menschen hier? Ich habe viel zeit zum nachdenken. Eine sehr interessante beobachtung ist am anfang des monats, wenn die arbeiter ihren lohn bekommen. Die zeit der lohntüten ist ja schon ein weilchen her, hier aber nicht. Dafür das ganze auch ohne tüte. Die arbeiter müssen auf einen kasten steigen, das fenster öffnet sich und dann erhalten sie cash mit einem abrechnungsstreifen. Ich finde das sehr erniedrigend, zum master zu gehen und als lohnsklave um sein sold zu betteln. Nur wer hat hier schon ein bankkonto.

Die guten neuigkeiten sind, dass La Reunion und Südafrika wieder offen sind. Wahrscheinlich wird auch Maritius gehen als mein nächstes ziel. Wenn da nicht ein versandproblem existieren würde. Aufgrund irgendwelcher feiertage war die post zu und so geht das päckchen erst morgen, am Montag auf die reise nach europa. Heute ist der zweite August.
Anstatt fast leere farbdosen und anderes im boot zu stauen, habe ich nochmals die arbeitsplatte in der küche und bei den spühlbecken gestrichen.

20200801 kuechenbereich

 

Somit wird dies nicht der letzte bericht aus Thailand sein. Wenn ich nicht zeitnah das navigationssystem wieder mein eigen nennen kann, bin ich zu spät. Ich war schon zu oft zu spät für einige segelstrecken. Meine lernkurve ist im hirn angekommen, nicht schon wieder. Es gab viel bruch und stress auf dem meer. Nicht schon wieder, eher ein paar monate in diesem teil der erde herumhängen und abwarten.

PS: Das titelbild des blogs ist in überarbeitung, bis ich ein neues habe.

Veröffentlicht unter reisevorbereitungen, Reise_2020 | 1 Kommentar

Ende im Slipyard

Refit teil sechs

Heute am Montag am ende des monats Juni fängt es ein bisschen an, gut zu laufen. Die nacht war zu heiß und der schlaf minimal, aber nummer vier ist nicht mehr, immerhin. Der chicken wing ward ihr zum verhängnis, gierig, haben wollen. Somit war sie die nacht über im geschlossenen käfig. Am morgen musste sie zeigen, wie gut sie tauchen kann. Einige runden im käfig und das war es, nicht schön und kein platz zum aussetzen. Das ende war dann in der mülltonne. Ich mag es nicht, tiere zu töten, doch diese richten mehr schaden an, als man denkt.

20200629 ratte

 

20200629 ratte

 

Derweil fangen die vorbereitungen zum finalen sandstrahlen unter dem kiel an. Dafür musste ich schon mal ein paar flächen fertig grundieren und mit antifouling streichen, morgen soll es losgehen.

Morgen sollte Mo sein und erst am Mi haben sie den slipwagen abgesenkt. Aber es wurde nichts daraus. Zwei fischerboote wurden geslipped und eines hat sich arg den propeller verbogen. Da ist noch zu viel holz und mist vor der rampe und diese schiffe haben jetzt priorität. Die aussage ist klar, ausländer dürfen gemolken werden, so lange es geht. Aber manchmal zerbricht der krug.

Gleichzeitig erstmal abwarten, nur nicht der erste im wasser sein. Da ist noch zu viel dreck, holz, drähte oder plastiksandsäcke mit autoreifengemisch im slipbereich. In der summe ein künstliches riff.
Es gibt auch noch ein anderes großes problem, mein dingi hat sich zerlegt. Es lässt luft ab und der boden hat sich abgelöst. Der holländer hatte mir seines angeboten, jedoch einen anderen abnehmer gefunden. Soviel zu einer zusage. Ohne beiboot wird der nächste stop also Mauritius sein, gleich in den hafen hinein.

Diese miesen arschlöcher machen auf einmal druck. Heute ist Sa und am abend nach dem sandstrahlen und dem zweiten farbauftrag durch mich ist das projekt sandstrahlen abgeschlossen. Wann ich ins wasser gehe? Na was glaubst du, wenn ihr mit euren arbeiten fertig seid, liegen die restarbeiten noch bei mir. Und egal wie ich arbeitete, es ist besser als das ergebnis dieser leute. Das eine fenster im rumpf rostet schon wieder. No-go area.

Zum anderen hätte ich der letzten ratte noch zwei, drei chancen geben sollen, das schwimmen und tauchen zu lernern. Gestern habe ich Pandoras box geöffnet und meine navigationsinstrumente überprüft. Unten alles ok, oben nur das rechte instrument, das heißt also kein autopilot.
Stecker und verbindungen kontrolliert und danach die leitungen. Zwei von denen störten im durchgang und wurden zerbissen. Keine daten, kein ergebnis. Einen vormittag kostete es mich, das bissverhalten zu reparieren, gepfuscht versteht sich.

20200704 rattenschaden

 

Alles wird jetzt stressig, der termin für die wasserung ist angesagt und das wird knapp. Der kielboden hat fünf schichten farbe erhalten und heute das gesamte unterwasserschiff eine sechste. Dann fehlen nur noch ein paar vom antifouling so um drei.
Neue menschen sind auch im yard, also neue geschichten, neue informationen. Die erste fuhre diesel ist schon auf dem schiff, eine zweite muss folgen. Keine passende crew für die reise gefunden, also alles wie gehabt. Ist mir auch am liebsten eigentlich.

Heute am Do wollte ich das antifouling auftragen, nur es schüttet aus vollen kübeln. Somit kann ich auch nicht die windsteueranlage anbauen und aus dem restlichen holz keine kisten bauen. Der angelieferte diesel bleibt in den kanistern und das dingi ist nass und kommt so nicht in die tüte. Ergo geht es auch morgen nicht ins wasser.

Die neue planung sieht eine woche später vor. Ich werde alles, was an land machbar ist, vollbringen. Heute am Sa habe ich die restliche holzplatte von meiner küchenbox idee verarbeitet. Mann…wie oft muss ich mich vermessen, bis es passt. Am ende ist die holzbox für den ofen ein wenig kleiner geworden. Drei mal abgesägt und noch immer zu kurz.
Am ende wird sie mit der restfarbe vom schiff getränkt. Wenn der regen morgen aufhört, geht es weiter mit dem antifouling. Heute war schon mal die erste schicht unterm kiel.

Der Sonntag war ein gewinn. Ein neuer hat mir sein moped geliehen, das war auch schon mein gefährt für die letzten monate. Ein kleiner einkauf im stadtsupermarkt. Vorher eine wäsche, die holzofensitzbox hat die zweite farbschicht bekommen, und als ich zurückkam, war die erste schicht antifouling dran. Damit bin ich fast durch, ein rest fehlt noch, weil der regen kam. Dafür ist die windsteuerung wieder am schiff. Nur eine schraube wollte nicht und fasste auch danach nicht mehr. Das schwere teil an die position zu bringen, hat eine stunde und ein wasserglas voll schweiß gekostet. Ich weiß, es ist pfusch, der bolzen ist mit epoxi nun eingeklebt. Alle bolzen waren mal zehn millimeter und sind nun schon zwölf. Mehr geht leider nicht. Eine weitere position auf der beobachtungsliste auf see.

20200715 farbstatus

 

20200715 farbstatus

 

20200715 farbstatus

 

Die tage sind eintönig, entweder ich trage die farbe auf oder es regnet. Das ganze hat jetzt fünf tage gedauert und in zwei geht es ins wasser. Die windsteuerung ist fast komplett, nur der griff zum steuern ist verschwunden. Wenn er heute nicht gefunden wird, muss ein neuer her.

20200717 neuer griff

 

Am ende gingen die vorbereitungen recht schnell. Noch eine rechnung und der trailer wurde angehoben, abgesenkt und auf schienen gestellt. Der slipwagen war nicht für diesen platz gedacht, somit begann das schienenverlegen, frei hand bis zum hauptweg. Mal wieder eine neue perspektive, nur für eine nacht.

20200716 schienenverlegung

 

20200716 schienenverlegung

 

20200716 schienenverlegung

 

20200716 schienenverlegung

 

20200716 in position

 

20200716 in position

 

Heute am Fr, dem siebzehnten Juli, ist das schiff wieder im wasser und schwimmt, noch. Der motor sprang an der schiff löste sich vom slipwagen und die ruderanzeige fiel aus. Ein wenig rückwärts und im fluss wieder vorwärts zum weißen schiff, das war es. Festmachen, landleine und das internet neu verbinden. Schön, dass ich ein weiteres usb-verlängerungskabel gekauft hatte, zehn meter. Anstatt der gastlandflagge weht nun meine wlan-antenne.
Dann fingen die problemchen an, das brauchwassersystem ist trocken, kaum eine wc-spühlung ist möglich. Die tür zu diesem raum klemmt, der motorgenerator macht keinen strom oder nur drei ampere, zu wenig. Alles das muss zeitnah repariert werden, ich muss hier weg.

Der zustand meiner wunde ist zum glück wieder sehr gut, nur noch schorf, keine aktivität unter der haut. Das nächste mal muss ich mehr acht geben.

20200715 wundestatus

 

Somit wird dies erstmal der letzte bericht sein. Nach den reparaturen, dem setzen der segel und aufräumen im innern wird es wohl in einer woche zu den offiziellen gehen. Dann auschecken, einen kleinen generator als backup kaufen, essen für die nächsten zwei monate und tschüß. Der nächste stop ist dann Mauritus oder La Reunion.

Veröffentlicht unter anstrich, Refit, Reise_2020 | 4 Kommentare

Licht am Ende des Tunnels

Refit teil fünf

Das wasser ist noch nicht wieder in den leitungen und so werden die großen wasssertanks weiterhin angezapft. Es geht langsam weiter mit der farbentfernung, sehr langsam. Innen schleppt es sich auch voran. Ich muss die elektrik wieder verbinden, damit ich das druckwassersystem testen kann. Erst danach klebe ich die waschbecken ein, und wenn die tube schon offen ist, auch die ankerwinsch. Bis zum ende Mai will ich damit durch sein, dann muss die neue farbe aufs schiff.

Sechsundzwanzigster Mai und das wasser ist wieder da. Hurra und mist, weil es jetzt weiter geht mit dem nasstrahlen. Wenigstens habe ich die elektrik zur küche und ins bad, sowie die steckdosen in dem bereich wieder animiert. Somit habe ich auch wieder einen funktionierenden kühlschrank. Aber es geht auch ohne, wie sich über drei monate ja herausgestellt hat.
Das letzte mal habe ich über die erfolgreiche reparatur des motorwasserfilters geschrieben. Das war leider ein fehlurteil. Ein wenig dreck herausgekratzt und schon schien mir die sonne ins gesicht. So wird hier gearbeitet und das ist die qualität des ganzen. Ein teil reparieren und nicht testen.

Auch habe ich meine ideen zum munschutz gegen den angeblich so gefährlichen virus. Zum einen ist so ein teil nur sinnvoll, wenn er abdichtet und man andere schützt. Das haben die asiaten schon lange drauf. Nur in der heimat, und die ist für mich kalt, sieht es anders aus. Also warum? Für etwas, das sich nicht besser verbreitet, als eine grippe. Warum hausarrest, abstandsregeln? Meine idee ist weiterreichend. Wenn wir nicht mehr wie gewohnt kommunizieren können, dann entfremden wir uns. Ich weiß nicht genau, wie viel wir über die mimik von mund und nase kommunizieren, aber es ist eine menge. Ein lächeln öffnet welten oder wenn es nicht gesehen werden kann, verschließen sich diese. Wenn nur noch kleingruppen geduldet werden, können sich menschen nur schwer zusammenschließen, protestieren oder sich wehren. Hält das ganze länger an, lernen die kinder nicht die mimik und die gesellschaft zerteilt sich.

Alles einen tag später. Man kann nicht sandstrahlen wegen bla bla. Sie halten mich hin, um standkosten abzurechnen. Geht gar nicht und wird kosten.
Ich habe die ankerwinsch wieder in position gebracht. Alles passte nicht mehr, keine industriemaße und so kam die flex zum einsatz. Mal kurz für zehn minuten die decke zerteilt und dann passend geschliffen. Ich mag kieferleisten, die sind ehrlich und riechen gut. Danach die winsch getestet und für gut befunden. Wie lange, wer weiß.

Heute wieder einmal Do und kurz vor dem Wochenende. Sie werden den rumpf fertig gestrahlt haben, versprochen, und ich kann ihnen dafür gleich die hand abhacken, weil sie gelogen haben. Es wird nichts mit dem termin und der qualität, weil nicht alles entfernt wurde. Hotel California ist doch eher gesteuert, von menschen gemacht und die sind hier. Finger weg von der idee, dass es hier günstig ist. Wenn die kohle vorhanden ist, kein problem, aber genau das ist meins.
Am morgen ein bisschen pusten und am späten nachmittag weiter. Es ist bis sechs uhr hell, also warum aufhören um halb fünf. Je schneller ich hier weg bin, desto weniger tote.

Ein wenig sandstahlen hier und dort, konzeptlos und mit einem ende anfang Juni. Sie halten mich fest und tun unschuldig. Vorsätzlich wahre auch eine perspektive. Sollte es nicht zu einem guten ende führen, sorge ich für ein sehr schlechtes.
Ich habe im schiff das druckwassersystem aktiviert und nach mehreren nachbesserungen tropft es auch nicht mehr.
Die ankerwinsch hatte noch eine andere aufgabe: das schiff zu verschließen. Nach dem ausbau hatte ich die löcher abgetaped und mit einem dicken brett verschlossen. Der unbedarfte oder unteraktivierte hirnnutzer, der gerade mein schiff bearbeitet, hatte für seine planen das brett entfernt. Somit ist mein besucher dort eingestiegen und hatte probleme im abgeschlossenen bugbereich. Ein paar knabberversuche an der decksisolierung und dann doch das einstiegsloch wieder gefunden. Wie er dann herausgekommen ist, ist mir ein rätsel. Bis heute aber noch keine rückehr.

Freitag neunundzwanzigster Mai, sie strahlen wieder. Nach den letzten tagen hatte ich das gespräch mit dem manager, bevor ich laut werde. Bis morgen wollen sie durch sein und dann gibt es eine erste durchsicht mit mir. Ich bin gespannt.
Und genervt, die ratte oder zwei waren wieder da. Zuerst hatte ich mich über die holzraspel auf meiner mütze gewundert, für termiten zu große stücke. Rein oder raus ist nicht so klar. In der nacht war ich auch unruhig, ab und zu geräusche, nicht zuordenbar. Aber sie wurden fündig, in meinen neuen boxen, eine sahne, eine milch und mein tomatenkonzentrat, jeweils ein kilogramm. Weitere nudelpackungen und meine restlichen haferflocken. In einem karton auf dem boden ein platikdeckel von einer ehemaligen nussdose zu einem viertel verspeist. Möge das zeug doch wirken.
Heute noch holzrestarbeiten und ich kann wieder aufräumen und mal klar schiff machen.

20200529 nagerspuren

 

20200529 nagerspuren

 

20200529 nagerspuren

 

Da hatte der monat Mai doch noch einen tag mehr, als gedacht und es war der Sonntag. Wieder einmal wäsche waschen, auf die leine bringen und hoffen, dass der sandstrahler akkurat arbeitet, wobei er nicht weiß, was das bedeuten soll. Das moped war meins und ab into town. Baumarkt war so lala und danach zum dritten großen supermarkt im norden. War auch kein bringer, der Tesco, und wieder zurück mit plattem arsch. Zwischendurch ein paar mal nass geworden und fünf minuten später wieder getrocknet.
Zurück am schiff und mal wieder à la minute, um die wäsche von der leine zu nehmen. Der heftige wolkenbruch dauerte zwei stunden und der slipyard ist mit holzresten und plastikflaschen verfüllt. Ratet mal, wo die hingehen.
Der kleine shitstorm im blog ist auch abgeklungen und ich behalte meine linie fort. Was sonst auch, mit einer distanz zu dem geschehenen und aktiven handlungen sieht man oft klarer.

20200530 farbstatus

 

20200530 farbstatus

 

20200530 farbstatus

 

20200530 farbstatus

 

Heute ist schon der zweite Juni und was geht, sandstrahlen. Nächster termin soll morgen sein, dann wollen sie fertig sein, ich glaube nicht daran. Die aufräumarbeiten im schiff gehen auch voran, wenn das durch ist, kommt der motor dran.

Ein vertaner Freitag, die nacht war so mies. Der sandstrahldepp hat meine landstromleitung gezogen und nicht wieder hineingesteckt. Somit hatte ich kein gebläse in der nacht, es war heiß und dazu kam noch heftiger regen, also luke auch dicht. Dabei fing es so gut an, auf dem klebebrett hatte sich eine ratte an dem bratfisch vergangen. Nach einer kurzen genickoperation ging das tierchen in die plastiktüte. Eine zweite kam noch nicht vorbei, kann aber noch werden.

20200603 nagerspuren

 

20200603 nagerantwort

 

Bei mir stellte sich fieber ein und das war es mit richtigem schlaf. Viel trinken und auch wieder ablassen, danach wieder ein wenig schlaf bis zur nächsten einheit. Am morgen achtunddreißigeinhalb, na klasse. Also ab ins krankenhaus, nur sie wollten mich dort nicht behalten. Wundversorgung und drei tüten mit medikamenten, also wieder einmal eine woche lang alkoholfreie zeit.

20200605 cocktail

 

Das stört mich auch nicht, denn masterblaster ist noch nicht mit dem schiff fertig. Ich sehe noch viel rot, das ganze heck ist noch fällig und viele nachbesserungen. Das kostet nerven.

20200604 farbstatus

 

20200604 farbstatus

 

Am Sa abend war das schiff nicht rotfrei, vielleicht morgen. Dafür passiert etwas auf der rampe, die neuen schienen haben beton bekommen. Klingt gut, wenn sie jetzt nicht anfangen würden, zwei schienenlängen oberhalb heraus zu nehmen. Neue gleise liegen bereit, das heißt aber nichts. Laut dem chef ist in einer woche der untere bereich fertig, nur oben arbeiten sie an den drehkreuzen der gleise. Das hätte alles vorher passieren können.
Mir geht es noch nicht wirklich besser, das fieber ist weg, aber das bein sieht schlimm aus. Ich hoffe die antibiotika helfen bald, sonst muss ich wieder ins krankenhaus.

20200607 grosses eigentor

 

Der spam, den ich so erhalte, macht mich ein wenig nachdenklich. Vor drei tagen habe ich mehrere mails erhalten, die mir Amoxicillin angeboten haben. Sah nach viagra und co aus. Aber was habe ich im krankenhaus bekommen, genau das zeug. Ich glaube mal nicht an zufälle.
Auch habe ich nicht gesagt, wie lang der tunnel ist. Mein schiff ist noch nicht fertig und dazu regnet es auch noch. Also ein indoor Sonntag ohne aktivität, um das bein zu schonen.

Es hat mich schon seit gestern gewundert, masterblaster war bis um halbsieben dabei. Fertig wurde er natürlich nicht. Und heute morgen erhöhte taktrate und mehr leute. Die lackierer waren schon geordert, nur eben alles nicht fertig. Die restrote farbe unter dem umlaufenden edelstahlrohr wollten sie mit der drahtflex entfernen. Sie verstanden es nicht, warum ein entschiedenes No als antwort kam. Abbrennen ging wieder nicht und ich offerierte farbentferner. Dieser hier riecht, ätzt und arbeitet richtig. Nicht das aktuelle produkt in der heimat, eher das von vor zwanzig jahren. Die fenster wurden abgeklebt, es wurde gestrahlt und wieder einmal die planen neu arrangiert. Morgen soll es losgehen.

20200609 grosser kompressor

 

Erster tag und am ende fiel die kinnlade herunter. Durch die verwendung von sand gab einige punktuelle einschüsse. Die reinigung mit tüchern habe ich sofort gestoppt, die fasern haften an der rauen oberfläche. So nahmen sie einen pinsel, ab und zu. Da ich zuvor untersagt habe, eine drahtbrüstenflex für die reinigung des edelstahlrohres zu nehmen, gingen sie vom generellen verbot aus. Am abend haben sie freudig drauf los gestrichen, über den sand. Unglaubliche arschlöcher und wollen lackierer sein. Hundert einschlüsse habe ich heute morgen gefunden.
Nach dem ersten gespräch war die einigung, alles runter und von vorn. Der kompressor wurde für die rampe gebraucht und nach dem mittag konnte sich der manager an nichts mehr erinnern, dieses unlautere schlitzauge. Und es eskalierte es wieder, nur war ich diesmal ruhig. Am ende wurde wieder gestrahlt und gerollt, aber nicht über sandhügelchen.

20200610 ergebnis kompressor

 

20200610 ergebnis kompressor

 

20200610 ergebnis kompressor

 

20200610 farbstatus

 

Das zweite gute ist die erneute rückkehr meines seewasserfilters, diesmal mit neuem boden und rand. Und der deckel wurde rund gedreht.
Nur die korrosion im innern ist blöd, wurden doch A2, A4 oder 316 legierungen benutzt. Sicherlich unterschiedliche und die muffe für den einlauf hat verloren. Habe es erst richtig bemerkt als ich leicht darauf geklopft hatte und es anfing zu rieseln. Der teil außerhalb des sammlers ist ok, für die nächste zeit muss epoxi für die löcher herhalten, damit das wasser auch durch das sieb läuft und nicht daran vorbei.

20200610 wasserfilter

 

20200611 wasserfilter

 

Der versuch, meine geliebte explodierte flex zu reparieren, ist wegen des slipyards nicht möglich. So bin ich zur lokalen elektromotorenwerkstatt geradelt und nach einem tag war sie fertig, sechs euro. Nur diese leute haben sie nur lauffähig gemacht, den explodierten kondensator nicht ausgetauscht. Also heute am Do bin ich wieder hin und habe die hälfte des geldes wieder bekommen, hat wohl nicht funktioniert jungs.

Das wochenende naht und morgen soll der letzte sandstrahltag sein, ich glaub nicht dran. Heute hat es am vormittag stark geregnet und sie haben gestrahlt, aber nass. Somit gab es auch keine farbe aufs blech.
Ich habe mich um Mr Perkins gekümmert, neues öl, neuer filter und der reparierte wasserfilter ist wieder eingebaut. Fehlt nur noch ein probelauf nach ein paar farbschichten.
Seit gestern habe ich auch nicht mehr den Pränki sketch der arschkrampen mit dem fischstäbchen. Die wunde ist zu und süppt nicht mehr. Zu früh gefreut, den der grosse zeh meldet sich mal wieder und ich humpel wieder.

Am Di, dem sechzehnten Juni, sind sie noch immer nicht fertig. Eine bis drei farbschichten sind aufgetragen, leider regnet es seit gestern. Dazu kommt, wenn ich nicht aufpasse, dass die jungs über rost, sand und fett streichen. Letzteres kommt aus dem ruderschaft und kriecht entlang des kokers. Wie hirnfrei muss man dafür sein, einfach farbe darüber zu güllen als lackierer. Gestern gab es dann auch die erste decksreinigung mit einem besen, in der woche sechs.

Diesmal waren zwei ratten zu gierig und es war nur noch der geruch und fragmente auf dem sticky pad. Pech für sie, ende und aus.

20200618 zwei ratten

 

Donnerstag der achtzehnte Juni, und es eskaliert schon wieder. Ich habe einen auftag für die rumpfreparatur abgegeben und darin waren zwei schichten grundierung enthalten. Nun will der auftragnehmer das ganz anders sehen, er will natürlich die farbe auftragen, jedoch mit meiner farbe. Ich wollte Jotun sylvergrey88 und sie orderten 87, das ist Jotun domastic ein zweikomponenten primer. Somit ist keinerlei farbe vorhanden, die ich geordert und bezahlt habe. Und nach dem sandstrahlen haben sie sich an meiner farbe vergriffen und verstrichen. Auch wollen sie mir weißmachen, dass sie bereits fünfzig liter der farbe auf meinem rumpf verstrichen haben. Das ist schon technisch unmöglich, denn es müssten fünf dicke schichten sein, sind es aber nicht.
Ich bestehen auf rückgabe von mindestens zwanzig liter, die ich schon in der rumpfabwicklung bezahlt hatte. Es ist ein generelles problem, das gesagte verflüchtet sich aus den ohren und ward nicht gesprochen.

Nach sechs wochen heute am Sa dem zwanzigsten Juni ist es fast fertig, das schiff hat neue farbe erhalten und nur noch unterm kiel muss der rost ab und neue farbe rauf. Natürlich habe ich die farbe nicht zurückbekommen, ich gehe davon aus, dass sie füße bekommen hat. So war ich gezwungen, weitere zehn liter zu kaufen, die gestern und heute aufgetragen werden. Dann hat das unterwasserschiff mindestens drei im besten fall fünf schichten.
Auch hatte ich gestern nacht wieder besucher, eine oder zwei ratten waren am knabbern. Ich habe noch nicht gefunden, wo und an was, denn alles essbare ist verpackt. Ist das vielleicht eine rache für die anderen beiden auf dem sticky pad.

20200621 farbstatus

 

20200621 farbstatus

 

20200621 farbstatus

 

20200621 farbstatus

 

Der beachclub hat ein ende auf meinem deck. Vor zwei wochen habe ich hundert kilogramm sand über bord geschippt und heute weitere fünfzig mit dem hochdruckreiniger. Nur hörte der nach kurzer zeit auf, nicht genügend wasserdruck in der leitung. Dann am nachmittag war wieder wasser vorhanden und mit dem schlauch gingen weitere sanddünen von bord. Bei den abflüssen vom deck und dem abfluss der ankerluke gab es ein eigentor. Unten hatte ich die löcher verschlossen und der sandstrahler konnte nicht hineinblasen. Leider sackte das sediment von oben hinein und es kostete mich eine stunde um die beiden verstopfungen zu klären.
Der neue schriftzug ist auch angekommen, aber ich muss erstmal farbe auf den rumpf auftragen, da der epoxiprimer nicht uv-stabil sein soll, was für ein mist.

Eine neue entscheidung am nächsten tag, die farbe muss reichen. Entweder ziehen sie mich völlig ab oder ich mach die biege. Unter wasser kommt der rest von meiner jotun silvergrey88 rauf, der skeg ist wieder in position und eingepinselt. Die schriftzüge waren nicht in einem stück, das OC ist deshalb verrutscht. Auch wollte ich Themroc Hamburg haben und nicht umgekehrt, das können sie also auch nicht.

20200623 buchstaben

 

20200623 buchstaben

 

Die wasserzuläufe sind gekürzt und der neue windgenerator ist an seinem platz, dafür habe ich ein neues kabel durch schiff gezogen, durchs deck, durch den schwanenhals und windgeneratorrohr. Er läuft an und liefert auch schon strom, mal sehen wie lange. Vielleicht hält der chinese ja länger als die vier türkischen modelle zuvor, wenigstens gab es mehr schrauben als benötigt.
Die ratte ist noch immer aktiv, knabbert am apfel im käfig und der will nicht schließen, vielleicht morgen.

20200624 windgenerator

 

Die ratte ist noch immer ein thema, wäre doch eine hungrige katze an bord. In der letzten nacht hörte ich das tierchen, aber keine knabbergeräusche. Meinen alten apfel im käfig wollte sie auch nicht, nur mal kurz daran knabbern. Jetzt hängt ein rest daran, schlemmermaul komm.
Am schiff habe ich die vorerst letzten schweißungen vorgenommen, verstärkungen für die ankerhalterungen. Diese wurden durch renitente mitreisende oder durch mich beim aufholen des ankers verformt. Auch habe ich die rostnester um die genua schiene entfernt. Da habe ich wohl vor achtzehn monaten gepfuscht. Entweder keinen oder einen schlechten primer verwendet. Das erste mal habe ich auf diesem schiff rost geklopft. Ich hoffe, dass es mit dem monat salzwasser auf dem riff zu tun hat, oft blätterrost in verbindung mit edelstahl.

20200627 ankeralterung

 

Die ratte hat mir ein kleines kärtchen im käfig hinterlassen, vielen dank für den netten huhnsnack, bis morgen, die ratte.

Also diesmal das huhn mit zwirn um den haken befestigt. Wenn es nicht wirkt, fahre ich am Sonntag in die stadt und kaufe sticky paper und aus ist es mit der ratte.
Am schiff bin ich weiter mit rostklopfen und grundieren. Eigentlich ist das alles mist, aber es soll bis europa reichen. Dort habe ich genügend verbesserungen für das schiff im kopf.

Seit fünf tagen lebe ich an der jauchegrube und weiss noch nicht, welches exkrementgemisch vom schwein, kuh oder mensch es ist. Die heraus gezogenen gummibaumstämme geben dazu einen weiteren duftstoff ab. Alles ekelig.

20200627 holzlager

 

Morgen am So fahre ich in die stadt, so langsam muss das tierchen verschwinden, denn wenn ich das schiff mit lebensmitteln vollpacke, möchte ich keine knabberabgänge haben.

Veröffentlicht unter anstrich, Refit, Reise_2020, schiff | 6 Kommentare